Ausbleibende Gespräche und fehlende Informationen im Vorfeld ärgerten Bewohner eines Blocks in der Sputnikstraße, die sich in der Stadtratssitzung am Dienstag zu Wort meldeten. Denn in der neuen Liste des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes "Stadtumbaugebiet Hoyerswerda" (SEKO) wurden für den Rückbau konkret die Blöcke in der Sputnikstraße 10-18 und 28-38 sowie die in der Ratzener Straße 25-29 und Lilienthal-Straße 1-7 für die Jahre 2019 und 2020 vorgesehen.

Auf Antrag von Stadtrat Ralph Büchner (Die Linke) wurden diese Blöcke letztlich wieder aus der Fortschreibung gestrichen. Auch um den Beschlüssen des Aufsichtsrates der Wohnungsgesellschaft nicht vorzugreifen. "So haben die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda und wir auch die Möglichkeit mit den Bürgern zu diskutieren, bevor weiter Entscheidungen gefällt werden", erklärte er. Warum ausgerechnet jetzt die Liste bis 2020 aktualisiert wurde, hängt mit Fristen für Fördergelder zusammen. Bis zum 29. Februar müssen die Anträge bei der Sächsischen Aufbaubank auf dem Tisch liegen, wie Bau-Fachbereichsleiter Dietmar Wolf erklärte. Denn für das Förderprogramm "Stadtumbau Ost" können in diesem Jahr aller Voraussicht nach letztmalig Anträge gestellt werden. Im Laufe des Jahres soll das SEKO weiter qualifiziert werden. So wurden die jährlichen Abrisskosten ohne Nennung von konkreten Wohngebäuden nach der Änderung wie folgt für die Jahre 2018 (500 000 Euro), 2019 (rund 980 000 Euro) und 2020 (840 000 Euro) angegeben.

Sanierung des Schlosses

Auch weitere neue Vorhaben sind in die Liste aufgenommen worden, die 35 Punkte erfasst. Dazu zählt unter anderen die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Schlosses. Um das Gebäude wirtschaftlich betreiben zu können, sei als erster Abschnitt die Sanierung der äußeren Hülle mit Fassade und Fenster für 980 000 Euro geplant. Dies soll 2016/17 erfolgen.

Spielplatz weicht Stellflächen

Zusätzliche Parkplätze wiederum sind in der Bonhoefferstraße 1-7 vorgesehen. Dafür soll der Spielplatz weichen, damit Stellflächen für 34 Fahrzeuge entstehen können. Der bisher "wilde" Parkplatz an der Einsteinstraße Richtung Zufahrt Lausitzcenter wird wiederum begrünt. Dies war ursprünglich der Anwohnerparkplatz für den 2001 zurückgebauten Elfgeschosser. Der Grund: der Zustand der Fläche sei schlecht, und ausreichend Parkplätze würden nun durch den Ausbau der Einsteinstraße in der Umgebung vorhanden sein.

Auch der Abriss der ehemaligen Kita "Regenbogen" in der Scharnhorst-Straße ist als neue Maßnahme für 2017 in die Liste aufgenommen worden. Das Objekt wird derzeit vorübergehend als Obdachlosenunterkunft genutzt. Es soll aber ein neues Objekt gefunden werden. Gelder sind außerdem für öffentliche Werkstätten geplant, um Bürger bei der weiteren Erarbeitung der Stadtumbaustrategie einzubinden - auch um die Akzeptanz für Vorhaben zu erhöhen.

Zum Thema:
Das Ziel des Förderprogramms Stadtumbau Ost ist die Unterstützung der Städte und Gemeinden bei der Anpassung an den Bevölkerungsrückgang und die Zunahme des Anteils älterer Menschen in der Gesellschaft. Die Stadt hatte sich mit einem Neuantrag im Jahr 2012 beworben und wurde in die Programmteile "Rückbau von Wohngebäuden", "Aufwertung" und "stadtumbaubedingte Rückführung der städtischen Infrastruktur" aufgenommen. Das städtebauliche Entwicklungskonzept war bislang nur bis 2016 ausgerichtet.Die kürzlich aktualisierte Maßnahmeliste des Konzeptes ist im Internet unter www.lr-online.de/hoyerswerda zu finden.