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| 16:30 Uhr

Hoyerswerda
Eine neue Oberschule entsteht

 Hoyerswerda: Skizze der neuen Oberschule Hoyerswerda
Hoyerswerda: Skizze der neuen Oberschule Hoyerswerda FOTO: LR / Sascha Klein
Es ist das Großprojekt der Stunde in Hoyerswerda: die neue Oberschule. Gelehrt worden ist am Standort bereits vor Jahrzehnten. Dann fiel das Areal in einen Dornröschenschlaf. Ab Herbst 2020 sollen im Wohnkomplex I wieder Fünft- bis Zehntklässler unterrichtet werden. Von Sascha Klein

Das alte Zuse-Gymnasium im Hoyerswerdaer WK I ist einst eine der größten Baustellen in Hoyerswerda gewesen – im negativen Sinne. Mehr als zehn Jahre lang hat das altehrwürdige Gebäude am Rande des ältesten Neustadt-Wohnkomplexes nach dem Auszug der Schule leergestanden und ein wirklich trauriges Bild in der sich teils rasant verändernden Neustadt abgegeben.

 Hoyerswerda: Baustelle neue Oberschule im WK I, der Blick auf den Altbau. Die Schule ersetzt die beiden vorhandenen Oberschulen "Am Stadtrand" und "Am Planetarium" ab Herbst 2020.
Hoyerswerda: Baustelle neue Oberschule im WK I, der Blick auf den Altbau. Die Schule ersetzt die beiden vorhandenen Oberschulen "Am Stadtrand" und "Am Planetarium" ab Herbst 2020. FOTO: LR / Sascha Klein

Jetzt ist das alte Zuse-Gymnasium die größte Baustelle in der Stadt – allerdings im positiven Sinne. Am historischen Standort – es ist die erste Schule der einst zweiten sozialistischen Wohnstadt – entsteht die neue Oberschule Hoyerswerdas. Sanierung und Neubau werden rund 13,2 Millionen Euro verschlingen – eine Summe, die die Stadt Hoyerswerda dank millionenschwerer Fördermittel schultern kann.

Die Entscheidung für die Sanierung und den Neubau hatte der Hoyerswerdaer Stadtrat nach langen Diskussionen schließlich während einer außerordentlichen Sitzung am 8. März 2016 getroffen. Damals gab es 17 Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Zuvor hatte Bauingenieur Thomas Gröbe, der die Schulstandort-Analyse für die Stadt Hoyerswerda maßgeblich ausgearbeitet hat, vor den Stadträten betont, dass es ab dem Schuljahr 2020/21 nicht mehr wirtschaftlich sei, an zwei Standorten in der Stadt Oberschulen zu betreiben. Das ist im Endeffekt das Ende der Oberschulen „Am Stadtrand“ und „Am Planetarium“ gewesen.

 Die Baustelle der neuen Oberschule im WK I im April 2019:  Zu sehen ist der Altbau und ein Pavillon (rechts).
Die Baustelle der neuen Oberschule im WK I im April 2019: Zu sehen ist der Altbau und ein Pavillon (rechts). FOTO: LR / Sascha Klein

Rückblick: Noch zwei Jahre zuvor, während des Stadtrates am 15. Juli 2014, hatte der Stadtrat noch bei 29 Ja und einer Nein-Stimme dafür votiert, beide Schulstandorte langfristig zu erhalten. Plötzlich war der Stadtrat von neuen Daten überrascht worden und entschied sich schließlich um – die Rettung für das alte Zuse-Gymnasium.

Im Jahr 2014 hatte es schon einmal ganz schlecht um das architektonisch einzigartige Gebäude gestanden. Die Stadt Hoyerswerda hatte lange Zeit lange vergeblich versucht, einen Käufer für den Komplex zu finden. Denn selbst nutzen wollte es die Stadtverwaltung nicht. Schließlich hatte sich der Stadtrat zu den vorhandenen Oberschul-Standorten bekannt. So hat plötzlich auch der Abriss des Ensembles zur Diskussion gestanden. Im Internet hatte sich schnell eine Initiative gebildet: „Bürger gegen Bagger - rettet das Zuse“. Schließlich ist der Abriss-Gedanke wieder verworfen worden.

