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| 11:01 Uhr

Hoyerswerda
Die „Freundschaft“ verschwindet

Türen und Fenster der „Freundschaft“ sind vernagelt. Das Gebäude steht seit 2013 leer. Jetzt wird es abgerissen.
Türen und Fenster der „Freundschaft“ sind vernagelt. Das Gebäude steht seit 2013 leer. Jetzt wird es abgerissen. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda lässt einstige Gaststätte im WK III abreißen. Damit verschwindet nicht nur ein ungeliebter Schandfleck, sondern auch ein Stück Stadtgeschichte. Von Sascha Klein

Richtig einladend ist die Gaststätte „Freundschaft“ im Hoyerswerdaer WK III nur noch in der Erinnerung. Heute ist es eine Ansammlung von Gerümpel. Immerhin: Im einstigen Gastraum in der Herder-Straße 6a riecht es neben Moder immer noch nach Gaststätte. Aber es sieht nicht mehr so aus: Die Fenster sind zugenagelt. Auf dem früheren Tresen stehen noch verstaubte Gläser. Ein Teil der Deckenplatten ist heruntergekommen, es regnet durch. In der Küche stehen uralte Schränke. Auf dem Boden liegen Briefe, teils zehn Jahre alt.

Steffen Markgraf geht um die einzelnen Haufen herum und steht mitten in der einstigen Küche: „Im WK III sind Gaststätte und Kaufhalle schon lange ein Schandfleck“, sagt der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda. „Wir probieren, solche Brachen jetzt vom Markt zu bekommen.“ Im WK III gelingt das jetzt. Die Firma ARS ist vor Ort und wird die einstige Gaststätte in den kommenden Wochen entrümpeln und entkernen. Dann kommen die Abrissbagger. Das Ziel: Zu Weihnachten steht das Gebäude nicht mehr. Bei den Kosten wird der Chef des größten Hoyerswerdaer Vermieters nicht konkret, sagt nur: „Sie liegen im fünfstelligen Bereich.“

„Wir hatten zugesagt, dass vor Weihnachten noch etwas passieren wird“, sagt Markgraf. Dass der Abriss jetzt noch in diesem Jahr möglich wird, hatte auch er nicht immer auf der Rechnung. Denn: Die Wohnungsgesellschaft ist erst seit kurzem Eigentümer der einstigen „Freundschaft“. Die Besitzerin habe die Immobilie für einen symbolischen Preis abgegeben. Verhandelt habe die Wohnungsgesellschaft auch mit dem Eigentümer der daneben stehenden Kaufhalle. „Da konnten wir noch keine Einigung erzielen. Aber wir bleiben am Ball“, so Markgraf. Denn: Auch für den Hoyerswerdaer Großvermieter sind Gaststätte und Kaufhalle ein Ärgernis. Sie werden immer wieder zum Ausschlusskriterium. Einige potenzielle Mieter interessieren sich für Wohnungen im direkten Umfeld. Aber: Sie hätten bei dem Anblick abgesagt. „Diesen Blick will man auch nicht täglich haben“, gibt Markgraf zu.

Was nach der „Freundschaft“ kommt? Zunächst grüne Wiese, aber: „Wir wollen im kommenden Jahr die Mieter einladen und mit ihnen besprechen, was wir auf der Fläche machen“, sagt Steffen Markgraf. Die Wohnungsgesellschaft will zwei bis vier Ideen mitbringen, hofft aber auch auf Vorschläge aus der Mieterschaft. Bänke und Tisch seien genauso möglich wie ein kleiner Spielplatz oder nur eine einfache Rasenfläche. Selbst kleine Mietergärten sind laut Markgraf denkbar. „Wir wollen es bewusst nicht vorgeben. Am Ende sollen die Mieter entscheiden“, so der Geschäftsführer.

Der frühere Gastraum: Deckenplatten hängen herunter, es ist feucht. Zu Weihnachten steht dieses Haus nicht mehr.
Der frühere Gastraum: Deckenplatten hängen herunter, es ist feucht. Zu Weihnachten steht dieses Haus nicht mehr. FOTO: LR / Sascha Klein
Türen und Fenster der „Freundschaft“ sind vernagelt. Das Gebäude steht seit 2013 leer. Jetzt wird es abgerissen.
Türen und Fenster der „Freundschaft“ sind vernagelt. Das Gebäude steht seit 2013 leer. Jetzt wird es abgerissen. FOTO: LR / Sascha Klein
Der frühere Gastraum: Deckenplatten hängen herunter, es ist feucht. Zu Weihnachten steht dieses Haus nicht mehr.
Der frühere Gastraum: Deckenplatten hängen herunter, es ist feucht. Zu Weihnachten steht dieses Haus nicht mehr. FOTO: LR / Sascha Klein