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| 15:56 Uhr

Anstiftung zum Sorbischlernen
Sorbisch-Sprachkurs ist Hoyerswerda Preisgeld wert

Die ehemalige Lehrerin Brigitta Schramm vermittelt den neuen Teilnehmern des vierten Sorbisch-Sprachkurses der Stadt Hoyerswerda die ersten sorbischen Vokabeln.
Die ehemalige Lehrerin Brigitta Schramm vermittelt den neuen Teilnehmern des vierten Sorbisch-Sprachkurses der Stadt Hoyerswerda die ersten sorbischen Vokabeln. FOTO: Anja Guhlan
Hoyerswerda. Vierter Kurs  der Stadtverwaltung ist mit 20 Teilnehmern gestartet. Von Anja Guhlan

„Herzlich willkommen“ heißt Brigitta Schramm die zumeist weiblichen Teilnehmer des Sorbisch-Sprachkurses – allerdings in der erst noch zu erlernenden Sprache: „Wutrobnje witajċe knam“. „In zehn Doppelstunden dürfen wir zwar keine sprachlichen Wunder erwarten, aber ich möchte zumindest den Grundwortschatz vermitteln“, erklärt Schramm eingangs.

Sofort steigt sie mit den Kursbesuchern ins sorbische Alphabet ein, das übrigens kein Q enthält. Sie geht die Buchstaben durch und es fallen auch gleich einige sorbische Wörter wie „awto“ für Auto, „bluza“ für Bluse und „cokor“ für Zucker. Mit dem Wiederholen der sorbischen Vokabeln wird an der korrekten Aussprache gefeilt. Außerdem sollen einfache Sätze aus Alltag und Beruf vermittelt werden. Einblicke in die sorbische Kultur und geschichtliche Grundzüge sollen in den Unterricht einfließen.

Klaus Heine (79) aus Hoyerswerda sagt zu seinem Lernmotiv: „Ich wohne seit vielen Jahren in dieser zweisprachigen Region und möchte jetzt Sorbisch lernen“, ebenso Ina Züchner (48). Sie ist Fremdsprachen-Fan, interessiert sich für verschiedene Sprachen, ohne sie alle perfekt zu beherrschen. „Ich finde Sorbisch sehr interessant und möchte in diesem Kurs vor allem den Grundwortschatz kennenlernen“, sagt Züchner, die noch kein Wort Sorbisch spricht. Angela Donath (62) aus der Stadtverwaltung belegte bereits einen Sorbisch-Sprachkurs. „In meinen Bereich arbeite ich oft mit der sorbischen Sprache. Früher musste ich um Hilfe bitten bei Übersetzungen, heute kann ich schon vieles alleine“, sagt Angela Donath, die im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig ist. Sie möchte ihren Wortschatz auffrischen und eventuell ein bisschen erweitern.

Lehrerin Brigitta Schramm liegt „vor allem das verstehende Hören am Herzen“, wie sie sagt. Sie leitet seit dem Jahr 2010 den vierten Sorbisch-Sprachkurs der Stadt Hoyerswerda.

Wie Gabriela Linack, die ehrenamtliche Beauftragte  ür sorbische Angelegenheiten der Stadt Hoyerswerda, erklärt, seien in den ersten drei Sprachkursen vor allem Mitarbeiter aus der Verwaltung und aus städtischen Einrichtungen geschult worden. „In diesem Jahr haben wir den Kurs auch für Teilnehmer anderer Einrichtungen aus dem Stadtgebiet und auch für interessierte Bürger geöffnet“, so Linack. Als sorbischer  Muttersprachlerin liege ihr sehr viel daran, dass die sorbische Sprache erhalten bleibt und nicht irgendwann ausstirbt. Deshalb bedarf es der ständigen Pflege der Sprache, damit sie in Zukunft gesprochen wird und nicht nur Ortseingangs- und Straßenschilder an sie erinnern.

„Die Stadt Hoyerswerda leistet diesbezüglich aber schon viel“, sagt Linack. So habe die Stadt auch in diesem Jahr wieder den ersten Preis im Wettbewerb als sprachenfreundliche Kommune erhalten. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro wurde von der Stadt gleich wieder in den nächsten und derzeit stattfindenden Sprachkurs investiert. „Eigentlich würde nicht unbedingt ein Wettbewerb gebraucht, aber er spornt an, immer wieder neue Ideen zu suchen, um die sorbische Sprache zu erhalten“, sagt Gabriela Linack.