ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 22:10 Uhr

Ordnung und Sicherheit
In Uniform für die Bürger da

 André Kober verstärkt seit Juni das Team der Bürgerpolizisten in Hoyerswerda. Er ist auch Sorbe, ein Vorteil im sorbischsprachigen Revier.
André Kober verstärkt seit Juni das Team der Bürgerpolizisten in Hoyerswerda. Er ist auch Sorbe, ein Vorteil im sorbischsprachigen Revier. FOTO: Rainer Könen
André Kober lernt Hoyerswerda seit Anfang Juni aus einer neuen Perspektive kennen: Statt mit dem Streifenwagen ist der Bürgerpolizist häufiger per pedes oder mit dem Rad unterwegs. Von Rainer Könen

Der Mann ist nah dran am Geschehen. Also, zumindest an den Menschen. Und für Menschen, da hat er ein Gespür. André Kober erzählt, wie er in seinem neuen Einsatzgebiet die ersten Kontakte geknüpft hat. Bei entspannten Gesprächen mit dem ein oder anderen Hoyerswerdaer, der ihm in den vergangenen Wochen in seinem neuen Revier begegnet ist.
Seit Anfang Juni ist der 42-jährige Polizeihauptmeister als Bürgerpolizist in der Zuse-Stadt im Einsatz. Die für ihn aber kein Neuland ist, schließlich arbeitet er im hiesigen Revier seit 2015 im Streifendienst. Doch jetzt ist er als Bürgerpolizist unterwegs. Derzeit befinde er sich noch in einer Art Orientierungsphase, so beschreibt er es.

Bürgerpolizist Kober ist für die Neustadt und Zeißig verantwortlich. Aber eigentlich werde man ihn künftig auch in anderen Teilen der Stadt antreffen. Er gehört damit zu einem kleinen Bürgerpolizistenteam des Hoyerswerdaer Polizeireviers, das aus zwei Herren und einer Dame besteht.

In Sachsen sind aktuell mehr als 400 Bürgerpolizisten auf Streife. Sie dürfen laut Innenministerium Ordnungswidrigkeiten ahnden, Unfälle aufnehmen und Polizeiermittlungen mit unterstützen. Was ihn vom Großteil der Kollegen unterscheidet: Kober ist Sorbe, was bei Ermittlungen im sorbischsprachigen Raum auf jeden Fall hilfreich ist. Kober erzählt, dass sich nach seinem Amtsantritt die Medien auf ihn gestürzt hätten. Ein wenig gewundert hatte ihn das anfangs, aber das habe wohl mit seinem biografischen Hintergrund zu tun gehabt.

André Kober ist seit 1997 bei der Polizei. Nach der Ausbildung ging es zur Bereitschaftspolizei, dann kam er nach Kamenz, wo er von 2002 bis 2015 im dortigen Polizeirevier im Streifendienst arbeitete. Seit dreieinhalb Jahren ist er in Hoyerswerda. Er habe sich seinerzeit für die Polizei entschieden, weil „ich diese Arbeit abwechslungsreich finde, man mit so vielen unterschiedlichen Menschen zu tun hat“.

Ein Verwaltungsmensch ist er eher nicht, vielmehr schätzt er es, dass draußen in der Stadt, auf den Straßen „jeder Tag anders ist“. Die Stelle des Bürgerpolizisten in Hoyerswerda habe seinen Vorstellungen entsprochen. Er sei jetzt bei Weitem nicht mehr so oft mit dem Streifenwagen unterwegs. Zumeist per pedes oder mit dem Fahrrad. Apropos Fahrrad: die Fahrradausbildung, in Zusammenarbeit mit der hiesigen Verkehrswacht, gehört ebenfalls mit zu seinem Job.

Als Bürgerpolizist arbeitet er auch im präventiven Bereich. Dazu gehört, dass er Grundschulen und Kitas besucht, die Kinder über die Aufgaben der Polizei informiert. Als Bürgerpolizist habe man verschiedene Funktionen. Mal sei man Schlichter, mal Ermittler und ja, in bestimmten Situationen auch schon mal Kumpel.

Kober, der übrigens leidenschaftlicher Fußballer ist und regelmäßig in Panschwitz-Kuckau bei den Alten Herren kickt, bringt für seinen neuen Job wichtige Eigenschaften mit: Er ist bodenständig, wirkt natürlich und aufgeschlossen. Und wenn er in dem sorbisch-geprägten Zeißig demnächst wieder vorbeischaut, mit einem munteren „Dobry dzen“, einem „Guten Tag“, grüßt, ist das auf jeden Fall ein vertrauensbildender Einstieg in sein neues Arbeitsumfeld.