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| 15:32 Uhr

Puppenspieler
Reichlich Ideen fürs Puppenspiel

Die Puppenspielerinnen mit Madlen Krenz (rechts hinten).
Die Puppenspielerinnen mit Madlen Krenz (rechts hinten). FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Verein betreibt Puppentheater im Hoyerswerdaer Haus der Begegnung für Kleine und für Große. Von Katrin Demczenko

Das vom Verein Vereinbarkeit von Beruf und Familien fördern in Ostsachsen (vbff) im „Haus der Begegnungen“ betriebene Puppentheater nutzen seit Jahren viele Hoyerswerdaer Kindereinrichtungen. Sie ermöglichen damit Drei- bis Zehnjährigen Erlebnisse in der Stadt. Doch auch Patienten der Tagesklinik für Kinder und Jugendliche des Sächsischen Krankenhauses Großschweidnitz und erwachsene behinderte Bewohner des Helen-Keller-Hauses des Diakonie-Sozialwerkes Lausitz kommen zu den Vorstellungen, sagt Hausleiterin Madlen Krenz. Gespielt wird normalerweise vormittags, aber auf Anfrage auch nachmittags.

Aktuell läuft das Herbstmärchen „Die Schatzsuche im Wald“, für das die Hausleiterin wie für alle anderen mittlerweile über 20 Geschichten geschrieben hat. Immer geht es um die Bedeutung von Ehrlichkeit und freundschaftlichem Miteinander. Außerdem wird die sprachliche Entwicklung der Kinder unterstützt, wie die eineinhalbjährige Elise beweist. Sie war mit ihrer Kita gekommen und plapperte die Geschichte begeistert mit.

Ideen für die Puppentheaterstücke findet Madlen Krenz in Kinderbüchern oder im Alltag. Auch einige Handpuppen hat sie angefertigt. Frau Maulwurf zum Beispiel, die in der jetzigen Geschichte mit erwachsenen Waldbewohnern und Tierkindern beratschlagt, wo alle einen neuen Gemeindesaal finden. Die Figur ist aus schwarzer Wolle gestrickt und mit einer gehäkelten weißen Schürze sowie einem Hut bekleidet, erklärt Madlen Krenz.

Die meisten Handpuppen, wie der Waschbär und der kleine Igel Willi, der Hauptheld der Geschichte rund um die Schatzsuche, wurden von der Kreativgruppe des vbff aus Plüschtieren angefertigt, sagt Conny Kupfer. Sie erinnert sich auch an die allerersten Aufführungen im Saal des „Hauses der Begegnungen“ in der Huttenstraße 31-33 im Jahr 2007. Sie war dabei Vorleserin. „Damals wurde noch abwechselnd Theater und Puppentheater gespielt“, erzählt Mad­len Krenz. Seit etwa  2009 findet nur noch Puppentheater in einem extra dafür umgebauten Raum im Obergeschoss statt. Mittlerweile geht eine Gruppe von drei Spielern auf Anfrage mit einer kleinen selbstgebauten Wanderbühne auf Tour. So werden im Saal und unterwegs bis zu fünf verschiedene Inszenierungen jährlich gezeigt, für die regelmäßig geprobt wird.

Für alle Auftritte gibt es einen Fundus mit vielen farbigen Kulissenbildern. Die Hobbymalerinnen der vbff-Kreativgruppe Kerstin Bähr und Carola Jochimski verwandeln je nach Anforderung weiße Leinentücher in Frühlings-, Herbst- und Winterszenen im Wald, auf der Wiese oder in Häusern der Tiere. Madlen Krenz bedient bei jedem Auftritt den Laptop mit selbst zusammengeschnittenen musikalischen Untermalungen, das Licht und bei Bedarf die Nebelmaschine. Kerstin Kießlich, die seit drei Jahren Puppenspielerin ist, berichtet, dass sie von Kindern auf der Straße erkannt wird und wie viel ihr dieses Lob bedeutet.