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Hoyerswerda verliert weiterhin Einwohner – aber längst nicht mehr so viele

In der Brille spiegelt sich der Elfgeschosser in der Bonhoefferstraße. In dem sanierten Block befindet sich auch das Zuse-Computermuseum.
In der Brille spiegelt sich der Elfgeschosser in der Bonhoefferstraße. In dem sanierten Block befindet sich auch das Zuse-Computermuseum. FOTO: S.Klein
Hoyerswerda. Das Gute zuerst: Es ist auch in den kommenden 50 Jahren nicht davon auszugehen, dass Hoyerswerda ausstirbt. Zu 99,9 Prozent auch danach nicht. Sascha Klein

Was die Statistik trotzdem sagt: Die Einwohnerzahlen in der Stadt gehen weiter zurück, aber lange nicht mehr so stark wie in einigen Jahren zuvor. Die blanke Zahl: Zum 30. Juni haben immer noch 33 522 Menschen einen Stempel der Stadt Hoyerswerda in ihrem Ausweis gehabt: Hauptwohnsitz Hoyerswerda. Das sind 613 weniger als im Juni 2016. Das Geheimnis: Es gibt viel mehr Sterbefälle als Geburten. Das bedeutet: Es kommen immer weniger Hoyerswerdsche nach. Im zweiten Quartal 2017 hat es in Hoyerswerda 73 neue Erdenbürger gegeben, die auch in der Stadt leben. Dagegen stehen 200 Todesfälle. Der Saldo ergibt ein Minus von 127.

Doch es gibt auch Hoffnung, beim Zuzug zum Beispiel. Es wird immer geunkt, es kommt keiner nach Hoyerswerda. Aber doch: Im zweiten Quartal hat es 510 Zuzüge gegeben. Die Kehrseite der Medaille: In der gleichen Zeit sind auch 511 Personen weggezogen. Wie gewonnen, so zerronnen.

Immerhin in den Ortsteilen ist soweit alles in Ordnung. Die Statistik sagt: Seit etlicher Zeit sind die Einwohnerzahlen dort stabil. Wer im Dorf wohnt, der bleibt anscheinend. Immer wieder kommen auch neue Dorfbewohner dazu - wie in Schwarzkollm: ein Plus von fünf Einwohnern im Vergleich zum Vorjahr (insgesamt 793). Auch Zeißig kann ein Mini-Plus von vier Einwohnern im Vergleich zum Juni 2016 verbuchen. Gewinner ist dabei jedoch Dörgenhausen: plus zwölf Einwohner im vergangenen Jahr. Dagegen haben Bröthen/Michalken und Knappenrode Einwohner verloren.

Zum Vergleich: Zum Ende des Jahres 2000 lag Hoyerswerda noch knapp über der 50 000-Einwohner-Marke. Das könnte die Stadt zurzeit selbst dann nicht erreichen, wenn sie den einen oder anderen Nachbarn eingemeinden würde.

Eine Zahl, die vielleicht nachdenklich stimmt: Hoyerswerda hat laut Statistik der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen 78 niedergelassene Ärzte in der Stadt, davon sind 23 Haus- und sieben Augenärzte. Aber: Die Hausärzte sind im Durchschnitt 56,2 Jahre alt, die Augenärzte 52,1. Es ist also abzusehen, wie lange sie noch praktizieren. Denn wenn Hoyerswerda nicht ausstirbt - was gut ist - dann sollten mittelfristig auch genügend Ärzte vor Ort sein.

Zum Thema:
33 522 Menschen leben in Hoyerswerda (Stand: 30. Juni 2017)16 153 von ihnen sind Männer.17 369 von ihnen sind Frauen. Es leben also 1266 mehr Frauen als Männer in der Stadt.1152 von ihnen sind Ausländer. Das sind 3,44 Prozent aller Einwohner.1376 Einwohner leben derzeit in Bröthen/Michalken. Das ist der Ortsteil mit der meisten Bevölkerung in der gesamten Stadt. Jedoch hat Bröthen/Michalken im Vergleich zum Vorjahr 30 Einwohner (damals 1406) verloren.910 Einwohner leben derzeit in Zeißig. Das sind vier mehr als vor einem Jahr.793 Menschen wohnen in Schwarzkollm - fünf mehr als vor einem Jahr.691 Menschen leben in Dörgenhausen - zwölf mehr als im Juni 2016. Damit ist Dörgenhausen jetzt nicht mehr der einwohnerschwächste Ortsteil.684 Menschen leben zurzeit in Knappenrode - elf weniger als im Juni 2016. Damit ist Knappenrode der Ortsteil mit den wenigsten Einwohnern.