Von Sascha Klein

Das neue „Medicare“ der AWO Lausitz ist kaum dreieinhalb Monate eröffnet, da hat die Arbeiterwohlfahrt in Hoyerswerda bereits das nächste Großprojekt vor der Brust. Wieder geht es um einen Neubau in der Hoyerswerdaer Neustadt: An der Heinrich-Mann-Straße, in Nachbarschaft des entstehenden Lebensräume-Neubaus „Cocoon Living“, wird eine neue Pflegeeinrichtung entstehen (die RUNDSCHAU berichtete).

Warten auf die Fördermittel

„Den Spatenstich haben wir für den September oder Oktober geplant“, sagt Torsten Ruban-Zeh, Geschäftsführer der AWO Lausitz. Die Initiatoren planen auf Hochtouren – nur beginnen wollen und können sie noch nicht. Ruban-Zeh erklärt: „Wir hoffen auf Fördergelder für die Innenausstattung der Pflegeeinrichtung“, sagt er. Im Gespräch sind dabei rund 500 000 Euro. Allerdings tagt das betreffenden Gremium nur einmal im Jahr – das ist jetzt im Laufe des Mais soweit. Würde Ruban-Zeh vorher mit dem Bau starten, wären die Fördermittel futsch. Also wird gewartet. Der Plan ist: Im Juli könnte die fördermittelgebende Stelle ihre Entscheidung bekanntgeben. Anschließend werden die Leistungen dann ausgeschrieben.

Kosten: Knapp neun Millionen Euro

Auch für die AWO Lausitz – das Medicare hat rund 4,1 Millionen Euro gekostet – ist der Plan des Pflegeheims eine absolute Großinvestition. Im Moment wird mit einer Bausumme in Höhe von 8,9 Millionen Euro geplant. Zunächst hatte die AWO überlegt, das Haus mithilfe einer besonderen Modulbauweise zu bauen. Das wäre deutlich schneller gegangen als Stein auf Stein zu bauen. Die langen Transportwege und hohen Transportkosten hatten die AWO dann schließlich bewogen, doch den konventionellen Weg zu wählen.

Beim Baustil und bei der Farbwahl hat sich die AWO Lausitz am Medicare orientiert – klare Formen und die Farben weiß, rot und grau. Das Pflegeheim soll 74 Plätze haben. Geplant seien Einzelzimmer und Appartements, betont Torsten Ruban-Zeh. Ebenso wichtig: die mediale Anbindung. Internet werde überall anliegen, auch eine W-Lan-Vernetzung sei vorgesehen.

Fertigstellung soll 2021 sein

Der gesamte Bau soll möglichst im Frühjahr 2021 fertig sein. Ruban-Zeh weiß auch: Die Planungen laufen über zwei Winter – er hofft, dass die Winter ähnlich mild werden wie beim Bau des Medicare-Zentrums in der Müntzer-Straße. Dort hatte es so gut wie keine Einschränkungen gegeben. Die ersten Nutzer sollen im Frühjahr/Sommer 2021 einziehen können.

Nur beim Namen für das neue Haus haben sich die AWO-Verantwortlichen in Hoyerswerda noch nicht entschieden. Voraussetzung ist: Der Name soll sich deutlich abheben von den bekannten Bezeichnungen à la Pflegeheim. Womöglich lehnen sie sich an „Medicare“ an, das auch deutlich frischer als Tagespflege klingt.