Er habe den Anlegern finanziellen und seelischen Schaden zugefügt, gestand der 43-jährige Kaufmann Ingo G.
Der Mann prellte zum Beispiel die Eheleute S. aus Weißwasser. Das Paar wollte sich den Traum vom eigenen Haus erfüllen. Dafür brauchten die Beiden aber Eigenkapital. Sie schlossen einen Darlehensvertrag über 15 000 Euro mit Ingo G. ab. Das Geld der Eheleute wollte der Angeklagte im Optionshandel rasch vermehren. Und er versprach, für das eingesetzte Kapital persönlich zu haften. An der Börse setzte der gelernte Maurer das Geld in den Sand. Am Ende bekam das Paar nur ganze 500 Euro zurück.
So erging es noch zahlreichen Anlegern in Weißwasser, Hoyerswerda, Spremberg, Eisenhüttenstadt und Berlin. Das Ehepaar G. aus Weißwasser verlor 52 000 Euro, ein anderer 17 000 Euro und ein nächster 10 000 Euro. Letztem waren bis zu 30 Prozent Rendite pro Tag versprochen worden. Etwa 60 Anleger ließen sich von den Versprechungen des Angeklagten blenden. Geködert wurden die Anleger mit Renditen von bis zu 100 Prozent.
Dabei habe der Angeklagte den Eindruck erweckt, die Geldanlage an der Börse sei eine "todsichere Sache", so die Staatsanwaltschaft. Er sei sich aber bewusst gewesen, dass er weder die Rendite noch das Kapital zurückzahlen konnte. Laut Anklage hatte Ingo G. zweimal die eidesstattliche Versicherung abgegeben. Auf die Anleger wirkte der Mann mit dem gepflegten Bürstenhaarschnitt und der goldenen Armbanduhr aber offenbar seriös, sodass einige auch hohe Summen zahlten. Ein Herr aus Hoyerswerda schloss sogar einen Vertrag über 96 000 Euro. Zurück erhielt er lediglich 4000 Euro.
Einer krebskranken Frau aus Hoyerswerda versprach der Angeklagte, sie könne mit einer alternativen Therapie geheilt werden. Dafür kassierte er 2500 Euro Honorar und besorgte ihr Heilmittel. Das Geld wollte er angeblich einem krebskranken Kind in Senftenberg spenden.
Nach der Rechnung der Staatsanwaltschaft richtete der Angeklagte einen Schaden von mehr als 800 000 Euro an. Nicht nur er allein soll die Anleger geprellt haben. Auch seine Lebensgefährtin wird beschuldigt. Sie muss sich in einem späteren Verfahren verantworten.