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| 18:47 Uhr

Hoyerswerda
Hoyerswerdas Kita-Wochen der Wahrheit

Hoyerswerda. Zunächst muss eine Lösung für die Kostensteigerung gefunden werden. Zudem entsteht gerade das neue Kita-Konzept. Von Sascha Klein

Die nächsten Wochen werden für die Hoyerswerdaer Verwaltung – und in der Folge auch für die Stadträte – kein Zuckerschlecken. Der Grund: In Sachen Kita-Finanzierung und Kita-Konzept stehen schwierige Entscheidungen bevor.

Kita-Thema 1 hat vorrangig mit Geld zu tun: Wie konnte es passieren, dass in der Stadtverwaltung Kosten in sechsstelliger Höhe nicht verbucht worden sind, sodass Ende 2017 plötzlich ein Haushaltsloch von 900 000 Euro entstanden ist? Das städtische Rechnungsprüfungsamt soll nun alle Ausgaben und Belege der Jahre 2015 bis 2017 durchleuchten. Zudem ist eine weitere Frage offen: Die Stadträte wollen überprüft wissen, ob Bürgermeister Thomas Delling tatsächlich nichts von dem Abrechnungsproblem gewusst hat. Beim RUNDSCHAU-Jahresgespräch mit OB Stefan Skora gibt es dazu keinen Kommentar. Skora sagt, er möchte erst die Prüfung abwarten, bevor er sich dazu äußert. Auf Rückfrage bei der Stadtverwaltung in der vergangenen Woche heißt es: Eine Aussage zum Thema Kita-Finanzierung sei zurzeit nicht möglich, weil weder Oberbürgermeister noch Bürgermeister im Dienst seien.

Was OB Skora jedoch gesagt hat: Die Finanzierungsprobleme sollen nicht auf dem Rücken der Eltern ausgetragen werden. Skora hat Beitragserhöhungen zwar nicht ausgeschlossen, aber betont, dass Hoyerswerda bei den Gebühren schon nah an der oberen Grenze angekommen sei. Zur Einordnung: Bis zum Jahr 2021 werden rund 8,8 Millionen Euro mehr für die Kita-Finanzierung gebraucht als ursprünglich geplant. Die Hoffnung der Stadtverwaltung: Der Freistaat könnte mehr Geld als bisher für Kitas zur Verfügung stellen. Skora sagte, er habe Hoffnung, dass sich der Freistaat künftig finanziell mehr engagiere.

Kita-Thema 2 hat auch mit Geld zu tun, in erster Linie jedoch mit Strukturen. Die neue Kita-Analyse soll zeigen, welche Kita-Struktur sich Hoyerswerda in Zukunft leisten muss, will und kann. Die Diskussion soll die breite Öffentlichkeit erreichen – ähnlich, wie es bei der Debatte um die Schulstandorte gehandhabt worden ist. Eine erste öffentliche Meldung hatte es bereits aus Schwarzkollm gegeben. Träger und Elternvertreter wünschen sich bessere Voraussetzungen für ihren Ort – und zunächst einmal generell den Erhalt der Kita im Dorf. Diskutiert wird auch ein Neubau.

Noch sind die Ergebnisse der Kita-Analyse nicht öffentlich. OB Skora hat jedoch betont, es müsse auch diskutiert werden, ob Standorte zukünftig verändert oder auch zusammengelegt werden. Dazu kommt die generelle finanzielle Lage. Die Analyse ist in Auftrag gegeben worden, als das 900 000 Euro-Loch noch nicht bekannt gewesen ist. Dementsprechend, sagt der OB, müsse natürlich die finanzielle Gesamtlage der Stadt in Betracht gezogen werden. Das bedeutet: Aufgrund der berechneten Mehrkosten in Höhe von 8,8 Millionen Euro bis 2021 muss die Stadtverwaltung mit spitzem Stift rechnen, welche Investitionen in Kindertagesstätten überhaupt möglich sind.

Wann die Kita-Analyse vorgestellt und wann beschlossen werden soll, ist noch offen. Stefan Skora hofft, dass der Stadtrat im zweiten Quartal einen Beschluss dazu fasst. Schon vorher soll öffentlich über die Thesen diskutiert werden. Eines betont der OB jedoch: Je früher es eine Entscheidung gibt, umso lieber sei es ihm. Der Grund hat wieder mit Geld zu tun: Die Verwaltung braucht die Daten für die Haushaltsplanungen der folgenden Jahre.