Der sichtbare Niedergang des Waldes und herbe wirtschaftliche Verluste beim Holzertrag haben den Sächsischen Waldbesitzerverband und die Familienbetriebe Land und Forst in Sachsen und Thüringen jetzt einen Notruf nach Dresden absetzen lassen. „Das befallene Holz muss aufgearbeitet, aus dem Wald geschafft und einer Verwertung zugeführt werden. Jedoch ist der Holzmarkt vollkommen überflutet, die Preise sind total eingebrochen.

Viele Waldbesitzer können Auflagen nicht erfüllen

Die geschädigten Waldflächen müssen gleichzeitig wieder aufgeforstet werden“, erklärt Reinhard Müller-Schönau, der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes. Viele private Waldbesitzer seien nicht mehr in der Lage, die geforderten Auflagen umzusetzen. Das haben die Verbände dem Sächsischen Ministerpräsidenten jetzt schriftlich gegeben.

Wetter befördert Schädlingsvermehrung

Die nunmehr dritte Generation des Buchdruckers, des Großen Fichtenborkenkäfers, ist im Anmarsch. Die Witterung ist für die Entwicklung der Käferbruten landesweit ideal und setzt sich kontinuierlich fort. Das bestätigden die Experten von Sachsenforst. Die befallenen Bäume müssen möglichst schnell geschlagen und entfernt werden.

„Den Holzmarkt nicht weiter überschwemmen“

Das ist sachsenweit derzeit in vielen Beständen der einzige Weg, den Schädling zu stoppen. Gefordert wird von den privaten Waldbesitzern deshalb, dass der Frischholzeinschlag in Wäldern der öffentlichen Hand sofort eingestellt wird. „Der Holzmarkt darf nicht noch weiter überschwemmt werden“, sagt Müller-Schönau. Die Nothilfen für Waldbesitzer müssten weiter ausgebaut und vor allem deutlich schneller ausgezahlt werden. Zudem wird gefordert, dass überprüft wird, „ob Holz von Kleinwaldbesitzern und Forstbetriebsgemeinschaften in bestehende Verträge von Sachsenforst geliefert werden kann“.

In Zusammenarbeit mit der Deutsche Bahn sollten weitere Transportkapazitäten für geschlagenes Holz und Möglichkeiten der Lagerung geschaffen werden.

Krisenstab mit Genehmigungsbefugnis gefordert

Aus Sicht der privaten Waldbesitzer ist es außerdem unerlässlich, die Genehmigungsverfahren für das Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln zu vereinfachen. „Sachsen braucht einen Krisenstab mit Genehmigungsbefugnis wie beim Elbe-Hochwasser“, ergänzt Hartwig Kübler, der Vorsitzende des Vereins Familienbetriebe Land und Forst in Sachsen und Thüringen. Das Personal in den Forstbezirken müsse der aktuellen Waldschadenslage entsprechend verstärkt werden, damit die Krisensituation zu bewältigen ist.

Zudem könne und solle das Land eine Holzbauoffensive im öffentlichen Bau starten und privaten Bauvorhaben mit Holz fördern. Die Landesbauordnung kann das Nutzen von Holz im Bau erleichtern.

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