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Horst-Dieter Brähmig ist tot

1996: Nach zwei Jahren im Amt steht Horst-Dieter Brähmig vor einer seiner schwersten Aufgaben: der Organisation des Stadtumbaus. Damals hat die Stadt noch rund 58 000 Einwohner. Zu dieser Zeit stand die Stadtpromenade noch.
1996: Nach zwei Jahren im Amt steht Horst-Dieter Brähmig vor einer seiner schwersten Aufgaben: der Organisation des Stadtumbaus. Damals hat die Stadt noch rund 58 000 Einwohner. Zu dieser Zeit stand die Stadtpromenade noch. FOTO: Keipert
Hoyerswerda. Diese Nachricht versetzt Familie, Freunde und Weggefährten, aber auch ganz Hoyerswerda in tiefe Trauer: Der langjährige Oberbürgermeister Horst-Dieter Brähmig ist tot. Er starb am Dienstag 78-jährig im Seenland-Klinikum Hoyerswerda, wie Superintendent a.D. Friedhart Vogel bestätigt. Brähmig erlag dort einem Krebsleiden. Sascha Klein

Bereits am kommenden Montag wird es Friedhart Vogel zufolge eine Trauerfeier für Horst-Dieter Brähmig geben. Sie findet um 11 Uhr in der Johanneskirche in der Hoyerswerdaer Altstadt statt. Den Gottesdienst hält Vogel selbst. Anschließend, gegen 12.30 Uhr wird Horst-Dieter Brähmig auf dem Waldfriedhof beigesetzt.

Noch bis Pfingsten habe er regelmäßig Kontakt zum früheren OB gehabt, sagt Friedhart Vogel gegenüber der RUNDSCHAU. Brähmig war bereits in den vergangenen Monaten sehr von seiner Krankheit gezeichnet. Einer der letzten öffentlichen Auftritte des einstigen Stadtoberhauptes war die Eröffnung des ZCOM, des neuen Zuse-Museums, in der Hoyerswerdaer Neustadt. Brähmig war als Vorsitzender des Konrad-Zuse-Forums maßgeblich daran beteiligt, dass das Vorhaben, das Computermuseum modern aufzustellen und ins Neustadt-Zentrum zu holen, Realität wurde.

Horst-Dieter Brähmig war Hoyerswerdscher mit Leib und Seele. Seit 1969 in der Verwaltung kandidiert er 1994 für den Posten des Oberbürgermeisters - und gewinnt. Durch sein PDS-Parteibuch wird er deutschlandweit bekannt. Sogar die New York Times will den ersten "roten OB" Deutschlands kennenlernen. Brähmig hat diese Aufmerksamkeit stets genossen - und die Kontakte für die Stadt eingesetzt. Später ist der Arztsohn Präsident des Deutschen Städtetags. Dort hat er es immer wieder geschafft, für seine Stadt zu werben und zu zeigen, dass Hoyerswerda liebenswert ist. Computervater Konrad Zuse, der Abitur in Hoyerswerda gemacht hat und zu dem Brähmig in den 1990er-Jahren regelmäßig Kontakt pflegt, hatte ihm einst gesagt, er solle seinen Namen schamlos ausnutzen. Brähmig tat das, auch nach seinem Ruhestand im Jahr 2006.

Für seine Verdienste ist Brähmig im Jahr 2013 mit der Günter-Peters-Ehrennadel ausgezeichnet worden. Der einstige OB war in vielen Vereinen tätig. Die vielleicht größten Erfolge hat er mit dem Zuse-Forum und mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erreicht. Auch ihm es ist zu verdanken, dass das historische Wissen um das Lager Elsterhorst bei Nardt erhalten bleibt.

Horst-Dieter Brähmig hat Hoyerswerda über rund drei Jahrzehnte geprägt - als Verwaltungschef und später im Unruhestand.