(ang) Mit verschiedenen Plastmodellbausätzen haben es sich Thomas Schäffter und Hubert Lehmann vom Modellbauklub Hoyerswerda in der Brigitte-Reimann-Bibliothek in Hoyerswerda in einer Bastelecke gemütlich gemacht. Vier Modellierplätze, an denen ausprobiert werden kann, wurden eingerichtet. Zum Tag des Modellbaus tritt der Klub wieder einmal in die Öffentlichkeit. „Bundesweit finden etwa 75 Aktivitäten rund um den Modellbau statt. Wir beteiligen uns da natürlich auch“, erklärt der Vereinsvorsitzende Thomas Schäfftner.

Es dauert nicht lange, und drei von vier Plätzen sind besetzt. Eifrig bauen die drei Jungs an ihren Bausätzen, zu denen jeweils die entsprechenden Bauteile und der Bauplan gehören. Der zehnjährige Anton hat sich für einen Boeing Jumbo-Jet entschieden: „Ich finde es spannend, kleine originale Modelle von echten und großen Fahrzeugen zu bauen“, meint der Junge. Der Plastikmodellbau eröffnet eine Vielzahl von Möglichkeiten. Egal ob Jumbo-Jet, Luxusliner oder Formel-1-Rennwagen – man kann verkleinerte Modelle berühmter Vorbilder originalgetreu nachbauen.

Der achtjährige John hat sich für einen Hubschrauber entschieden, den man am Ende zusammenstecken muss. „Für Modellbau-Einsteiger empfehlen wir oft ein Steckmodell statt eines zum Zusammenkleben“, erklärt Schäfftner. Generell rät er in einem Alter von etwa zehn Jahren, in das Hobby des Modellbaus einzusteigen. „Da ist dann schon eine gewisse Ausdauer vorhanden“, meint Schäfftner.

Er erklärt, dass man zum Modellbau vor allem jede Menge an Zeit benötigt. Doch beim Modellbau werden unter anderem auch Feinmotorik, Konzentration und das Feingefühl geschult. Auch der 18-jährige Amadeus ist gekommen, um sich dem Modellbau zu widmen. „Ich baue seit etwa drei Jahren privat an einigen Modellen und sogar an einem Diorama. Das Fazinierende daran ist eigentlich, das man sich die Zeit nimmt und etwas Naturgetreues nachbauen kann“, erzählt er.

Thomas Schäffter und Hubert Lehmann geben den Jungen beim Bauen hilfreiche Tipps. Hubert Lehmann widmet sich bereits seit mehr als 60 Jahren dem Modellbau und ist ein wahrer alter Hase in dem Metier. Derzeit sind zwölf Mitglieder im Alter von 23 bis 82 Jahren im Modellbauclub dabei.

Dem Klub fehlt es wie auch vielen anderen Vereinen aber am Nachwuchs. Gesucht wird nach möglichst jungen Mitstreitern. „Die Suche gestaltet sich jedoch schwierig, da es heutzutage eine Vielzahl an Freizeitangeboten gibt“, erklärt Schäffter. Dennoch versucht es der Klub: Neben dem Modellbau  kann man seinen fertigen Modellen auch mittels Airbrush eine neue Farbe geben. Das Arbeiten mit Spritzpistole und das Besprühen der Modelle  geben einen zusätzlichen Anreiz. Auch könnte zum Beispiel ein Rallye-Auto  in den perönlichen Farben oder mit kreativen Mustern in Szene gesetzt werden.

Von ganzen neuen Trends im Modellbau wie dem 3D-Druck-Modellbau, bei dem man seine Modelle quasi am Computer mittels einer bestimmten Software selbst konzipiert und dann mit einem 3D-Drucker ausdruckt, hat Thomas Schäffter zwar auch schon gehört, aber die Anschaffung ist für den recht kleinen Verein aufgrund der Kostenfrage nicht möglich.

Einfacher ist es, sich mit dem Modellbau thematisch an die Jugend heran zu tasten. „Wir bauen zum Beispiel auch Star-Wars-Modelle aus den Filmen nach“, erklärt Thomas Schäffter. So veranstaltet der Modellbauklub auch in Kooperation mit der Bibliothek am 23. November wieder einen Star-Wars-Reads-Tag, wo nicht nur in Stars-Wars-Büchern gelesen, sondern auch entsprechende Modelle gebaut werden können.