 Ein Blick in einen der vorhandenen Pavillons: Die neue Oberschule ersetzt die beiden vorhandenen Oberschulen "Am Stadtrand" und "Am Planetarium" ab Herbst 2020. Die ersten Schüler sollen die Schule zum Start des Schuljahres 2020/21 besuchen.
Ein Blick in einen der vorhandenen Pavillons: Die neue Oberschule ersetzt die beiden vorhandenen Oberschulen "Am Stadtrand" und "Am Planetarium" ab Herbst 2020. Die ersten Schüler sollen die Schule zum Start des Schuljahres 2020/21 besuchen. FOTO: LR / Sascha Klein

Heute wird auf dem Gelände nicht abgerissen, sondern neu gebaut. Das alte Hauptgebäude mit seinen drei Pavillons steht bereits jetzt neben dem modernen Anbau. Dort ist kürzlich Richtfest gefeiert worden. Der Plan der Stadtverwaltung steht weiterhin: Das Gebäude soll im Frühjahr 2020 fertig sein und im Sommer bezogen werden. Selbst die Außenanlagen sollen bereits am ersten Schultag des Schuljahres 2020/21 nutzbar sein.

Dann wird es für die neuen Fünftklässler ein besonderer Tag werden, wenn sie von der Grund- in die Oberschule wechseln. Vielleicht noch etwas emotionaler wird es für die Lehrer und Schüler werden, die von den beiden Oberschulen der Stadt kommen und sich am neuen Ort zu einer neuen Gemeinschaft zusammenfinden sollen. Denn: Die beiden Hoyerswerdaer Oberschulen bringen verschiedene Lehransätze mit.

 Das ist die künftige Mensa im Neubau. Im April 2019 ist Richtfest für den neuen Anbau gefeiert worden. In dem Komplex sind auch Lernlandschaft und Fachräume.
Das ist die künftige Mensa im Neubau. Im April 2019 ist Richtfest für den neuen Anbau gefeiert worden. In dem Komplex sind auch Lernlandschaft und Fachräume. FOTO: LR / Sascha Klein

In der Oberschule „Am Stadtrand“ gibt es das „Produktive Lernen“ (PL), das es seit 2009 an dieser Schule gibt. Bis zu 20 Schülerinnen und Schüler arbeiten in den Klassen 8 und 9 nach diesem Prinzip. Dabei hat ein Schuljahr dort nicht zwei Halbjahre, sondern drei Trimester. Die Schüler sind dabei an drei Tagen pro Woche an Praxisplätzen und zwei Tage in der Lernwerkstatt in der Schule. Das Ziel ist: Hauptschüler sollen über individuelle Lernpläne und wechselnde praktische Tätigkeiten möglichst beruflich und privat ihren richtigen Weg finden. Seinen Platz wird das „Produktive Lernen“ auch im neuen Oberschul-Gebäude finden.

Wenn die Schüler eingezogen sind, ist die neue Oberschule trotzdem noch nicht komplett fertig. Anschließend folgt der Bau der neuen Drei-Feld-Sporthalle auf dem Gelände der Schule. Der neue Zugang zum Areal erfolgt dann nicht mehr über die schmale Konrad-Zuse-Straße, sondern über die Stauffenberg-Straße an der Rückseite des Schulareals. Was er Schule dann noch fehlt: ein Name.

 Anbau auf dem alten Gebäude. Zu sehen ist der „Verbinder“ - also der Übergang von Alt- zu Neubau. Das Foto stammt aus dem Jahr 2018.  Zu sehen ist die künftige Mediathek.
Anbau auf dem alten Gebäude. Zu sehen ist der „Verbinder“ - also der Übergang von Alt- zu Neubau. Das Foto stammt aus dem Jahr 2018. Zu sehen ist die künftige Mediathek. FOTO: Stadtverwaltung Hoyerswerda
 Ein Foto aus vergangenen Zeiten: Jahrelang hat das einstige Gymnasium Besucher so begrüßt. Im Jahr 2014 war sogar kurzfristig über einen Abriss diskutiert worden.
Ein Foto aus vergangenen Zeiten: Jahrelang hat das einstige Gymnasium Besucher so begrüßt. Im Jahr 2014 war sogar kurzfristig über einen Abriss diskutiert worden. FOTO: LR / Sascha Klein
 Ein Bild aus dem Jahr 2015: das seit 2002 leer stehende Konrad-Zuse-Gymnasium im WK I ist im Dornröschenschlaf. Inzwischen ist das gesamte Areal eine Baustelle. Das einstige Haus 4 ist abgerissen, dafür entsteht jetzt der Anbau in Richtung Herrmann-Straße.
Ein Bild aus dem Jahr 2015: das seit 2002 leer stehende Konrad-Zuse-Gymnasium im WK I ist im Dornröschenschlaf. Inzwischen ist das gesamte Areal eine Baustelle. Das einstige Haus 4 ist abgerissen, dafür entsteht jetzt der Anbau in Richtung Herrmann-Straße. FOTO: Catrin wuerz