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| 15:10 Uhr

Kommunalwahl 2019
Kommunalpolitik: Frauen in der Unterzahl

 Am 26. Mai 2019 werden im Rahmen der Kommunalwahl in Sachsen neben Stadt- und Gemeinderäten auch der Kreistag und die Ortschaftsräte gewählt. Parallel findet auch die Europawahl statt.
Am 26. Mai 2019 werden im Rahmen der Kommunalwahl in Sachsen neben Stadt- und Gemeinderäten auch der Kreistag und die Ortschaftsräte gewählt. Parallel findet auch die Europawahl statt. FOTO: LR / Janetzko, Katrin
Hoyerswerda. Kommunalpolitik ist auch in und um Hoyerswerda Männersache. Nur etwa jeden fünften Sitz besetzt eine Frau. Ob das nach der Kommunalwahl am 26. Mai so bleibt? Von Sascha Klein

Im Landkreis Bautzen gibt es mehr Frauen als Männer. Laut Statistischem Landesamt haben Ende September 2018 dort insgesamt 301 425 Menschen gelebt. 152 650 sind Frauen, 148 775 Männer. In den Stadt- und Gemeinderäten im Norden des Landkreises spiegelt sich dieses Verhältnis allerdings nicht wieder.

Denn: In den Kommunalvertretungen zwischen Spreetal und Bernsdorf gibt es einen deutlichen Männerüberhang. Ein Beispiel: Hoyerswerda. Dort gibt es 30 Stadträte*. Davon sind gerade fünf Frauen. Frauen-Quote: 16,6 Prozent.

In den meisten anderen Kommunalvertretungen sieht es ähnlich aus: Lohsa – vier Frauen bei 22 Gemeinderäten (18,1 Prozent), Wittichenau – drei Frauen bei 16 Stadtrats-Sitzen (18,75 Prozent), Spreetal – drei Frauen bei 14 Gemeinderäten (21,4 Prozent). Positiv sticht bei dieser Statistik der Stadtrat in Lauta heraus. Dort sind von den 17 Stadträten fünf Frauen (29,4 Prozent). Vier der fünf Damen sind sogar in einer Fraktion: bei den Freien Wählern Lauta. Die Negativ-Beispiele sind in der Elsterheide und Bernsdorf zu finden. In der Elsterheide ist Tanja Zippack aus Bluno die einzige Frau im Gemeinderat (16 Sitze / Frauenanteil: 6,25 Prozent). Auch in Bernsdorf ist mit Dr. Konstanze Höhne nur eine Frau im Stadtrat vertreten (18 Sitze / Frauenanteil: 5,55 Prozent). Gesamtbilanz: Sieben Kommunalvertretungen – 133 Stadt- und Gemeinderäte. Davon sind nur 22 Frauen (16,5 Prozent).

Der Trend scheint sich fortzusetzen: Beim Blick auf die Kandidatenlisten der Städte und Gemeinden in der Region zeigt sich: Auch im Jahr 2019 haben die Parteien und Wählervereinigungen großenteils Männer aufgestellt.

Beispiel Hoyerswerda: 90 Personen ringen um die 30 Sitze im Stadtrat. Nur 16 von ihnen sind Frauen (17,7 Prozent). CDU (13 Kandidaten) und Linke (16 Kandidaten) schicken jeweils vier Frauen ins Rennen. Bei der SPD (15 Kandidaten) und Aktives Hoyerswerda (zehn Kandidaten) sind es jeweils drei Frauen. AfD (16 Kandidaten) und Bündnis-Grüne (sieben Kandidaten) haben je eine Frau auf ihrer Liste. Bei der Vereinigung Freie Wähler/Stadtzukunft bleiben die Männer definitiv unter sich (13 Kandidaten – keine Frau).

In den anderen Kommunen sieht die Situation ähnlich aus. In Bernsdorf sind 16 Prozent der Kandidaten Frauen, in Lohsa 16,6 Prozent, in Wittichenau 18,3 Prozent und in der Elsterheide 20,6 Prozent. Es gibt zwei Ausreißer: Lauta und Spreetal. In Lauta kandidieren 51 Personen (16 Frauen / 31,3 Prozent). Davon stehen allein sechs auf der Liste der Freien Wähler Lauta (15 Kandidaten). In Spreetal wollen 27 Personen in den Gemeinderat, davon zehn Frauen (37 Prozent). Die Besonderheit dort: Bei Bündnis 90 / Die Grünen sind die Hälfte der Kandidaten Damen (fünf von zehn). Einsame Spitze ist die Linke in Spreetal – Frauenanteil: 100 Prozent. Allerdings ist Monika Frost auch die einzige Kandidatin ihrer Partei für den Gemeinderat.

* bei der Aufzählung der Sitze in den Stadt- und Gemeinderäten sind die jeweils stimmberechtigten Bürgermeister (in Hoyerswerda Oberbürgermeister) nicht mitgerechnet.