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| 20:05 Uhr

Hoyerswerdaer Verein immer wieder Opfer von Einbrüchen
Mieser Klau im Puppentheater

Madlen Krenz mit den Hauptdarstellern Fienchen und Bruno  hinter der Puppentheaterkulisse: Auf dem leeren Tisch im Hintergrund standen Laptop und Mischpult. Die Unbekannten haben alles mitgenommen.
Madlen Krenz mit den Hauptdarstellern Fienchen und Bruno  hinter der Puppentheaterkulisse: Auf dem leeren Tisch im Hintergrund standen Laptop und Mischpult. Die Unbekannten haben alles mitgenommen. FOTO: LR / Anja Hummel
Hoyerswerda. In die Räume des gemeinnützigen Hoyerswerdaer Vereins Vbff ist wiederholt eingebrochen worden – auf Kosten der Bedürftigen. Von Anja Hummel

Madlen Krenz macht ihrem Ärger Luft: „Wir bedanken uns bei den netten Menschen,  die nachts wieder unsere Räumlichkeiten aufgesucht und verwüstet haben“, schreibt sie am Donnerstagabend  in der Facebook-Gruppe „Alle Hoyerswerdschen Mädels und Jungs“. Ihr Dank ist reinste Ironie. Zum wiederholten Mal wurde eingebrochen. Nicht irgendwo, sondern dort, wo Bedürftige Unterstützung finden. Tafel, Möbelwerkstatt, Kleiderkammer und Puppentheater des gemeinnützigen Hoyerswerdaer Vereins Vbff hat es getroffen.

 Was genau passiert ist: „Sie sind durch den Keller rein, haben alle Türen aufgebrochen. Ein Kollege hat das am Morgen so aufgefunden“, schildert Einrichtungsleiterin Madlen Krenz. Geklaut wurden Babynahrung und Gummitierchen, ein Kinderherd und – für den Verein am allerschlimmsten – die gesamte Technik vom Puppentheater. Laptop, Mischpult, Kabel – alles weg. Die am selben Tag geplante Vorführung musste abgesagt werden. „Wir sind immer noch alle geschockt, einige Mitarbeiter haben geweint“, erzählt die 51-jährige Leiterin. Für sie ist das alles unbegreiflich. „Das ist für mich krank im Hirn. Hier werden die Ärmsten der Armen beklaut“, sagt sie kopfschüttelnd. Gerade das Puppentheater hat einen besonderen Wert: Über eine lange Zeit wurde das Projekt von Ehrenamtlern und Minijobbern aufgebaut, das ganze Jahr über zaubern sie Kindern damit ein Lächeln ins Gesicht. „Zum Glück haben sie die Puppen da gelassen“, sagt Madlen Krenz. Sie steht hinter der Theaterkulisse und hält die „Hauptdarsteller“, Katze Fienchen und Hund Bruno, in den Händen. Doch es nützt nichts – ohne Technik kein Puppentheater. Aber dank Internet können sie weiterspielen: Innerhalb kürzester Zeit verbreitete sich am Donnerstag die Nachricht vom Einbruch über Facebook. „Die Lausitzhalle hat uns ein Mischpult geliehen“, sagt Madlen Krenz freudestrahlend. Außerdem wurde auf derselben Plattform bereits die Spende eines neuen Laptops zugesichert. „Das finde ich ganz super, ich kann nur herzlich danke sagen.“ Zumindest vorerst kann das Vbff-Team weiterhin mit ihren Puppen für lachende Kinderaugen sorgen. Ein neues Mischpult muss auf lang oder kurz trotzdem her. „Die Diebe können es uns gerne unbeobachtet zurückbringen.“ Die Einrichtungsleiterin ist überzeugt: Die Täter lesen mit, sind auf Facebook aktiv.

Und sehr wahrscheinlich waren sie nicht zum ersten Mal zu Gange. „Im Sommer gab es bereits eine Einbruchserie bei uns.“ Gleich vier Mal hintereinander wurde der Verein zur Zielscheibe.  Aus dem Garten der Tafel wurden unter anderem Obst und Gemüse geklaut. „Wir dachten, wir haben jetzt unsere Ruhe.“ Doch dann, mitten in der Vorweihnachtszeit, der nächste Schock. Laut Polizei beläuft sich der Schaden insgesamt auf etwa 3400 Euro. „Die Täter haben Tatwerkzeug und Spuren zurückgelassen. Die Auswertung steht noch aus“, sagt Polizeisprecher Torsten Jahn auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Konkrete Hinweise zu Motiv und Tätern gibt es nicht. Auch Madlen Krenz kann nur spekulieren. „Die geklaute Technik wird bestimmt vertickt“, mutmaßt sie. Ganz gewiss ist aber: Die gemeinnützige Einrichtung rüstet auf, wird ihre Räume sicherer machen. „Inzwischen laufen schon viele Mitarbeiter abends und am Wochenende Patrouille, aber das kann es ja auch nicht sein“, sagt Mad­len Krenz, die mit ihrem Team gerade voll im Weihnachtsstress ist. Unterkriegen lassen werden sie sich aber nicht. Schließlich kann ihnen das Wichtigste, was sie haben, niemand stehlen: ihr Herzblut für die Arbeit mit Bedürftigen.