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| 16:44 Uhr

Hoyerswerda
Bürgerhaushalt 2019: Die Sieger stehen fest

 Hoyerswerda: Bürgerhaushalt 2019, Ergebnis: Kernstadt Hoyerswerda
Hoyerswerda: Bürgerhaushalt 2019, Ergebnis: Kernstadt Hoyerswerda FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Jetzt ist klar, was die Bürger wollen: Der erste Bürgerhaushalt in Hoyerswerda geht auf die Zielgerade – mit einigen Diskussionen. Von Sascha Klein

Am Ende hat es beim Premieren-Bürgerhaushalt 2019 einen ganz klaren Sieger gegeben. Mit weitem Abstand hat sich das Projekt mit der Nummer 22 durchgesetzt. Auf dem Dorfplatz in Kühnicht wird laut Willen der Bürger ein Wetterschutz-Unterstand für die historische Dreschmaschine und auch für Spaziergänger und Radtouristen gebaut. 900 Stimmen hat diese Idee erhalten – mehr als 600 mehr als Rang zwei. Das heißt: Die Initiatoren in Kühnicht haben offenbar alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Nachbarn, Freunde und Familie zum Abstimmen zu animieren. Das Projekt soll rund 8000 Euro kosten und gehört damit zu den günstigeren.

Insgesamt 100 000 Euro stehen beim Bürgerhaushalt 2019 für Alt- und Neustadt zur Verfügung. Sieben Projekte haben es auf die finale Liste geschafft (siehe Infokasten). Das mit Abstand teuerste Projekt – mit 254 Stimmen allerdings weit nach vorne gewählt – ist der Anstrich der Fassade des Feuerwehrgerätehauses in der Altstadt. 40 000 Euro sind dafür veranlagt.

Durch die Wahl haben es sieben Projekte aus Alt- und Neustadt auf die finale Projektliste geschafft. Sie sollen umgesetzt werden. Dann wären rund 91 000 Euro verplant. Die Steuergruppe will bewusst einen Puffer lassen, falls die Erst- bis Siebtplatzierten teurer werden. Optional würde Rang acht – eine eingezäunte Hundefreilauffläche – hinzukommen, wenn die anderen Projekte günstiger werden.

Diskussionspotenzial gibt es auch in den Ortsteilen – wie in Knappenrode. Dort ist der Sieger deutlich: Im Bürgerhaus soll am Saal eine Teilküche mit Gastrospüler, Großspüle und den dazu passenden Medienanschlüssen entstehen. Das Problem: die Kosten. Knappenrode nutzt sein Budget (8000 Euro für 2019 und 4000 Euro für 2020) nicht nur für 2019, sondern gleich für 2020 mit. So ist das in der Abstimmung auch verzeichnet. Das heißt: Alle Knappenroder können beim Bürgerhaushalt im kommenden Jahr zwar mitwählen, aber für den Ortsteil gibt es nichts zu wählen.

Diskussionen gibt es auch in Bröthen/Michalken. Die Nummer eins der Wähler (137 Stimmen) ist das Aufstellen von Tischen, Bänken und Papierkörben auf dem Spielplatz und am Standbereich des Bröthener Sees. Die Verwaltung hat die Kosten allerdings mit 12 000 Euro angegeben. Das heißt: Auch Bröthen/Michalken hätte den Topf für 2019 und 2020 ausgeschöpft. Ortschaftsrat Jens Wackermann schreitet ein. Er schlägt vor, die Summe für die Sitzmöbel deutlich zu senken und dafür Vorschlag Nummer zwei (134 Stimmen), neue Bänke und Spielgeräte für den Spielplatz Michalken, mit ins Programm zu nehmen. Dafür erhält er eine Absage. Steuergruppen-Mitglied und Rathaus-Fachbereichsleiterin Beate Gröger sagt: Das Geld, das nicht ausgegeben wird, bleibt dem Ortsteil fürs Jahr 2020. Dort könnte der Spielplatz Michalken erneut ein Thema werden.

Knifflig ist es auch in Dörgenhausen: Platz eins und zwei sind klar – ein Schwibbogen mit Dörgenhausen-Motiv für den Ortskern (70 Stimmen) und Erneuerung des Brunnens mit Schwengelpumpe an der Bockwindmühle (48 Stimmen). Dahinter wird es eng: Denn es gibt mit je 45 Stimmen zwei dritte Plätze: Aufarbeitung zweier Granitwegweiser und Errichtung von LED-Lichtmaster am Festgelände. Das Problem: Für alle vier Projekte reichen die 8000 Euro nicht aus. Also schlägt die Steuergruppe auch in diesem Fall vor, auf das Budget des Jahres 2020 vorzugreifen. Dieser Fall ist jedoch noch nicht abschließend entschieden.

Das letzte Wort über diese Projektliste hat jedoch der Stadtrat Hoyerswerda am Dienstag, 30. April.