Die Mitarbeiter der Hoyerswerdaer Brigitte-Reimann-Bibliothek haben schon einmal „Upcyclen“ geübt. Das ist kein neuer Fitnesstrend, sondern eine gewaltige Geschicklichkeitsherausforderung. Denn: Beim Upcycling geht es darum, aus scheinbar langweilig gewordenen Büchern etwas völlig anderes zu zaubern.

„Da wird gefaltet, geklebt, geritzt und gerissen, überschrieben und neu bemalt. Und je nachdem, ob es im zweiten Leben zum dekorativen Notizhalter, zum geheimen Tresor oder gar zum 3D-Relief werden soll, ist mal mehr und mal weniger Geschick erforderlich“, sagt Bibliothekarin Heidelinde Stoemer.

Haushaltsgegenstände oder Schmuck können da zum Beispiel aus alten Telefonbüchern entstehen, aber auch regelrechte Kunstobjekte, so die Bibliothekarin.

Mitarbeiterin Susanne Noack hat das Upcyclen in den vergangenen Tagen geübt, denn sie zeigt hier auf LR-Online Schritt für Schritt, wie es funktioniert, aus alten Seiten eines Stadtplanes eine wunderschöne Blume zu zaubern. Um es vorweg zu nehmen: Sie hat das einerseits total schnell, aber andererseits auch total schön gemacht. Knapp 20 Kniffe sind notwendig, um aus dem quadratischen Stück Papier – es muss wirklich quadratisch sein – am Ende etwas ganz Neues entstehen zu lassen. Wie das geht, finden Sie in diesem Beitrag.

Upcycling: Eine eigene Kunstrichtung, die aus Büchern gelegentlich turmhohe Skulpturen, aber auch atemberaubend grazile Miniaturen schafft, hat sich daraus entwickelt. Die Kunst des „verwandelten“ Buches ist übrigens nicht neu, sondern stammt aus dem 18. Jahrhundert, wo vorrangig in Großbritannien ausgemusterte Büchern zu neuem Glanz verholfen wurde, erklärt Heidelinde Stoermer.

Wer Zeit und Lust hat, kann Upcycling selbst ausprobieren und womöglich eine neue Kunst für sich entdecken. Am Dienstag, 23. April, zum Welttag des Buches, können sich alle Interessierten von 14 bis 18 Uhr zum Buch-Upcycling in der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek Hoyerswerda in der Bonhoeffer-Straße, einfinden.