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| 15:30 Uhr

Hoyerswerda
Hilfe für die Jüngsten

 Alex Möller und Kerstin Höckner bei der Arbeit.
Alex Möller und Kerstin Höckner bei der Arbeit. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Auch einige Kitas in Hoyerswerda geben dank eines geförderten Programms benachteiligten Kindern besonderen Halt. Von Katrin Demczenko

Alle Kinder sollen sich zu starken Persönlichkeiten entwickeln und umfassend vorbereitet in die Grundschule eintreten. Das vom Europäischen Sozialfonds (ESF) seit 2016 geförderte Programm „Kinder stärken – Maßnahmen für Kinder mit besonderen Lern- und Lebenserschwernissen“ unterstützt dieses Anliegen in 143 Einrichtungen in ganz Sachsen mit je einer zusätzlichen pädagogischen Fachkraft, erklärte Axel Möller. Er arbeitet im Rahmen des ESF-Programms in der Kompetenz- und Beratungsstelle (KBS), die unter anderem eine Regionalstelle in Dresden unterhält.

Die Beratungsstelle bietet den zusätzlichen pädagogischen Fachkräften wissenschaftliche Anleitung an. Dazu gehört, „Kinder mit Lern- und Lebenserschwernissen aufgrund sozialer Benachteiligung bei der Überwindung ihrer individuellen Lern-, Leistungs- und Entwicklungsbeeinträchtigungen zu unterstützen“, steht im Flyer der KBS. Eltern werden als Experten ihres Kindes einbezogen und bekommen auf Wunsch Hilfe von Ämtern und Einrichtungen in ihrer Region, sagte Axel Möller. Mit den pädagogischen Fachkräften der Kita wird natürlich ebenfalls intensiv zusammengearbeitet.

Auch drei Kitas aus Hoyerswerda gehören zum Programm, unter anderem die Kita „Nesthäkchen“ vom Diakonie-Sozialwerk Lausitz. Dort kümmert sich Kerstin Höckner als zusätzliche pädagogische Fachkraft um die Kinder, die sie nach Beobachtungen in den Gruppen, nach Gesprächen mit Erziehern und Eltern als förderbedürftig erkennt. Einige Beurteilungskriterien sind die physische und psychische Gesundheit der Jungen und Mädchen und ihre materielle Situation. „Wenn Eltern Probleme haben, das Mittagessen in der Kita zu bezahlen, bieten wir den Bildungsgutschein des Jobcenters an“, sagte Kerstin Höckner. Es interessiert auch, ob die Kleinen Erfahrungen mit der Trennung der Eltern haben. Manche erleben in ihren Familien Strukturlosigkeit, Vernachlässigung oder sogar Gewalt.

Orientiert an den konkreten Problemen erarbeitet die zusätzliche pädagogische Fachkraft spezifische Hilfsangebote für jedes Kind, in die bei Bedarf die Interdisziplinäre Frühförder- und Beratungsstelle der Lebenshilfe, das Jugend- oder Gesundheitsamt einbezogen wird. „Manchmal decke ich mit einem Kind den Tisch, wobei es sich konzentrieren muss beim Zählen und Fragen beantworten“, erzählt Kerstin Höckner von ihren Aktivitäten im Kitaalltag. In Kleingruppenarbeit beim Projekt „Gefühlswelt“ setzen sich die Mädchen und Jungen mit ihrer Unsicherheit oder Wut auseinander und lernen damit umzugehen.