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| 20:57 Uhr

Aktion „film.land.sachsen“
Festival-Kino unterm Apfelbaum

 In Hoyerswerda wurde am Freitag das neue Projekt „film.land.sachsen“ mit Freilichtkino-Vorstellungen im Fließhof eröffnet.
In Hoyerswerda wurde am Freitag das neue Projekt „film.land.sachsen“ mit Freilichtkino-Vorstellungen im Fließhof eröffnet. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Auch außerhalb der Großstädte soll es künftig möglich sein, die Filme des sächsischen Filmfestivals zu sehen: an alternativen Orten und unterstützt mit einer Förderung. Von Katrin Demczenko

Kino unterm Apfelbaum, in Bibliotheken oder anderen geeigneten Gemeinschaftsräumen – ein am Freitag in Hoyerswerda eröffnetes Projekt „film.land.sachsen“ soll genau dies ermöglichen: Auch außerhalb sächsischer Großstädte soll die Kino- und Filmkultur lebendig sein.

Gezeigt werden ab sofort inhaltlich anspruchsvolle Produktionen, die jährlich auf den fünf sächsischen Filmfestivals vorgestellt werden und bisher danach nur sehr selten auch in kleinen Städten oder Gemeinden ihr Publikum fanden. „Die Filme der Festivals sollen allen Bürgern zugänglich werden, die an Filmkultur Interesse haben“, sagt Uwe Gaul, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Das Projekt wird 2019 mit 70 000 Euro und 2020 mit über 100 000 Euro unterstützt, was ein kleiner, aber wichtiger Teil der kulturellen Filmförderung des Freistaates Sachsen ist.

Das Projekt „film.land.sachsen“ will langfristig das gemeinsame Vorführen von Filmen und die dabei entstehende kulturelle Kommunikation stärken, sagte Uwe Gaul. Zu den Veranstaltungen können die Filmemacher als Gesprächspartner eingeladen werden, aber auch Formate wie das Sieben-Minuten-Filmfest der Kulturfabrik Hoyerswerda, wo von Bürgern selbst produzierte Kurzfilme gezeigt werden, sind förderwürdig. Wer in seiner Region an alternativen Orten Festivalfilme öffentlich zeigen will, kann sich auf der neuen Internetseite www.filmlandsachsen.de informieren, die die Projektleiterin des Filmverbandes Sachsen e.V., Annemarie Renker, am Freitag in Hoyerswerda vorgestellt hat. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Interessenten.

Der Vorstandsvorsitzende vom Filmverband Sachsen, Joachim Günther, lobt die in der Kufa ansässige Medienwerkstatt mit der Begründung: „Hier wird Filmkultur von unten getragen.“ Menschen werden an Filmkunst heranführt und aktiviert, eigene Projekte umzusetzen. Das Projekt „film.land.sachsen“ will solche Kulturakteure stärken und will sie mit Institutionen der Filmkultur vernetzen, so Joachim Günther.

Der Oberbürgermeister von Hoyerswerda, Stefan Skora, findet wichtig, dass Menschen miteinander Filme schauen und darüber sprechen. Am gut besuchten Auftaktabend des Projektes „film.land.sachsen“ am Freitag in der Sommerlounge am Fließhof funktionierte das, weil das hiesige Publikum solche Angebote schon kennt. Im Sommer und dem kommenden Herbst werden aktuelle Trickfilme und ehemalige vom Defa-Studio Dresden gedrehte Kurzfilme gezeigt. Einer davon ist „Hans im Pech“, mit dem die Filmemacherin Rena Dumont das Neiße-Film-Festival 2019 gewonnen hat. Weitere Lausitzer Spielorte werden Kamenz, Weißwasser, Boxberg und Bautzen sein.

Kufa-Geschäftsführer Uwe Proksch sagt, dass seine Einrichtung aktuell rund 280 Filme im Jahr im Blow Up-, im Schulkino und im Sommerkino im Schlosshof zeigt. Zu dieser Summe zählen auch Filme zum Auftakt von Gesprächsrunden. Mit der neuen Förderung werde es nun möglich, Preisträgerfilme sächsischer Festivals nach Hoyerwerda zu holen.

Dass die Stadt heute noch ein großes Kino hat, sei schon eine Besonderheit, die viele andere Städte nicht mehr für sich beanspruchen können. Mitglieder des sorbisch-deutschen Netzwerkes Lausitzer Filmschaffender erarbeiten jährlich Streifen für die sächsischen Festivals und wollen vor allem den sorbischen Kurzfilm zu einem eigenen Genre weiterentwickeln. Das erklärte einer der Sprecher des Netzwerkes, Erik Schiesko.