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| 17:54 Uhr

Thema Bildung
Leichtere Ranzen und mehr Ruhe in der Bildungseinrichtung

 Lehrerin Christine Krusch im Gespräch mit einer Schülerin.
Lehrerin Christine Krusch im Gespräch mit einer Schülerin. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Oberschule „Am Planetarium“ Hoyerswerda informiert über ihr Konzept.

Entspannt ist es beim Elterncafe zugegangen, zu dem die Oberschule „Am Planetarium“ Hoyerswerda-Neustadt wieder künftige Fünftklässler und deren Eltern eingeladen hat. Familie für Familie informierte sich bei zwei Pädagoginnen über das besondere Konzept der Schule. Die Geschichtslehrerin Christine Krusch erklärte der Viertklässlerin Grete und ihren Eltern, dass jedes Fach im Block zu je 80 Minuten Länge unterrichtet wird. Das sind zwei Unterrichtsstunden à 45 Minuten und jede wird um fünf Minuten verkürzt. So kommen pro Schulwoche 160 Minuten zusammen, die für Lern- und Beziehungsarbeit in den Klassen genutzt werden. Das sind Lernmethodentraining, teambildende Maßnahmen und in einem Unterrichtsblock lösen die Klassenstufen 5 und 6 Deutsch-, Mathe- und Englisch-Aufgaben unter Aufsicht eines Lehrers. Dafür entfallen schriftliche Hausaufgaben in diesen Fächern, erklärte Christine Krusch. Um gerade die Jüngsten über 80 Minuten beim Lernen zu halten, hilft es, abwechslungsreich zu unterrichten. Die Ranzen aller Schüler werden leichter, wenn täglich nur drei oder vier Fächer am Stundenplan stehen und sie können sich besser auf die jeweiligen Lerninhalte konzentrieren. Durch die selteneren Raumwechsel zieht mehr Ruhe ins Schulhaus ein, nannte die Geschichtslehrerin weitere Vorteil dieses Systems. Sie sagte aber auch, dass Fächer, für die nur 45 Minuten Unterrichtszeit pro Woche vorgesehen sind, nach dem System nur alle zwei Wochen stattfinden.

Grete freute sich, Christine Krusch wiederzusehen, bei der sie schon zur Bildungstour der Grundschulen ein Lesezeichen wie aus dem alten Ägypten gebastelt hat. „Mein allerbester Freund geht auf die Schule am Planetarium, deshalb will ich auch hierher“, bat sie ihre Eltern um die Zustimmung für ihre Wahl. Diese hatten interessiert zugehört und werden nach genauer Überlegung ihre Tochter an der für sie geeigneten Oberschule anmelden.

Klaus Sauer, leitender Lehrer mit besonderen Aufgaben an der Neustadt-Oberschule lenkte seinen Blick auf den Umzug in das Haus im Wohnkomplex (WK) I, das jetzt zum neuen Oberschulstandort umgebaut wird. Er hofft, dass seine Einrichtung das System des über mehrere Jahre entwickelten 80-Minuten-Blockunterrichts und Angebote wie die Schülerfirma dorthin mitnehmen kann. Bis zur Eröffnung des Hauses zum Schuljahresbeginn 2020/21 klärt solche Probleme eine Gruppe aus Pädagogen der Neustadt- und Altstadt-Oberschule. „Es ist nicht immer leicht, zwei Konzepte zu vereinen“, konstatierte Klaus Sauer mit Blick auf diese Gespräche. Worauf er sich schon freut ist das Konzept des Produktiven Lernens, das die Oberschule „Am Stadtrand“ mit ins WK I bringen wird. Es bekommt einen eigenen Gebäudetrakt und gibt Schülern erweiterte Möglichkeiten, den Hauptschulabschluss zu erlangen. Die Kunstpädagogin Renate Nestler wartet auf die neuen modernen Räumlichkeiten, die ab 2020 allen Oberschülern und ihren Lehrern zur Verfügung stehen und die Hoyerswerdaer Schullandschaft aufwerten.