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| 17:49 Uhr

Hoyerswerda
Hoyerswerda schrumpft: Dabei boomt der Zuzug

Die Orange Box an der Bonhoeffer-Straße: Das Gebäude sollte den Wandel Hoyerswerdas zeigen. Meist herrscht im Würfel jedoch gähnende Leere. Das soll sich bald jedoch ändern.
Die Orange Box an der Bonhoeffer-Straße: Das Gebäude sollte den Wandel Hoyerswerdas zeigen. Meist herrscht im Würfel jedoch gähnende Leere. Das soll sich bald jedoch ändern. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. Mehr Menschen kommen in die Stadt als wegziehen. Das Problem ist: Es werden zu wenig Kinder geboren. Von Sascha Klein

33 492, 33 439,  33 435: Langsam tickert die Einwohnerzahl Hoyerswerdas Monat für Monat nach unten. Dies sind die Zahlen für die Monate Januar, Februar und März 2018. Das ist eigenartig, denn irgendwie lässt einen der Eindruck nicht los, dass Hoyerswerda an manchen Ecken richtig boomt. Wie im Rand-WK X – in der Dürerstraße, wo seit rund zwei Jahren fast ein neuer (Eigenheim)-Wohnkomplex aus der Erde geschossen ist. Oder an der Kolpingstraße, wo jetzt das erste Haus des neuen Wohngebiets stolz an der Straße steht. Übrigens der Bau eines Fertigteilhausanbieters: Hoyerswerda bleibt sich treu.

Und doch ist es Realität, dass die Einwohnerzahlen nicht die gleiche Sprache sprechen wie der scheinbare Bau-Boom. Wobei: Zuletzt pulverisiert der Zuzug laut Daten der Stadtverwaltung Hoyerswerda sogar den Wegzug. Beweise gefällig? Bitteschön. Januar 2018: 106 Zuzüge, 79 Wegzüge – ein Plus von 27. Besser ist sogar der März 2018: 122 Zuzüge bei 69 Wegzügen – ein Plus von 53. Eigentlich könnte alles in bester Ordnung sein. Wäre da nur nicht die Statistik von Geburten und Sterbefällen. Das reißt die Statistik immer wieder ins Minus und lässt die Bevölkerungszahl langsam in Richtung 33 000 tickern. Die nackte Wahrheit: In Hoyerswerda haben in den ersten drei Monaten 45 Kinder das Licht der Welt erblickt, die auch in der Stadt gemeldet sind. Auf der anderen Seite sind jedoch 165 Menschen aus dem Leben geschieden.

Der Blick auf die Jahresstatistik 2017 zeigt das gesamte Problem: Nur noch rund 28 Prozent der Hoyerswerdaer Bevölkerung ist zwischen 18 und 50 Jahren alt – also die Altersgruppen, die in der Regel dafür zuständig sind, dass sich früher oder später Nachwuchs einstellt. Wer allein die 18- bis 30-Jährigen als potenzielle Eltern heranziehen will, muss feststellen: Das sind nur gut acht Prozent der Einwohnerschaft. Die müssten also im Durchschnitt drei bis fünf Kinder haben, um die Statistik irgendwie auszugleichen. Und das würde selbst dann nicht klappen, wenn Deutschland in diesem Juli die Fußball-WM gewinnt.