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| 15:06 Uhr

Kultur in Hoyerswerda
Bilderreise zu Günter Peters

 Rita Hertel, Jutta Pentke, Barbara und Werner Peplowski betrachten Bilder von Günter Peters im Schloss Hoyerswerda.
Rita Hertel, Jutta Pentke, Barbara und Werner Peplowski betrachten Bilder von Günter Peters im Schloss Hoyerswerda. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Es ist eine ganz besondere Führung im Hoyerswerdaer Schloss gewesen: Im Fokus stand aber nicht der Ex-Museumschef, sondern der Künstler. Von Katrin Demczenko

Mit einer besonderen Führung hat Boglarka Szücs, die wissenschaftliche Leiterin des Stadtmuseums, kürzlich den früheren Museumsleiter und Zoo-Gründer Günter Peters vorgestellt. Unter anderem sind auch dessen Gemälde und Zeichnungen zu sehen gewesen. Auch ein ganz besonderer Gast ist in Hoyerswerda gewesen: Peters’ Neffe Werner Peplowski.

Schon als Elfjähriger malte Günter Peplowsky, der sich später Peters nannte. In ersten Studien von Tassen und anderen Gegenständen experimentierte er gekonnt mit Perspektiven, Licht und Schatten, sagte Boglarka Szücs. Später lernte Peplowsky den Beruf des Malers und studierte Kunst in Dresden.

In den 1930er-Jahren malte Günter Peplowsky in den Alpen, Österreich und Ungarn Ölbilder auf Hartfaserplatten, sagte die Museumsleiterin. Viele dieser Bilder sind bis heute ungerahmt und müssen deshalb aufwändig verpackt im Liegen gelagert werden. Um die Gemälde hängend lagern zu können, brauchen sie Rahmen. Das Geld für das Rahmen und Säubern soll über Bildpatenschaften eingeworben werden, informierte Boglarka Szücs.

Werner Peplowski beschrieb „seinen Onkel Günter“ als bescheiden, humorvoll und in Hoyerswerda verwurzelt. Dort brachte er sich nach dem Zweiten Weltkrieg und bis zu seinem Tod 1987 intensiv ein. Ab 1952 war er Museumsdirektor, organisierte den Umzug der Einrichtung ins Schloss und entdeckte beim Herausreißen der Gefängniszellen im Schlosssaal dessen Kreuzgewölbe. Er suchte in Lausitzer Dörfern immer geschichtlich und künstlerisch wertvolle Gegenstände, die besonders das Leben der Sorben dokumentieren. Bei diesen Fahrradausflügen war Werner Peplowski oft dabei und erzählte begeistert, wie ausdauernd Peters den Dorfbewohnern sein Anliegen erklärt hat. Meist bekam er die gewünschten Objekte geschenkt.

Mit Schwänen im Schlossteich begann Ende der 1950er-Jahre die Geschichte des Tiergartens, den Hoyerswerdaer Bürger im Nationalen Aufbauwerk mitgeschaffen haben. 1963 baute Klaus Neumann mit anderen das Uhugehege auf und mistete auch schon mal den Ponystall aus. „Alles auf Anweisung von Günter Peters“, erzählte der Senior. Wie Boglarka Szücs betont, findet Teil II der Führung „Günter Peters als Künstler und Persönlichkeit der Stadt“ am 31. März statt. Sie beginnt um 14 Uhr im Schloss mit anschließendem Gang durch den Zoo.