Von Sascha Klein

Natürlich ist erst am kommenden Montag Weihnachten. So ein wenig hat der Weihnachtsmann Steffen Markgraf aber doch schon vorfristig beschenkt. Der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda steht mit Oberbürgermeister Stefan Skora vor dem Wohnblock Liselotte-Herrmann-Straße 22 bis 26 und schaut auf das fertige Werk. „Die Rechnung geht auf“, sagt Markgraf zufrieden. Bereits 15 leere Wohnungen sind in den beiden Häusern vermietet, die ersten Mieter sind sogar schon eingezogen. Eigentlich will die Wohnungsgesellschaft erst ab Januar 2019 in die Werbung gehen.

Noch im Januar dieses Jahres sind diese beiden Wohnblöcke gegenüber des Jahnstadions Problemfälle gewesen. Rund 40 Wohnungen haben leer gestanden, für viele potenzielle Mieter ist das Haus uninteressant gewesen. Denn: Es fehlten Balkone. Also hat die Wohnungsgesellschaft dort ein Exempel statuiert.

In den vergangenen Monaten haben alle 96 Wohnungen Balkone bekommen. Dazu hat sich der Hoyerswerdaer Großvermieter an ein spezielles Projekt gewagt. Vor diesen beiden Häusern entstehen Mietergärten. Sie sind jeweils vom Erdgeschoss über Freitreppen erreichbar und sollen Mietern noch mehr Gründe liefern, in die Neustadt zu ziehen. Normalerweise ist die Hoyerswerdaer Neustadt so geplant, dass es zwar viel Freiraum und auch Grün gibt – jedoch keine Gärten für bestimmte Mietparteien. Die Wohnungsgesellschaft will nun versuchen, mit dieser Tradition zu brechen und bewusst das eigene Stückchen Grün direkt vor der Wohnung anzubieten. Orientiert hat sie sich an einem Beispiel im WK IX, das es schon zu DDR-Zeiten gegeben hat. Mit Erfolg: Von den Wohnungen mit Garten seien bis auf eine alle vergeben. Auch die Wohnungen in der zweiten Etage seien komplett vermietet. Alle Leerwohnungen sind zudem saniert, auch an den Fassaden ist gearbeitet worden. Für die Wohnungsgesellschaft ist das Vorhaben in der Herrmann-Straße das größte in diesem Jahr gewesen. 1,8 Millionen Euro hat sie investiert.