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| 02:53 Uhr

Hoyerswerda tanzt und malt für mehr Toleranz

Thema des Stücks der FAW: Hoyerswerda ist nicht langweilig!
Thema des Stücks der FAW: Hoyerswerda ist nicht langweilig! FOTO: ajk1
Hoyerswerda. Bei dem bundesweiten Aktionstag "Tag und Nacht für Toleranz" haben am Dienstag Vereine und Schüler mit 15 unterschiedlichen Veranstaltungen in Hoyerswerda Farbe bekannt. Vom Theater und Film bis zur Diskussion war alles vertreten. Anne Jurk und Lydia Mayer /

In der Kinder- und Jugendfarm des Christlichen Sozialen Bildungswerkes (CSB) diskutierten Schüler des Johanneums mit Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU), Superintendent Heinrich Koch vom Evangelischen Kirchenkreis, Stadtrat Frank Hirche (CDU) und CSB-Chef Peter Neunert darüber, was Toleranz eigentlich bedeutet. Mit Blick darauf, dass tolerieren bedeutet, etwas zu dulden, betonte Koch: "Toleranz bedeutet nicht ‚scheißegal'" Demnach ist Dulden nur der erste Schritt, dem eine Annäherung zwischen Menschen verschiedener Religionen oder Kulturen folgen sollte. Am Ende stehe vielleicht gegenseitiger Respekt. Einen Vorschlag, wie das gehen könnte, hat die 16-Jährige Franziska vom Johanneum: "Man müsste einfach mehr miteinander reden." Ihre Mitschülerin Sophie, die sorbische Wurzeln hat, sagt: "Man sollte jeden Menschen so nehmen, wie er ist." CSB-Mitarbeiterin Raphaela Lehmann näherte sich dem Thema Toleranz kulinarisch. Sie zauberte für die Gäste ein türkisches, ein italienisches und ein griechisches Gericht, um zu zeigen, wie vielfältig die Welt schmeckt. Auch die Teilnehmer des Theaterprojektes der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) zeigten im Jugendclubhaus "Ossi", dass Hoyerswerda aus mehr besteht, als grauen Blöcken und Einheitsbrei. "Toleranz wird bei uns sehr groß geschrieben", sagt Hauptdarsteller Julian (16). "Es kommt auf den Charakter an, und nichts anderes."

Die Schüler der Mittelschule "Am Planetarium" setzten auf eine andere Weise ein Zeichen. Sie verschönerten ihren Schulhof mit Piktogrammen, Bildern und Symbolen, die ein Thema haben: Toleranz und faires Miteinander.

"Ich finde es fantastisch zu sehen, wie sich die jungen Leute engagieren, für ein Thema, was uns alle angeht", so Helga Nickich, Vorsitzende der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Demokratie und Lebensperspektive (RAA). "Hoyerswerda setzt allein schon dadurch ein Zeichen, dass 15 der 20 Aktionen im Landkreis hier stattfinden."

Zum Thema:
Die Beleuchtungsaktion am Zuse-Hochhaus, eine Idee der Kulturfabrik, wurde nur in reduzierter Form gezeigt. Ursprünglich sollte das Wort "Mensch" und der Satz "Toleranz überwindet Grenzen" in Zusammenhang mit Worten wie "Hippie", "Jude", "Pole", "Täter" und "Skinhead" gezeigt werden. Stattdessen glitten nur "Ich", "Du", "Er", "Sie", "Es""Ihr", "Wir" und der Schlusssatz über die Fassade. "Die gekürzte Form ist übersichtlicher. Zudem war die andere Variante in der kurzen Zeit nicht technisch umsetzbar", so Petra Scholz, Sprecherin der Wohnungsgesellschaft. Pfarrer Jörg Michel sah darin eine "zensierte" Fassung und bat Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) seinen Einfluss gegenüber der städtischen Firma geltend zu machen.

Die 9. Klassen der 3. Mittelschule Hoyerswerda waren begeistert bei der Sache.
Die 9. Klassen der 3. Mittelschule Hoyerswerda waren begeistert bei der Sache. FOTO: ajk1
Vertreter der Kirche und Stadt diskutierten mit Schülern über Toleranz.
Vertreter der Kirche und Stadt diskutierten mit Schülern über Toleranz. FOTO: lmr
Kulinarisch durch die Welt mit türkischer Linsensuppe und griechischem Limetteneis
Kulinarisch durch die Welt mit türkischer Linsensuppe und griechischem Limetteneis FOTO: lmr