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Hoyerswerda gibt es nur einmal

Hoyerswerda. Wer von irgendeinem Ort in Deutschland nach Hoyerswerda reisen will, hat Glück. Denn das Navigationsgerät dürfte ihn stets in die Lausitz führen. Der Grund: Bundesweit existiert dieser Ortsname nur ein einziges Mal. In der Nachbarschaft sieht das durchaus anders aus. amz1

Allerdings gibt es in Deutschland ähnlich klingende Ortsbezeichnungen. Beispielsweise Hoyerswege, einen Ortsteil der niedersächsischen Stadt Ganderkesee unweit von Oldenburg. Oder Hoyershausen, einer gut 400 Einwohner zählenden Gemeinde bei Hildesheim. Nicht ganz so weit ist es bis Hoyersdorf - einmal bei Raguhn in Sachsen-Anhalt sowie nahe Geringswalde nördlich von Chemnitz.

Anders sieht es schon mit weiteren Ortsnamen der Region Hoyerswerda aus. Etwa der Stadt Bernsdorf. Der Namenszusatz "OL", also "Oberlausitz", kommt nicht von ungefähr. Schließlich gibt es in Deutschland neun weitere Bernsdörfer, davon allein vier in Sachsen. Sogar ein Stadtteil in Chemnitz trägt diese Bezeichnung. Auch Lauta gibt es mehrfach. Zum einen als Teil der erzgebirgischen Stadt Marienberg. Zum anderen als Erzgebirgsstadt, die als Lauter (seit 2013 Lauter-Bernsbach) bekannt ist. Wittichenau ist dagegen, genauso wie Hoyerswerda, deutschlandweit einmalig.

Das Dörfchen Sabrodt, hart an der Niederlausitzer und damit Brandenburger Grenze gelegen, besitzt im Brandenburgischen einen Doppelgänger. Das zweite Sabrodt befindet sich südwestlich von Beeskow. Dort ist der weltberühmte Australienforscher Ludwig Leichhardt (1813 - 1848) geboren. Bergen gibt es neben dem gleichnamigen Ort bei Hoyerswerda bundesweit 23-mal als selbstständige Orte oder Stadt- beziehungsweise Ortsteile. Selbst in der Lausitz hat das Elsterheider Dorf einen Doppelgänger, nämlich Bergen bei Luckau. Wesentlich bekannter dürften Bergen auf Rügen sowie die norwegische Hafenstadt Bergen sein.

Dutzend Tornow, nur ein Torno

Zwar gibt es in der Bundesrepublik rund ein Dutzend Orte namens Tornow, aber nur das eine Torno. Das gehört zu Lauta. Gleich nebenan liegt Leippe. Im Spreewald wird es nur mit einem "p" geschrieben.

Wer in der Lausitz Lieske zum Ziel hat, sollte sich vorher gut überlegen, welches Dorf dieses Namens er meint. Denn da gibt es das Lieske bei Bernsdorf, dann südöstlich von Uhyst (Spree) sowie zwischen Senftenberg und Spremberg. Die Bezeichnung leitet sich aus dem Sorbischen ab und bedeutet so viel wie Laubwald.

Hermsdörfer scheint es wie Sand am Meer zu geben. In der Oberlausitz liegen zwei an der Zahl - an der Spree bei Lohsa sowie südlich von Ruhland. Weitere 14 Hermsdörfer liegen über ganz Deutschland verstreut. Am bekanntesten dürfte die Keramikstadt am gleichnamigen Autobahnkreuz in Thüringen sein.

Auch Steinitz bei Lohsa besitzt ein Niederlausitzer Pendant. Das schmiegt sich in den Lausitzer Landrücken bei Drebkau ein. Darüber hinaus existieren weitere zwei Orte gleichen Namens, beide in Sachsen-Anhalt. Weißig gibt es bundesweit achtmal, darunter zweimal in der Oberlausitz. Das eine Weißig, bekannt für sein "Fledermausschloss", liegt bei Lohsa, das andere zählt zur Gemeinde Kubschütz südöstlich von Bautzen. Groß Särchen hat wieder einen Niederlausitzer Doppelgänger. Der gehört heute zu Polen, liegt aber unmittelbar an der Neiße nordöstlich von Bad Muskau. Der Ortsname Friedersdorf kommt bundesweit 17-mal vor, davon zweimal in der Oberlausitz (bei Lohsa und bei Ebersbach), sowie ebenfalls zweimal in der Niederlausitz (bei Doberlug-Kirchhain und Sonnewalde).

Scheibe ist heute nicht nur der Name eines großen Sees östlich von Hoyerswerda, benannt nach dem abgebaggerten Ort, sondern ebenso heißt ein Ortsteil von Mittelherwigsdorf bei Zittau so. Das ehemalige Buchwalde (versunken im Knappensee) hat einen Doppelgänger im gleichnamigen Senftenberger Stadtteil.

Burg scheint ebenfalls ein beliebter Ortsname zu sein. Denn neben dem Dorf bei Hoyerswerda und der Spreewaldgemeinde gibt es deutschlandweit 37 weitere Burgs.

Koblenz bei Hoyerswerda ist für seine reizvolle Lage am Knappensee und seine Schleppertreffen bekannt. Das wesentlich größere Koblenz an Rhein und Mosel dagegen für das Deutsche Eck und die Festung Ehrenbreitstein. Darüber hinaus gibt es noch Koblenz unweit von Gera.

Allein 16 Städte heißen Neustadt

Der meistverbreitete Ortsname ist jedoch Neustadt. Der Ort an der Spree hat mehrere Dutzend "Brüder". Am bekanntesten in Sachsen sind Neustadt bei Sebnitz sowie Neustadt im Vogtland. Bundesweit sind allein 16 Städte dieses Namens aufgelistet.