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| 18:19 Uhr

Streit um Buslinien in Hoyerswerda
Diskussion um Haltestellen am Markt

 Das neue Liniennetz hat die VGH Ende Mai im Hoyerswerdaer Stadtrat vorgestellt. Es soll am 9. Dezember 2019 in Kraft treten – ohne die Haltestellen Markt, Kirchstraße und Alte Post. Einen Fehler hat diese Übersicht: Die Linie 5 soll an der Krabatmühle Schwarzkollm enden.
Das neue Liniennetz hat die VGH Ende Mai im Hoyerswerdaer Stadtrat vorgestellt. Es soll am 9. Dezember 2019 in Kraft treten – ohne die Haltestellen Markt, Kirchstraße und Alte Post. Einen Fehler hat diese Übersicht: Die Linie 5 soll an der Krabatmühle Schwarzkollm enden. FOTO: LR
Hoyerswerda. Die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda will ihre Linien effektiver machen und um das Altstadt-Zentrum herum fahren. Von Sascha Klein

Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember müssen sich die Nutzer der Stadtbus-Linien in Hoyerswerda auf neue Streckenführungen und zwei neue Linien einstellen. Das bedeutet: Statt der seit Jahren bekannten vier Linien wird es demnächst sechs verschiedene Linien durch Hoyerswerda und in die Ortsteile Bröthen/Michalken und Schwarzkollm geben.

Eine der markanten Änderungen sorgt jedoch für Gesprächsstoff: Drei Stationen im Altstadt-Zentrum sollen nach jetziger Planungen wegfallen: Markt, Kirchstraße und Alte Post (die RUNDSCHAU berichtete). Zurzeit bedienen die Bus-Linien 3 und 4 den Kern der Altstadt. „Wir machen uns diese Entscheidung nicht leicht“, sagt Klaus-Peter Meyer, Leiter Verkehr bei der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda. Ihm ist bewusst, dass diese Altstadt-Haltestellen für etliche Fahrgäste wichtige Punkte sind.

 Klaus-Peter Meyer (62) ist seit 2011 Leiter Verkehr bei der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH).
Klaus-Peter Meyer (62) ist seit 2011 Leiter Verkehr bei der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH). FOTO: LR / Sascha Klein

Montags bis freitags fährt die Linie 3 hauptsächlich auf der Route über den Markt. „Dieser Linienweg ist zurzeit deutlich nachfrageschwächer als die anderen“, sagt Meyer. Das bedeutet: Diese Haltestellen nutzen weniger Fahrgäste als zum Beispiel die Stationen Kolpingstraße (derzeit Linie 2) oder Burgplatz (derzeit Linie 1). Sie könnten, neben dem Zoo, ab Dezember die Haltestellen sein, um schnell zum Marktplatz zu gelangen.

Stadtbusverkehr und Altstadt – es gibt dabei ein generelles Problem: Da die Kirchstraße aus Richtung Friedrichs- und Kolpingstraße nicht zu befahren ist, können die VGH-Busse ihren Fahrgästen derzeit nur eine Richtung anbieten. Das heißt: Wer zum Beispiel mit der Bus-Linie3 vom Rosarium zum Altstadt-Markt fährt, kann von dort nicht direkt zurückfahren. Es gibt nur die Varianten, dann entweder bis zum Bahnhof weiterzufahren und ab dort mit der Linie 3 über Heinrich-Heine-Straße zum Rosarium zurückzufahren oder durch die Friedrichsstraße zur Haltestelle Heinrich-Heine-Straße (nahe Fünfarmiger Knoten) zu laufen und dort wieder in die Linie 3 einzusteigen.

