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| 10:17 Uhr

Hoyerswerda
Sheremous hat den Bundespräsidenten als Paten

 Isabell Ihbe (28) hat am 19. Oktober 2018 ihr siebentes Kind zur Welt gebracht – den kleinen Sheremous Qanbar. Vater Rudi Qanbar (25) hat den Filius auf dem Arm. Hoyerswerdas OB Stefan Skora hat gratuliert.
Isabell Ihbe (28) hat am 19. Oktober 2018 ihr siebentes Kind zur Welt gebracht – den kleinen Sheremous Qanbar. Vater Rudi Qanbar (25) hat den Filius auf dem Arm. Hoyerswerdas OB Stefan Skora hat gratuliert. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Beim siebten Kind gibt es einen berühmten Paten: den Bundespräsident. In Hoyerswerda hat kürzlich der kleine Sheremous diese Patenschaft erhalten. Für seine Mutter Isabell ist er der siebte Sprössling. Von Sascha Klein

Mittags, 13 Uhr: Zeit zum Mittagsschlaf. Auch der kleine Sheremous hält sich daran. Der fünfeinhalb Monate alte Junge schlummert in seinem Kinderwagen hinter Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora. Weshalb der junge Hoyerswerdaer im Rathaus ist? Er bekommt an diesem Tag einen berühmten Patenonkel: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Den kennt der kleine Sheremous nicht – ist aber auch nicht schlimm.

Der Sohn von Isabell Ihbe (28) und Rudi Qanbar (25) scheint den Termin zu verschlafen. Bundespräsident Steinmeier übernimmt die Patenschaft, weil seine Mutter mit ihm zum siebenten Mal ein Kind auf die Welt gebracht hat. OB Skora übernimmt in Abwesenheit des Staatsoberhaupts die Ehrung. Und da, fast ist das Stadtoberhaupt fertig, wacht der junge Mann doch noch auf. Schick angezogen ist er – und mit Fliege zum feierlichen Anlass. Die Übernahme der Patenschaft hat auch noch einen finanziellen Anreiz: Der Bund spendiert 500 Euro für die Eltern. Und auch die Stadt Hoyerswerda hat ein Geschenk parat: viele Bausteine und eine Feuerwehr – quasi eine Investition in die Zukunft des Kindes.

Sheremous’ Eltern haben sich bereits im Jahr 2017 über das Internet kennengelernt. Es hat nicht lange gedauert, da hat es zwischen der Hoyerswerdaerin und dem gebürtigen Syrer, der seit dem Jahr 2016 in Deutschland lebt, gefunkt. Das Ergebnis: Am 19. Oktober 2018 ist ihr Sohn Sheremous in Hoyerswerda zur Welt gekommen und verzückt schon jetzt mit seinem Strahlen. Familienvater Rudi arbeitet als Schichtarbeiter bei Maja Möbel im benachbarten Wittichenau, Mutter Isabell ist aktuell in Elternzeit.

Die Familie lebt mit zwei weiteren Kindern (3 und 2) im Wohnkomplex IX. Die anderen Kinder von Isabell Ihbe leben nicht dauerhaft bei ihrer Mutter. Der größte Wunsch der jetzt fünfköpfigen Familie: eine neue Wohnung. Ihre jetzige sei mit drei kleinen Kindern nicht ideal, sagt die siebenfache Mutter, zumal sie jetzt mehrere Stockwerke überwinden müssen, um hoch und wieder hinunter zu kommen.

Jeder mit kleinen Kindern weiß: Viele Treppen steigen zu müssen, ist ein Kraftakt. „Wir hätten gerne eine Vier-Raum-Wohnung weiter unten“, sagt Isabell Ihbe. Schließlich dauert es noch etliche Monate, bis Sheremous Treppen bewältigen kann.