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Hoyerswerda
Hoyerswerdaer Verein plant Sonderpostkarten

Ralf Schulz und Werner Beuchel mit ihren Briefmarken und Ersttagsbriefen. Werner Beuchel sammelt vor allem Tiermotive, Ralf Schulz Marken zum Thema Weltraumfahrt. Foto: K. Demczenko
Ralf Schulz und Werner Beuchel mit ihren Briefmarken und Ersttagsbriefen. Werner Beuchel sammelt vor allem Tiermotive, Ralf Schulz Marken zum Thema Weltraumfahrt. Foto: K. Demczenko FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Briefmarkenfreunde bereiten für die 750-Jahrfeier Hoyerswerdas im Jahr 2018 eine Ausstellung vor. Von Katrin Demczenko

Das Briefmarkensammeln ist eine langjährige Freizeitbeschäftigung von Ralf Schulz und Werner Beuchel, die beide dem Briefmarkenfreunde-Verein Hoyerswerda angehören. Während Werner Beuchel 1956 erst als Erwachsener begann, Postwertzeichen vor allem mit Tiermotiven zu sammeln, hatte sich Ralf Schulz, der zu dieser Zeit noch Kind war, schon in die bunten Marken verliebt. „Unter der Bank wurde gekaupelt“, erzählte er. Mit Juri Gagarins Weltraumflug 1961 stand für ihn sein Hauptsammelgebiet fest: Marken zur Weltraumfahrt.

In Hoyerswerda gingen beide Männer zuerst zu den circa 100 Sammlern ins Reichsbahnklubhaus und organisierten Tauschbörsen sowie Ausstellungen mit. 1969 teilte sich die zu groß gewordene Gruppe und die Neustädter Briefmarkenfreunde trafen sich bis in die 1990er-Jahre in der Gaststätte Olympia. „1989 waren wir 189 Mitglieder, aber zur Vereinsgründung nach bundesdeutschem Recht nur noch 20“, erinnert sich Ralf Schulz. Heute pflegen zwölf Sammler im Rentenalter ihr selten gewordenes Hobby im Verein.

Der normale Weg, um DDR-Sondermarken zu bekommen, begann am Postschalter am Erstausgabetag einer Serie mit dem Sammelausweis, berichtet Werner Beuchel. Den Wert einer Briefmarke für Sammler bestimmen nicht nur das Motiv und die Farbigkeit, sondern auch die Druckart, die Vermerke auf dem Rand des Markenbogens und das eventuelle Vorhandensein eines Wasserzeichens. Ralf Schulz erzähle vom Auslandsmarkentausch, der nur im Kulturbund organisierten Sammlern erlaubt war. Er selbst hatte damals Partner in vielen sozialistischen Ländern wie der Sowjetunion, der Mongolei, Polen und Ungarn. Er schickte aber auch Briefmarken in die Bundesrepublik und von dort kam manchmal anstatt Postwertzeichen ein Päckchen oder etwas Westgeld zurück.

Seit 1989 ist für Menschen mit einem volleren Portemonnaie auf Sammlerbörsen wie den „Tagen der Raumfahrt“ in Neubrandenburg natürlich jede Marke zu haben. Es kann sogar jeder Sammler am PC eigene Postwertzeichen anfertigen, sagt Ralf Schulz. Zusammen mit einem Foto und einem Stempel hat er zu seinem Thema Weltraum schon rund 100 Ersttagsbriefe gestaltet.

Einige davon will er mit seinen Vereinskollegen zum 750. Jubiläum der Ersterwähnung von Hoyerswerda im Jahr 2018 ausstellen. Werner Beuchel kündigt Ersttags- und Sonderstempel auf dazugehörenden, künstlerisch gestalteten Sonderpostkarten und -briefumschlägen an, die Hoyerswerdaer Geschichte zeigen. Er will sich beteiligen mit Motiven zu Tieren, die im Hoyerswerdaer Zoo leben oder lebten, zu Prof. Konrad Zuse, zur Domowina und zur Europeada, der Fußballeuropameisterschaft der nationalen Minderheiten, die 2012 in Hoyerswerda stattgefunden hat.

Am Eröffnungstag der Ausstellung wird eine vom Verein gestaltete Sonderbriefmarke mit passendem Ersttagsbrief und Sonderstempel zur 750. Ersterwähnung von Hoyerswerda übergeben und der Briefmarkenfreunde-Verein lädt zur Großtauschbörse ein, sagt Ralf Schulz. Da der Verein 2018 seinen 65. Geburtstag begeht, werden die Mitglieder auch dazu eine Sondermarke mit besonderem Umschlag kreieren.