ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:57 Uhr

Gemeinsames Projekt in Hoyerswerda
Schüler gestalten Ausstellung im Computermuseum

 Schüler des Foucault-Gymnasiums Hoyerswerda gestalten die Dauerausstellung im Zuse-Computermuseum in Hoyerswerda (ZCOM) mit. Nele, Evi, Lea und Mark zeigen ihr Kunstprojekt, den „gläsernen Menschen“.
Schüler des Foucault-Gymnasiums Hoyerswerda gestalten die Dauerausstellung im Zuse-Computermuseum in Hoyerswerda (ZCOM) mit. Nele, Evi, Lea und Mark zeigen ihr Kunstprojekt, den „gläsernen Menschen“. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Das deutsch-tschechische Projekt hat sich in Hoyerswerda jetzt dem Thema Speicherung gewidmet Von Katrin Demczenko

Weiterhin gestalten sie die Dauerausstellung im Zuse-Computermuseum (ZCom) in der Hoyerswerdaer Neustadt mit: Neuntklässler des Foucault-Gymnasiums Hoyerswerda und Auszubildende am ESOZ Chomutov in Tschechien. Kürzlich sprachen Foucault-Gymnasiasten auch im Namen ihrer tschechischen Partner über gemeinsame Ideen für den Abschnitt Memory. Im Schuljahr 2019/20 vollendet die Gestaltung des Abschnitts In-/Output das EU-Projekt „Konrad Zuse schaut über die Grenzen“, erklärte der stellvertretende Museumsleiter Marcus Matics. Es wird finanziert über das Kooperationsprogramm der Europäischen Union zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Tschechien. Im Schuljahr 2017/18 entstand bereits der Abschnitt Processing Unit.

Jetzt geht es um das Speichern: Memory heißt die Speichereinheit jedes Rechners, die all seine Daten sammelt. Sie ist vergleichbar mit dem menschlichen Gedächtnis, das auch Erinnerungen aufbewahrt, sagt Schüler Laurin in einem selbstgeschriebenen Gedicht. Wie und worauf aber Daten gespeichert wurden und werden, zeigen die Jugendlichen in ihrem Teil der Dauerausstellung, sagt Marcus Matics. Vier Gruppen aus deutschen und tschechischen Schülern machten sich zuerst bei einem Treffen in Chomutov und dann per Videochat Gedanken über den noch leeren Ausstellungsraum, ergänzt der Projektverantwortliche des Museums, Zdenek Dytrt.

Eine Foucault-Gymnasiastin erklärt, sie und ihre Mitstreiter haben unter Anleitung von Museumsmitarbeitern die Konzeption erstellt. Gezeigt wird die Entwicklung der Speichermedien und die sich wandelnden Möglichkeiten ihrer Verarbeitung seit 1890. Zuerst nahm jede Lochkarte aus Pappe 80 Byte auf, später folgten Magnetplattenspeicher, Tonbänder, CDs und heute 500 GB Festplatten sowie das Speichern in der Cloud. Die Gefahr des Datenmissbrauchs wird eine Puppe mit Mikrofon und Sender im Bauch illustrieren, die jedes gesprochene Wort aufzeichnet und an den Hersteller weiterleitet, ergänzt Marcus Matics.

Alia erzählt, ihre Gruppe hat Texte zu allen Abschnitten der Dauerausstellung und Einzelobjekten wie den Lochkartenverarbeitungsmaschinen geschrieben. Die wichtigsten werden auf Deutsch und Tschechisch zu lesen sein.

Die Gruppe Digitale Kunst schuf eine lebensgroße Puppe aus durchsichtiger Plastikfolie mit offenem Kopf, um ein Nachdenken über Datenmissbrauch und Datenschutz anzuregen, sagt Gymnasiastin Nele. Die Ausstellungsbesucher sollen an einem 3D-Drucker ein Icon nach ihrer individuellen Stimmungslage ausdrucken und können dieses in den „gläsernen Menschen“ einwerfen. „Das Projekt hat uns viel Verantwortung übergeben“, stellte Schülerin Evi fest. Schließlich arbeiten sie für eine Dauerausstellung.