ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 09:41 Uhr

Neue Sitze und Liegen in der City
Altstadt-Boulevard von Hoyerswerda gut gestartet

 Die Blaue Terrasse nimmt Form an: Conny Seifert (v.l.) und Ramona Schauer helfen Citymanagerin Dorit Baumeister beim Malern.
Die Blaue Terrasse nimmt Form an: Conny Seifert (v.l.) und Ramona Schauer helfen Citymanagerin Dorit Baumeister beim Malern. FOTO: LR / Rita Seyfert
Hoyerswerda. Bauhaus-Fahnen wehen über den neuen Bänken und Pflanzkübeln. Boulevard Altstadt, die Zweite ist angelaufen. Zeit für eine Zwischenbilanz. Von Rita Seyfert

Sitzen oder Liegen, ohne dass man irgendetwas konsumieren muss – und zwar mitten in Hoyerswerdas Altstadt: Die grünen und gelben Stadtmöbel machen es möglich. „Da kann man sich dran gewöhnen“, sagt ein Passant. Gerade hat er es sich auf einer der neuen Bankanlagen zwischen Marktplatz, Kirchstraße und Friedrichstraße bequem gemacht.

Pünktlich zum Beginn vom „Boulevard Altstadt“ am 3. Juni wurden die Sitzecken zusammengesetzt und grafisch bedruckt. „Setz Dich“, „Lehn Dich an“ oder „Schaut Euch in die Augen“, mit diesen Sprüchen in deutscher und sorbischer, teils auch englischer und tschechischer Sprache laden die Sitzplätze zum Verweilen ein.

 Rosemarie Arzt (li.) relaxt und plauscht mit Freundin Renate Seidelt auf einer der neuen Bänke.
Rosemarie Arzt (li.) relaxt und plauscht mit Freundin Renate Seidelt auf einer der neuen Bänke. FOTO: LR / Rita Seyfert

Zwei Ergebnisse hat eine Umfrage nach der Test-Phase vom Boulevard Kirchstraße 2018 ergeben. Altstadtmanagerin Dorit Baumeister: „Die Bürger wünschen sich mehr Sitzmöglichkeiten und mehr gastronomische Angebote.“

Also sammelten die Macher Geld. Finanziert wurden die Sitzgelegenheiten zur Hälfte aus dem Verfügungsfond. Die andere Hälfte spendete die Stadtgesellschaft. Ein stattliches Sümmchen von 11000 Euro kam binnen sechs Wochen zusammen und wurde in 150 Einzelmodule investiert. Insgesamt 17 Bankanlagen wurden daraus kreiert.

 Sommer, Sonne, gute Laune: Hoyerswerdsche genießen zum neuen Flair in der Stadt einen kühlen Drink in der Strandbar vom Friseur Haarschneider in der Kirchstraße.
Sommer, Sonne, gute Laune: Hoyerswerdsche genießen zum neuen Flair in der Stadt einen kühlen Drink in der Strandbar vom Friseur Haarschneider in der Kirchstraße. FOTO: LR / Rita Seyfert

Unterdessen sind die individuellen Sitz- und Liegeplätze spätestens am Nachmittag fast alle belegt sind. Hoyerswerdas Altstadtmanagerin Baumeister kann also den ersten Punkt auf ihrer Liste abhaken: „Die Sitzmöbel werden sehr gut angenommen“, sagt sie. Gelobt werde auch ihr moderner, zeitgemäßer Ausdruck.

Schön und funktional müssen eben kein Widerspruch sein. Dieses Bauhaus-Motto erfüllen auch die 35 Pflanzkübel. Einige wurden dieses Jahr im rot-weißen Barken-Design gestaltet, um auf verkehrsrechtliche Anordnungen hinzuweisen. So wurde beispielsweise die Kirchstraße bis zum 25. August zur verkehrsberuhigten Zone erklärt. Autos und Bürger teilen sich die Straße.

 Multifunktional: Pflanzkübel im Barken-Design auf dem Altmarkt.
Multifunktional: Pflanzkübel im Barken-Design auf dem Altmarkt. FOTO: LR / Rita Seyfert

Das Konzept vom „geteilten Raum“ schaute sich Hoyerswerda von den Niederlanden ab und setzt damit auf gegenseitige Rücksichtnahme. Verbotsschilder wurden entfernt. Parken ist zwar noch möglich, aber nur noch eingeschränkt. Auch Autofahren ist weiterhin erlaubt, aber nur in Schrittgeschwindigkeit. Dafür dürfen die Bürger auf der Straße spazieren.

 Die Fahnen mit den Bauhaus-Motiven kreierten die Schüler vom Lessing-Gymnasium.
Die Fahnen mit den Bauhaus-Motiven kreierten die Schüler vom Lessing-Gymnasium. FOTO: LR / Rita Seyfert

Auch die Gewerbetreibenden expandieren jetzt ganz legitim aufs Kopfsteinpflaster. So überragt die Strandbar vom Friseur Haarschneider den Bürgersteig. Und auch das Cafe Rosali und Fleischer Sinapius rückten mit ihren Stühlen auf die Fahrbahn.

Neu ist die „Blaue Terrasse“. Das sechs Mal sechs Meter Podest auf dem Marktplatz soll der Freiluftgastronomie eine Bühne bieten. „Das Sitz-Ambiente im maritimen Blauton soll den Wunsch nach mehr Gastronomie originell nach Außen tragen“, so die Citymanagerin.

Das Kellnern übernehmen die Elftklässler vom Lessing-Gymnasium zu bestimmten Öffnungszeiten. Mit dem Verdienst wollen sich die Jugendlichen ihre Abi-Feier finanzieren. Mehrere der umliegenden Restaurants wollen Speisen bereitstellen. Die Getränke-Versorgung läuft hingegen nur über den Italiener.

Natürlich könne die Blaue Terrasse auch außerhalb der Öffnungszeiten genutzt werden, beispielsweise als Picknick-Platz. Ein Problem gibt es aber noch. „Wir haben gerade mal zehn Stühle und drei Tische gesammelt“, berichtet Citymanagerin Baumeister. Mindestens doppelt so viele werden noch gebraucht.

Die Resonanz auf ihre Suche in den sozialen Netzwerken sei zwar groß gewesen. Doch bei den Angeboten handelte es sich meist um Polsterstühle. Wichtig: Die Möbel für die Blaue Terrasse müssen Sommergewitter aushalten und sollen daher komplett aus Holz sein. Zum Nässe-Schutz gibt’s natürlich noch einen Anstrich mit blauer Acrylfarbe.

Infos und Kontakt: www.citymanagement.hoyerswerda.de