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| 16:47 Uhr

Sozialarbeit in Hoyerswerda
Jobtreff hilft Arbeitslosen wieder auf die Beine

 Madlen Krenz und Ramona Kitzki werben für den Jobtreff, der in der Ulrich-von-Hutten-Straße zu finden ist.
Madlen Krenz und Ramona Kitzki werben für den Jobtreff, der in der Ulrich-von-Hutten-Straße zu finden ist. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Die Hoyerswerdaer Anlaufstelle unterstützt Menschen bei Antragstellung und Behördengängen. Von Katrin Demczenko

Wie kann ich mir selbst helfen, um wieder einen Job zu bekommen? Was muss ich tun, um eine Weiterbildung zu bekommen? An welche Stellen muss ich mich wenden, um Hilfe zu erhalten? All diese Fragen will seit April das Angebot „Jobtreff“ im Haus der Begegnungen in Hoyerswerda beantworten. Seit April dieses Jahres gibt es diesen Anlaufpunkt für Langzeitarbeitslose, um Hilfe zur Selbsthilfe zu erhalten. Das Angebot ist beim Verein „vbff“ (Vereinbarkeit von Beruf und Familien fördern in Ostsachsen) angedockt, sagt die Hausleiterin Madlen Krenz. Unter anderem vermittelt sie Interessierte zu den richtigen Ansprechpartnern ins Jobcenter Hoyerswerda und zu Zeitarbeitsfirmen. Eine davon, das Hoyerswerdaer Unternehmen IC Team, hat sich kürzlich im „Haus der Begegnungen“ in der Ulrich-von-Hutten-Straße vorgestellt, um direkt mit Nutzern der Tafel zu sprechen.

Die langzeitarbeitslose Ramona Kitzki lässt sich vom Jobtreff helfen und weiß nun durch die Unterstützung von Madlen Krenz, wie Formulare richtig ausgefüllt werden und wie Bewerbungen vorschriftsmäßig zu verfassen sind. Jetzt ist sie sogar im „Haus der Begegnungen“ versicherungspflichtig beschäftigt. „Ich helfe überall“, erzählte die 57-Jährige. Sie bereitet Feierlichkeiten, wie eine Einschulung am Samstag, mit vor, gibt bei der Tafel Lebensmittel mit aus, hilft in der Küche und hält die beiden Gebäude sauber.

Das Sahnehäubchen ihrer Tätigkeit ist aber das Amt der Vorleserin beim Puppentheater des vbff, das sie schon vorher ehrenamtlich inne hatte. Da die Maschinistin und umgeschulte Floristin seit Jahren mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, ist sie froh, dort bei der Arbeit abwechselnd stehen und sitzen zu dürfen.

Die Arbeitsstelle entstand, weil Ramona Kitzki von Madlen Krenz über das Teilhabechancengesetz informiert wurde. Dieses will Langzeitarbeitslosen binnen fünf Jahren zu einer dauerhaften sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verhelfen. Für die ersten zwei Jahre wird das Beschäftigungsverhältnis zu 100 Prozent gefördert, dann muss sich der Arbeitgeber an der Finanzierung beteiligen, erklärt Madlen Krenz. Gemeinsam mit dem Jobcenter entstand die Stelle für Ramona Kitzki, die froh ist, endlich wieder eine Aufgabe zu haben.

Generell stehe am Anfang der Arbeit im Jobtreff ein Gespräch mit dem Betroffenen, um herauszufinden, welche Unterstützung er braucht. Das dort Besprochene werde immer vertraulich behandelt, sagt Madlen Krenz. Weiterführend kann sie beim Umgang mit Schriftstücken helfen, oder sie geht auf Wunsch auch mit zum Jobcenter, zur Schuldnerberatung oder zu anderen Institutionen. Bis jetzt kommen Menschen zu ihr, die im „Haus der Begegnungen“ eine Beschäftigung haben sowie Kunden der Kleiderkammer oder der Tafel. Langsam wachse aber der Personenkreis, denn per Flyer und Mundpropaganda erfahren auch andere sozial Benachteiligte vom Angebot des Jobtreffs.

 Madlen Krenz und Ramona Kitzki werben für den Jobtreff, der in der Ulrich-von-Hutten-Straße zu finden ist.
Madlen Krenz und Ramona Kitzki werben für den Jobtreff, der in der Ulrich-von-Hutten-Straße zu finden ist. FOTO: Katrin Demczenko