 Die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda verfügt über 24 Fahrzeuge. 17 von ihnen werden regelmäßig im Stadtverkehr eingesetzt.
Die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda verfügt über 24 Fahrzeuge. 17 von ihnen werden regelmäßig im Stadtverkehr eingesetzt. FOTO: LR / Sascha Klein

Um diese Probleme zu vermeiden, hat sich die Verkehrsgesellschaft in ihren Planungen entschieden, die drei Haltestellen im Altstadt-Zentrum wegzulassen und stattdessen Linien anzubieten, bei denen Fahrgäste zum Beispiel an der Kolpingstraße, am Kastanienhof, am Zoo und am Burgplatz ebenfalls einen sehr nahen Zugang zur Kirchstraße und zum Marktplatz haben. Die Vorgabe lautet, betont Klaus-Peter Meyer, dass Fahrgäste ihr Ziel nach höchstens 600 Metern Fußweg erreichen sollen. Im Altstadt-Zentrum sei dies möglich.

Bei der Präsentation des neuen Konzepts im Hoyerswerdaer Mai-Stadtrat hat es gerade wegen der geplanten Streichung der drei Innenstadt-Haltestellen Kritik von Stadträten gegeben. Oberbürgermeister Skora hatte betont, dass über die endgültige Linienführung noch zu reden sei. Denn: Rund um den Marktplatz haben unter anderem Ärzte ihren Sitz, die vor allem ältere Bürger regelmäßig erreichen wollten. Zurzeit laufen noch Gespräche zwischen Stadtverwaltung und VGH. Eine Lösung gebe es bislang nicht zu verkünden, sagt Prokurist Klaus-Peter Meyer. Wenn die Stadtspitze darauf besteht, müsste die VGH von ihrem eigentlichen Vorschlag abweichen und die drei Haltestellen weiterhin einbinden – mit der Folge, dass es für eine Linie zwei Streckenverläufe gibt. Eine endgültige Entscheidung wird bis September erwartet.

Insgesamt will die Verkehrsgesellschaft ihr Angebot ab Dezember straffen und damit effektiver fahren. Zurzeit sind die Busse teils eine Stunde für eine Strecke unterwegs – so die Linie 1, die Am Speicher im WK X beginnt und über den Lausitzer Platz, Zoo und Bahnhof teils stündlich bis Michalken und Schwarzkollm fährt. Auch die Linie 3 ist zwischen dem Waldfriedhof und dem Bahnhof durch die Strecke über das Gewerbegebiet Nardt rund 50 Minuten unterwegs.

Die alte Linie 1 (Am Speicher bis Bahnhof) wird auch die neue Linie 1 sein. Sie ist laut Klaus-Peter Meyer die nachfragestärkste. Allerdings wird die Linie ab Dezember am Bahnhof enden. Die Strecke von der Krabatmühle Schwarzkollm bis Bahnhof Hoyerswerda übernimmt die neue Linie 5. Sie wird weitergeführt über Steinstraße, Senftenberger Vorstadt bis Nardter Weg – auf der Strecke der heutigen Linie 3.

Auf der Linie 5 taucht auch eine Haltestelle auf, die es noch gar nicht gibt: Am Stadtrand. Wenn die Grundschule Am Adler an den heutigen Standort der Oberschule „Am Stadtrand“ umzieht, wird dort eine Haltestelle eingerichtet. Wann das sein wird, ist noch unklar. „Spätestens, wenn der Grundschul-Betrieb am Stadtrand beginnt, ist die Bushaltestelle verfügbar“, sagt Klaus-Peter Meyer. Generell orientiert sich die VGH auch am Schülerverkehr. Er ist am Morgen für das Unternehmen extrem wichtig.

Ab Dezember gibt es in Hoyerswerda auch sonntags einen Stadtbus. Die neue Linie 4  (Bahnhof – Lausitzer Platz - Waldfriedhof - Kolpingstraße - Bahnhof) soll zwischen 8.30 Uhr und 16 Uhr fahren und damit eine Lücke schließen. Bis jetzt fahren Busse nur montags bis samstags. Die Linie soll dann Lausitzbad, Lausitzer Platz, Klinikum, Altstadt und Bahnhof miteinander verbinden.