Aus Kostenzwängen jede zweite Laterne ausschalten? Dieser Weg kommt für Hoyerswerda nicht infrage. Die Zuse-Stadt setzt jetzt auf die mit Preisen ausgezeichnete Technologie der KD Elektroniksysteme GmbH aus Sachsen-Anhalt. Diese bietet Kommunen eine Dimm-Technik zum Nachrüsten bestehender Straßenlampen an, deren Licht und Energieverbrauch nach Bedarf geregelt werden können. Im brandenburgischen Elsterwerda schwört man bereits seit 2012 auf diese Technik.

Etwa 4000 Lichtpunkte in der Stadt und in den Ortsteilen sollen bis September gedimmt werden, erklärt Geschäftsführer Dr. Thomas Schmidt von der Energie Erzeugungsgesellschaft Hoyerswerda (EEH), die zu Hundert Prozent zu den Städtischen Wirtschaftsbetrieben gehört. Bis zu 700 000 Kilowattstunden Strom und damit 358 Tonnen CO würde die Stadt pro Jahr einsparen. Das sind 40 Prozent der derzeitigen Stromkosten über etwa 300 000 Euro. "Die Dauer und die Stärke der Dimmleistung können straßenzugweise angepasst werden", sagt Schmidt weiter. Außerdem will die EEH ab Juni den Betrieb und die Wartung der Leuchten übernehmen. Bürger bekommen zudem die Möglichkeit, Störungen oder Ausfälle über eine noch einzurichtende Telefon-Hotline oder das Internet zu melden. Angeschlossen wird die Modernisierung im September. Darüber hinaus wird im WK II der Großteil der Straßenlaternen, auch im Zuge der Bauarbeiten in der Einstein-Straße, auf LED umgerüstet.

Vertriebsleiter Bernhard Dombrowski von der Firma KD Elektroniksysteme GmbH nutzte gestern im Rathaus die Möglichkeit, um ein mögliches Grundmodell für eine künftige Beleuchtung vorzustellen. So könnte in einem Wintermonat die volle Helligkeit gegen 20 Uhr um 33 Prozent und von 22 Uhr bis 5 Uhr um 67 Prozent herabgesetzt werden. Bürger würden den Unterschied bei 33 Prozent nur kaum wahrnehmen. "Dieses System bietet die höchste Form der emotionalen Akzeptanz bei den Bürgern", findet er. Auch in Naumburg und Parchim wird die Dimmtechnik schon angewandt. Die Amortisationszeit belaufe sich meist auf drei bis vier Jahre. Wie die Leuchtkraft in Hoyerswerda zukünftig gedimmt werden soll, wird individuell nach Ort, Kreuzung und Straßenzug noch entschieden werden.

Zum Thema:
Die Stadt Hoyerswerda hat für die Modernisierung der Straßenbeleuchtung ein sogenanntes Energiesparcontracting, also eine vertraglich vereinbarte Dienstleistung, mit der EEH geschlossen. Diese energetische Sanierung würde laut Verwaltung auch die Neuzertifizierung als Europäische Energie- und Klimaschutzkommune (European Energy Award) unterstützen. Die 84 Verteiler der Straßenbeleuchtung werden mit speziell programmierten Dimmgeräten kombiniert.