ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:51 Uhr

Tag der offenen Tür
Ausbildung als Ergotherapeut ist beliebt

 Anja Lauterbach, Fachbereichsleiterin Sandra Baumann und Sophie Sädler (v.l.) bearbeiten Speckstein.
Anja Lauterbach, Fachbereichsleiterin Sandra Baumann und Sophie Sädler (v.l.) bearbeiten Speckstein. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Die Hoyerswerdaer Medizinalschule öffnet ihre Türen. Von Katrin Demczenko

Seit dem Jahr 2017 wächst die Zahl junger Menschen, die an der Bildungsstätte für Medizinal- und Sozialberufe gGmbH (BMS) Hoyerswerda lernen, sagt Schulleiterin Evelyn Naupert während des Tages der offenen Tür. Derzeit handelt es sich um 420 Schüler.

Beliebt ist die Erstausbildung zum Ergotherapeuten, die Emelie Bullmann absolvieren möchte. Wie einige Schülerinnen aus dem ersten Lehrjahr verarbeitet sie einen Speckstein zum Schmuckstück. Für dieses Prozedere werde sie künftig als Fachkraft auch Patienten anleiten, sagt ihr die BMS-Fachbereichsleiterin Ergotherapie, Sandra Baumann. Ergotherapeuten wollen die motorischen Fähigkeiten des Patienten wiederherstellen, damit er sich selbst versorgen, seiner Arbeit nachgehen und die Freizeit gestalten kann. Der Beruf verbindet medizinische Kenntnisse mit handwerklichen Fähigkeiten und den Umgang mit Menschen jeden Alters.

Weniger Nachfrage erlebt hingegen die Erstausbildung zum Heilerziehungspfleger. Das liegt wohl an deren eher unbekanntem Tätigkeitsfeld. Die entsprechende Fachkraft pflege behinderte Menschen und unterstütze sie, möglichst selbständig zu agieren und eigene Entscheidungen zu treffen, erklärt Justine Eichhorst, die den Beruf an der BMS erlernt hat. Jetzt übernimmt sie an der Kinder- und Jugendwohnstätte Hoyerswerda des Trägerwerkes Soziale Dienste Sachsen die Vollpflege schwerst-mehrfachbehinderter Kinder und Jugendlicher. Diese lernen am Förderzentrum für Körperbehinderte Hoyerswerda und anderen sonderpädagogischen Einrichtungen der Region. Zur Vollpflege gehören Körperhygiene, Ankleiden und Essen anrichten. Es geht aber auch darum, dass die jungen Menschen lernen, sich selbst eine Schnitte zu schmieren und die Schuhe anzuziehen.

Ab dem Schuljahr 2019/2020 wird Justine Eichhorst den fachpraktischen Unterricht für Heilerziehungspflege-Schüler in der Wohnstätte übernehmen. Neu ist, dass der Leiter des Fachbereichs Heilerziehungspflege der BMS, Torsten Rentsch, dort Teile des Theorieunterrichts durchführt. So können diese Kenntnisse sofort in der Arbeit mit den Behinderten ausprobiert werden, erklärt Rentsch.

Max Felix Müller lernt Heilerziehungspfleger, obwohl er ausgebildeter Industriemechaniker ist und eine Anstellung hatte. Viel Geld habe er verdient, aber die soziale Komponente im Alltag fehlte dem 22-Jährigen. Deshalb will er künftig behinderte Menschen im Alltag unterstützen, was er derzeit in seinem Praktikum im Helen-Keller-Haus erstmals ausprobiert. „Die gedachte Grenze zu den Behinderten schwindet, wenn man mit ihnen umgeht“, ist seine grundlegende Erfahrung. Die Inklusion dieser Menschen gehört zum großen Ziel der Arbeit von Heilerziehungspflegern.

Weil Torsten Rentsch auch den BMS-Fachbereich Weiterbildungsmanagement leitet, kündigt er an, dass ab dem nächsten Schuljahr die heilpädagogische Zusatzausbildung, eine Weiterbildung für Menschen mit Berufsabschluss im pflegerischen oder sozialen Bereich, zusammen mit einem Kamenzer Bildungsträger erfolgt. So soll ein Miteinander der Einrichtungen in der Region entstehen, aus denen die teilnehmenden Fachkräfte kommen.