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| 19:12 Uhr

Gesundheit
Bereitschaftspraxis im Klinikum

 Ein Arzt misst bei einer Patientin den Blutdruck. Künftig machen das die niedergelassenen Ärzte an Sonntag- und Feiertagen in der neuen Bereitschaftspraxis im Lausitzer Seenland Klinikum in Hoyerswerda.
Ein Arzt misst bei einer Patientin den Blutdruck. Künftig machen das die niedergelassenen Ärzte an Sonntag- und Feiertagen in der neuen Bereitschaftspraxis im Lausitzer Seenland Klinikum in Hoyerswerda. FOTO: LR / Elnur
Hoyerswerda. Das lästige Suche nach dem Bereitschaftsarzt am Wochenende und an Feiertagen entfällt ab Anfang Oktober. Ab dem 3.Oktober gibt es eine Bereitschaftspraxis am Klinikum Hoyerswerda. Von Sascha Klein

Diese Situation kennt fast jeder: Es ist Samstag und man wird plötzlich krank. Der Hausarzt hat zu. Der Einzige, der helfen kann, ist der Bereitschaftsarzt. Es beginnt das Blättern in der Zeitung oder das Suchen im Internet: Wer hat denn überhaupt Bereitschaft? Diese Zeiten sollen jetzt in Hoyerswerda zu Ende sein.

Neues System ab 3.Oktober

Ab dem 3. Oktober gibt es ein neues System für den Bereitschaftsdienst im Raum Hoyerswerda. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) eröffnet in Kooperation mit dem Lausitzer Seenland Klinikum eine Bereitschaftspraxis in den Räumen des Klinikums. Das bedeutet: Wer an Wochenenden, Feier- und Brückentagen krank wird, muss im Raum Hoyerswerda ins Krankenhaus, so KVS-Sprecherin Patrice Fischer auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Notfallpatienten müssen ins Klinikum

Der jeweilige Allgemeinmediziner ist an Wochenenden und Feiertagen allerdings nicht rund um die Uhr auf Abruf im Klinikum. Die Sprechzeiten sind von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr. Zudem gibt es auch einen kinderärztlichen Bereitschaftsdienst, der ebenfalls im Klinikum angesiedelt wird. Für Kinder ist ein Arzt dann von 9 bis 13 Uhr vor Ort. Das bedeutet: Auch für Eltern mit kranken Kindern entfällt die Suche, welcher Arzt in der Region gerade Bereitschaft hat.

Niedergelassene Ärzte decken Dienste ab

Der Dienst wird von den niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Kinderärzten abgedeckt, teilt KVS-Sprecherin Patrice Fischer mit. Das Lausitzer Seenland Klinikum stellt nur die Räume zur Verfügung, betont Klinikum-Sprecher Gernot Schweitzer.

Die Anmeldung für Patienten soll dort stattfinden, wo bisher auch schon Termine vergeben werden – in dem Anmeldebereich (Glaskasten) vor der Tür Richtung Notaufnahme. Eine Beschilderung werde rechtzeitig angebracht, so Schweitzer, damit niemand falsch geleitet wird. Die niedergelassenen Ärzte sollen während Wochenenden, Feier- und Brückentagen einen der Behandlungsräume nutzen.

Laut Dr. med. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KV Sachsen und niedergelassener Arzt, hat sich das System der Bereitschaftspraxen bereits positiv ausgewirkt: „Aus den Erfahrungen in den Pilotregionen wissen wir, dass die Bevölkerung Bereitschaftspraxen sehr gut annimmt. Es entsteht ein echter Nutzen für die medizinische Versorgungssituation der Patienten durch die kurzen Wege zwischen der Bereitschaftspraxis und dem jeweiligen Klinikum sowie gemeinsam genutzten organisatorischen Strukturen. Das bewirkt auch eine Entlastung der Notaufnahmen.“

Hausbesuche sind weiterhin möglich

Außerhalb der normalen Sprechstunden beim Haus- oder Kinderarzt ist es für Patienten weiterhin möglich, Hausbesuche von Ärzten anzufordern, so Patrice Fischer. Das gelte für Erwachsene ebenso wie für Kinder. Die Organisation erfolge über die bundesweite Telefonnummer 116 117.

Jetzt muss nur noch bekannt werden, dass die neue zentrale Bereitschaftspraxis am Tag der Deutschen Einheit in Hoyerswerda startet. Als Multiplikator nutzt die Kassenärztliche Vereinigung die niedergelassenen Ärzte und Krankenkassen.