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| 17:50 Uhr

Landtagswahl Sachsen 2019
Kampf um das Direktmandat

 14 Kandidaten aus dem Norden des Landkreises Bautzen wollen in den Sächsischen Landtag einziehen.
14 Kandidaten aus dem Norden des Landkreises Bautzen wollen in den Sächsischen Landtag einziehen. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert
Hoyerswerda. Im Norden des Landkreises Bautzen ringen 14 Kandidaten um zwei Plätze im Landtag. Von Sascha Klein

Nicht mehr ganz einen Monat, dann sind die Bürger in Sachsen – und damit im Landkreis Bautzen – erneut an die Wahlurnen gerufen. Es geht darum, einen neuen Landtag zu wählen. Wichtig für die Lausitz: Es geht dabei auch um die direkt gewählten Abgeordneten.

Fünf Wahlkreise gibt es im Landkreis Bautzen, fünf im Landkreis Görlitz. Das heißt: Mindestens zehn Lausitzer können in den kommenden fünf Jahren ihre Stimme für die Region in Dresden erheben. Sie werden direkt gewählt. An der Anzahl der Wahlkreise hat sich seit der jüngsten Landtagswahl am 31. August 2014 nichts verändert.

Ob sich an den Mehrheitsverhältnissen im Freistaat etwas ändert – es ist davon auszugehen. Bei der jüngsten Umfrage von Infratest dimap Anfang Juli zur Sonntagsfrage in Sachsen lagen CDU und AfD mit 26 Prozentpunkten gleich auf, die Linken erreichten 15 Prozentpunkte, die Grünen zwölf, die SPD neun und die FDP fünf. Zum Vergleich: 2014 hatte die CDU sachsenweit 39,4 Prozent der Zweitstimmen und 59 von 60 Direktmandaten geholt. Das sechzigste gewann Linken-Kandidatin Juliane Nagel in Leipzig.

 Im Landkreis Bautzen gibt es zur Landtagswahl 2019 fünf Wahlkreise. Für den Norden besonders interessant: die Wahlkreise 54 und 55.
Im Landkreis Bautzen gibt es zur Landtagswahl 2019 fünf Wahlkreise. Für den Norden besonders interessant: die Wahlkreise 54 und 55. FOTO: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen/Bearbeitung:Lehmann/lr

In der Lausitz steht die Frage: Gelingt den CDU-Kandidaten erneut der Durchmarsch oder schnappt ihnen ein Linken- oder ein AfD-Kandidat das begehrte Mandat weg? Hoyerswerda ist Teil des Wahlkreises 55 (Bautzen 4), der unter anderem auch die Elsterheide, Lohsa und Spreetal umfasst. Erneut ins Rennen geht dort CDU-Landtagsabgeordneter Frank Hirche aus Hoyerswerda. Der Hoyerswerdsche war im Jahr 2009 erstmals in den Landtag eingezogen und hatte sein Mandat im Jahr 2014 deutlich verteidigt.

Seine Konkurrenten um das Direktmandat sind regionale Politgrößen, aber auch Neulinge. Zu den Mitbewerbern gehört für die Linken Ralph Büchner. Der Hoyerswerdsche Stadt- und Bautzener Kreisrat kandidiert zum dritten Mal nach 2009 und 2014. Auch der SPD-Kreisvorsitzende Kevin Stanulla aus Bernsdorf war bereits vor fünf Jahren im Rennen um das Direktmandat. Für die Freien Wähler tritt Dirk Nasdala an. Der Rechtsanwalt aus Hoyerswerda verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Stadt- und Kreistag. Auch er hatte 2014 um ein Landtagsmandat kandidiert.

Neu im Rennen ist Doreen Schwietzer (AfD). Die 46-Jährige ist vor wenigen Wochen in den Hoyerswerdaer Stadtrat und in den Bautzener Kreistag gewählt worden und ist nun im Rennen um ein Landtagsmandat. Ebenfalls kandidieren werden Tom Vetter (Bündnis 90/Die Grünen) und Ina Deutsch­mann (FDP)

Neu gemischt werden die Karten im Wahlkreis 54 (Bautzen 3), zu dem unter anderem Wittichenau, Bernsdorf und Lauta gehören. Dies ist der Wahlkreis des früheren sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU), der sich im Oktober 2018 aus dem Landtag zurückgezogen hatte. Dort bewirbt sich jetzt der Wittichenauer Stadtrat Mathias Kockert für die Christdemokraten um das Direktmandat. Für die Linke geht Silvio Lang ins Rennen. Der 35-Jährige stammt aus der Lausitz und arbeitet als Wahlkreismitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Caren Lay. Er ist zudem stellvertretender Landesvorsitzender der sächsischen Linken.

Für die Grünen will der Lautaer Jens Bitzka ein Direktmandat erringen. Der Bautzener Grünen-Kreisvorsitzende leitet das Regionalbüro der grünen Landtagsabgeordneten Franziska Schubert. Für die SPD kandidiert André Dubiel-Umlauft, der SPD-Ortschef von Rödertal. Er lebt in Großröhrsdorf. Für die AfD tritt Timo Schreyer an. Der 54-Jährige ist Dachdeckermeister und Sachverständiger in der Versicherungswirtschaft und lebt in Königsbrück. Schreyer ist Vorstandsmitglied im AfD-Kreisverband und leitet die Regionalgruppe Königsbrück. Die Freien Wähler schicken den 40-jährigen Marcel Linack ins Rennen.

Ein politisches Schwergewicht hat die FDP im Wahlkreis 54 nominiert: Holger Zastrow. Der sächsische FDP-Vorsitzende ist Spitzenkandidat seiner Partei. Er steht auf Listenplatz 1. Kommt die FDP in den Landtag, ist Zastrow sicher drin.

Eine Hintertür für die jeweiligen Direktkandidaten: ein guter Platz auf der Landesliste. Da sieht es für die Lausitzer Bewerber aber eher schlecht aus: Frank Hirche steht auf der CDU-Liste auf Platz 31, Mathias Kockert auf Rang 40. Bei der SPD ist Kevin Stanulla 23., André Du­biel-Umlauft 56. Bei den Freien Wählern hat Dirk Nasdala Listenplatz zehn, Ina Deutschmann bei der FDP Rang 19. Alle anderen Direktkandidaten haben keinen Listenplatz.