| 02:40 Uhr

Hoyerswerdaer Katzentierheim bekommt neue Heizkörper

Monteur Jens Kittel schraubt einen der 16 neuen Heizkörper im Gebäude des Katzentierheims an. Die stellvertretende Vereinschefin Antje Hartig freut sich über die Verbesserung im Haus.
Monteur Jens Kittel schraubt einen der 16 neuen Heizkörper im Gebäude des Katzentierheims an. Die stellvertretende Vereinschefin Antje Hartig freut sich über die Verbesserung im Haus. FOTO: Katrin Demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Etwa 180 Katzen leben derzeit im Heim des Vereins Katzenhilfe im Industriegelände in Hoyerswerda. Damit sie bis zu ihrer Abgabe in tierliebe Hände gut betreut werden können, braucht es viele tatkräftige Helfer, Unterstützer und Spender. Katrin Demczenko / dcz1

Seit der vergangenen Woche baut der Meisterbetrieb Bauch aus Bornitz bei Bautzen insgesamt 16 neue Heizkörper im Haupthaus ein. Denn die vor knapp 20 Jahren von der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda gespendeten gebrauchten Heizkörper sind verschlissen, erzählt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Antje Hartig. Finanziert wird diese Baumaßnahme durch Fördergelder des Freistaats Sachsen. Den notwendigen Eigenanteil erbringt der Katzenhilfe e.V. über Spenden. So verbessern sich die Lebensbedingungen in den Büro- und Wirtschaftsräumen für die Mitarbeiter sowie in fünf Räumen für 125 Katzen.

Die Tiere werden an 365 Tagen im Jahr in zwei Schichten von sieben über den Lohnpool des Vereins bezahlten Minijobbern und ehrenamtlichen Helfern aus Hoyerswerda betreut. Diese fleißigen Menschen füttern die Tiere, putzen ihre Aufenthaltsräume sowie den Außenkäfig und zeigen ihnen, dass Zweibeiner vertrauenswürdig sein können, sagte Antje Hartig. Die Schmusetiger stammen oft aus Wohnungsauflösungen, wenn die Besitzer gestorben sind.

Aktuell kommen auch viele Jungtiere ins Heim, die nur geboren werden, weil nicht alle Katzenbesitzer ihre Tiere kastrieren lassen. "Der Eingriff kostet je nach Tierarzt von 80 bis 150 Euro und löst das Nachwuchsproblem dauerhaft", betont die stellvertretende Vereinsvorsitzende. Wer eine Katze halten will, sollte Zeit für ihre Pflege und Geld für Futter, das Katzenklo, andere Utensilien und, wenn nötig, den Tierarzt einkalkulieren. Außerdem lebt das Tier 15 bis 20 Jahre, ist also auf lange Frist ein Hausgenosse. Die eleganten Vierbeiner aus dem Heim werden nur kastriert, geimpft, gechipt und entwurmt weitergegeben.

Der wichtigste Vereinsunterstützer aus Hoyerswerda ist seit 18 Jahren Dr. Siegfried Schmidt. Er spendet mehrmals jährlich einen Pkw-Anhänger voll verschiedener Futtersorten und Waschmittel zum Sauberhalten der Katzenkuscheldecken. Sein Rentnerleben will der Mann aktiv gestalten und hilft deshalb diesem Verein. Dr. Schmidt kocht zum Beispiel Konfitüre aus Früchten seines Gartens und gibt die Gläser an Freunde und Bekannte gegen eine Spende für die Katzenhilfe weiter. Er hat auch schon Rechnungen für den Verein bezahlt, unter anderem zur Wärmedämmung des Daches einer der beiden Baracken über 6500 Euro. Der 82-Jährige setzt sein Geld lieber zum Nutzen anderer ein, weil er es auf dem letzten Weg doch nicht mitnehmen kann, wie er sagt. In zwei Samtpfoten aus dem Heim hat er nach dem Tod seiner Frau wichtige Lebensgefährten gefunden.