(dcz) Noch bis zum 10. November ist im Schloss Hoyerswerda die Jubiläums- und Sonderausstellung zu sehen, die an die Gründung des Tiergartens Hoyerswerda im Jahr 1959 und seine Entwicklung zum heutigen Zoo erinnert. Die Ausstellung ermöglicht unter anderem vielfältige „Begegnungen“ mit Günter Peters, der 1952 das Heimatmuseum im ältesten Gebäude der Stadt angesiedelt hat und Verantwortung für das Haus und den Schlosspark übernahm.

Seine Idee war nicht nur, das Außengelände beräumen und Blumenbeete anlegen zu lassen, sondern er besetzte den Schlossteich schon Mitte der 1950er-Jahre mit Schwänen, erzählt die Museumsleiterin Boglarka Ilona Szücz. Gleich danach entstanden eine Ponywiese und erste Gehege für Tiere, die oft Leihgaben des Dresdener Zoos waren.

Als Unterstützer bei solchen Arbeiten hat Günter Peters oft Hoyerswerdaer Bürger und örtliche Betriebe über das Nationale Aufbauwerk mit eingebunden. Auf diese Weise entstanden in späteren Jahren das Tierparkcafe, die erste Bärenanlage und das alte Tropenhaus, so Boglarka Ilona Szücz, die regelmäßig Führungen durch die Tiergarten-Ausstellung anbietet. Für die künstlerische Ausgestaltung des in der Altstadt entstehenden Naherholungszentrums mit Skulpturen und Plastiken sorgte der Museumschef, Tiergartenleiter und Maler Günter Peters zusammen mit dem Hoyerswerdaer Bildhauer Jürgen von Woyski. Die Sonderausstellung erinnert auch an die Internationalen Bildhauersymposien im Tierpark, die von Woyski erfunden und von 1975 bis 1989 organisiert hat.

An einigen Arbeitseinsätzen im ehemaligen Schlosspark war ab 1962 auch der Amtstierarzt Dr. med. vet. Werner Tschirch beteiligt, der langjährig alle Zootiere betreut hat. „So konnte ich auch Tiere aus anderen Erdteilen und einheimische Wildtiere behandeln“, erzählt er. Dr. Tschirch arbeitete bald eng und über die reine Tätigkeit als Tierarzt hinaus mit Günter Peters zusammen. Einmal wollte sich der Tiergartenleiter bei Mitarbeitern eines im Gaskombinat Schwarze Pumpe angesiedelten Forschungsinstitutes bedanken, die viele Gehege mit aufgebaut hatten. Weil ihm dafür eine einfache Kaffeetafel und gute Worte zu wenig waren, verwandelte er den Schlosssaal für einen Nachmittag mit viel Aufwand in eine Zirkusarena. Dort traten Zootierpfleger mit einigen ihrer Schützlinge auf und Dr. Werner Tschirch bestritt den Höhepunkt der Veranstaltung: Geschminkt, mit Perücke und Kleid erschien er als Schlangenbändigerin und tanzte mit einer Boa constrictor, die ihm eine Zootierpflegerin aus ihrem privaten Terrarium zur Verfügung gestellt hatte. Solche und andere Geschichten waren kürzlich im Erzählsalon „Begegnungen mit Günter Peters“ zu hören.

Am 10. November um 14 Uhr findet die letzte kostenlose Führung durch die Tiergarten-Ausstellung im Schloss statt.