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| 15:35 Uhr

Knappenrode
Von Lapislazuli bis Haifischzähne

 Frank Sauer (l.) begrüßt Blanka und Petr Cerny auf der Lausitzer Mineralienbörse in der Knappenroder Energiefabrik.
Frank Sauer (l.) begrüßt Blanka und Petr Cerny auf der Lausitzer Mineralienbörse in der Knappenroder Energiefabrik. FOTO: Katrin Demczenko
Knappenrode. Glitzernd, selten, farbenfroh: Die Fans von Mineralien haben sich am Wochenende in der Energiefabrik Knappenrode versammelt. Die Veranstalter freuen sich: Sie meldeten „ausgebucht“. Von Katrin Demczenko

Straßenbau im Ort und der Umbau des Hauptgebäudes der Energiefabrik haben keine negativen Auswirkungen auf die 15. Lausitzer Mineralienbörse. „Mit 42 Ausstellern und Händlern ist sie restlos ausgebucht, entgegen dem deutschlandweiten Trend“, sagt Frank Sauer, Vorsitzende der Bezirksgruppe Ostsachsen des Vereins der Freunde für Mineralogie und Geologie (VFMG). Er und seine Mitstreiter organisieren die Veranstaltung jährlich. Einige Teilnehmer haben sich schon für 2020 angemeldet, so Frank Sauer.

Die VFMG-Gruppe reist auch nach Bulgarien oder Namibia, um neues über die Geologie der Erde zu lernen. Schon seit Langem finden Fahrten durch Tschechien, die Slowakei und Ungarn statt, die Petr Cerny aus Prag organisiert. Er beantragt vor allem Sammelgenehmigungen in Bergwerken und Steinbrüchen, was ohne Sprachkenntnisse recht schwierig ist, erzählt Frank Sauer. Auch Cerny ist am Wochenende zu Gast gewesen.

Der Pakistani Zeb Gul war erstmals aus dem hessischen Hadamar gekommen und bot unter anderem blauen Lapislazuli, einfach geschliffen oder zu Schmuck verarbeitet, an. Für nadelspitze Haifischzähne und andere Fossilien begeistert sich Nathalie Dextor aus Weißkollm. „Die sind aus Marokko, wohin der Verein schon gereist ist“, sagte die junge Frau.

Noch Schüler und erst seit einem Jahr Mineraliensammler ist Chris aus Weißig. An einem Stand interessierte ihn ein Fluorit aus China, denn so etwas fehlt ihm noch in seiner Sammlung. Der Elfjährige hat schon selbst Kalk- und Tuffsteine in Bad Schandau gefunden und vor wenigen Tagen am Silbersee ein ihm noch unbekanntes Mineral. Was das ist, wird ihm sicher Peter Hildebrandt sagen, der das Ganztagesangebot an der Oberschule Lohsa leitet. Er bringt oft Steine mit, die die Schüler bestimmen sowie bearbeiten dürfen und führt auch die Arbeitsgemeinschaft Mineralogie Hoyerswerdaer Natz durch, ergänzte Grit Soisch, die Mutter des Jungen. Sie fährt mit Chris zur Lausitzer Mineralienbörse und anderen einschlägigen Veranstaltungen, um ihn bei der Ausübung seines sinnvollen Hobbys zu unterstützen.