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Hoyerswerda trauert um Christa Wolf

Hoyerswerda. Der Hoyerswerdaer Kunstverein trauert um die Autorin Christa Wolf. „Die Nachricht vom Tod der Schriftstellerin traf uns unerwartet“, erklärte Vereinsmitglied Martin Schmidt gegenüber der RUNDSCHAU. amh

Mehr als vierzig Jahre habe die Autorin den Kunstverein im Dialog begleitet. Aber „ihre Bücher erinnern uns weiterhin an gemeinsames Nachdenken“, schreibt Schmidt in einem Nachruf. „Vielfach las sie uns aus ihren Manuskripten vor.“

Das direkte Gespräch zwischen Christa Wolf und dem Kunstverein habe mit der Erzählung „Nachdenken über Christa T.“ im Jahr 1968 begonnen. Jahr für Jahr sei sie daraufhin Gast bei den Sachsen gewesen. „. . . and passing speak to each other . . . wollen wir das weiter so halten . . .“ schrieb sie laut Schmidt 1972 ins Gästebuch. Dem Versprechen sei sie bis zu ihrem Tod am Donnerstag treu geblieben.

„Uns waren ihre Bücher vertraut, sie nahm an unserem Leben, an der Arbeit im Betrieb, am Wachsen der Stadt teil“, erklärt Martin Schmidt. Ob in Hoyerswerda, Kleinmachnow oder Berlin – stets hätte sich um sie eine große Schar ihrer Bewunderer und Leser aus der Stadt gesammelt. Schmidt: „Wir bewunderten, wie sie von einfachen Fragen zu den großen Themen unserer Zeit kam und doch niemals jemanden belehrte.“

Er habe Christa Wolf als Suchende, als Frau, die erkennen, die verstehen wollte, erlebt. Eine Frau, „die zweifelte und dennoch immer wieder ein Bild vom Miteinander gestaltete, in ihre Bücher schuf, zum Nachdenken herausforderte.“

Der Kunstverein will mit den Büchern der Autorin und ihren Briefen die Botschaft vom Dialog miteinander weitertragen. „Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?“ schließt Martin Schmidt den Nachruf mit Worten von Christa T.

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Zum ThemaDer Kunstverein Hoyerswerda hat sich Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts gegründet. Mehr Informationen unter www.kunstverein-hoyerswerda.de.