Im Garten des Kulturbundes wird geklöppelt. Renate Heeger sitzt dort am Klöppelsack und erklärt den Gästen anlässlich des Haustages, wie das funktioniert. Um den Hals trägt sie ein Schmuckstück – extrem filigran und selbst geklöppelt. „Das kann jeder lernen“, sagt die langjährige OP-Schwester. Mit geübten Griffen klöppelt sie ein Armband. Die Klöppelgruppe des Kulturbundes trifft sich montags und mittwochs um 9.30 Uhr in der Langen Straße 1 in Hoyerswerda. „Wir gestalten pro Jahr viermal die Vitrine in der Sparkasse in der Altstadt neu“, sagt sie. Zum Stadtgeburtstag ist jetzt ein geklöppeltes Wappen zu sehen.

Im Versammlungsraum des Vereins, der zurzeit rund 50 Mitglieder hat, sind Dutzende historische Stadtansichten zu bestaunen. Darunter mischen sich allerdings auch einige gemalte Bilder. Sie sind von Ursula Münch und Monika Weist, ebenfalls beide Mitglied im Kulturbund. Monika Weist, die früher als technische Zeichnerin gearbeitet hat, präsentiert fast nicht zufällig ein aktuelles Thema. Das Einkaufszentrum auf der früheren Zoowiese existiert jetzt seit gut fünf Jahren. Sie hat diesen damals wilden Platz kurz vor dem Bau gemalt, dann Jahre später mit Bebauung. Jetzt zeigen diese beiden Bilder, wie sehr sich auch Hoyerswerda weiterentwickelt. Die Hobbymalerin gehört zum Malzirkel der Volkshochschule, den die Bergenerin Monika Schumann leitet.

Auch in der Schuhmacher-Werkstatt ist zum Haustag Betrieb. Sonst ist Eberhard Strobel Dienstagvormittag und Donnerstagnachmittag dort - oder, wenn sein Fahrrad vor der Tür steht. Der Schuhmacher kann noch so manchen kaputten Schuh flicken. Immer mal wieder kommt auch ein Kunde und fragt nach einer Reparatur.

Überall unterwegs ist Kulturbund-Mitglied Elvira Lätsch. Sie nimmt unter anderem Vorbestellungen für den 2019er-Kalender an, den der Kulturbund anbietet. Wenn es genügend Vorbestellungen gibt, wird der erste Schwung beim Hersteller in Auftrag gegeben.