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Hoffnung für Jetski und Kitesurfer

Der Geierswalder See soll für weitere wassersportliche Nutzer zugänglich gemacht werden.
Der Geierswalder See soll für weitere wassersportliche Nutzer zugänglich gemacht werden. FOTO: LMBV/Grafik: Schubert LR
Geierswalde. Für den gefahrgeneigten Wassersport wird es eng auf den neuen Seen in der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft. Denn die Zahl derer, die aufs Wasser drängen, steigt. Kathleen Weser

Und die Entscheider in den Amtsstuben lassen - auch angesichts befürchteter Konflikte - bürokratische Vorsicht walten. Um eine attraktive Seenplatte wird vor allem an den Drehscheiben der schiffbaren neuen Wasserlandschaft gerungen. Die in der Fläche große, aber trotzdem kleine Gemeinde Elsterheide kämpft um den Wasserspaß auf dem Geierswalder und dem Partwitzer See ebenso wie um die Voraussetzungen dafür an Land. "Das ist mühsam und kostet viel Kraft", bestätigt Bürgermeister Dietmar Koark. "Aber die Erfolge, die sich Schritt für Schritt auch einstellen, machen uns weiter Mut", sagt er.

Jetski sind vom Geierswalder See verbannt. Die Erlaubnis ist schon vor zwei Jahren ausgelaufen. Auf dem schiffbar erklärten Gewässer sind das Baden, Segeln sowie das Fahren von Motorbooten und der muskelbetriebene Wassersport erlaubt. Doch die Gemeinde Elsterheide will auch die schnellen Wassergefährte, die vor allem bei jungen Leuten und der junggebliebenen älteren Generation hoch im Kurs stehen, wieder aufs Wasser bringen. Wenigstens bis der Spreetaler See, der avisierte Tempo-See des Lausitzer Seenlandes, nutzbar ist. "Das ist ein interessantes Angebot, das wir für das Lausitzer Seenland einfach nicht verlieren dürfen und uns hier auch dauerhaft vorstellen können", erklärt Dietmar Koark, der zudem Vize-Vorsitzender des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen (LSS) ist. Eine abgegrenzte Übungsstrecke werde ins Auge gefasst. Die Landesdirektion Dresden sei schon vorgewarnt, dass ein Antrag gestellt werden soll.

Die Chancen für die Wassermotorräder stehen gut. Denn die Untiefen im See sind verschwunden. Die Route des Fahrgastschiffes steht ebenfalls fest. "Aber die Jetski müssen auch Anlanden können", erklärt das Gemeindeoberhaupt. Das ist die neue Herausforderung. Denn die Voraussetzungen am Ufer zu schaffen, heißt: Ein Bebauungsplan muss geändert werden. Und für die Naturschutzfläche, die beansprucht werden soll, ist ein doppelter Ausgleich zu schaffen.

Bei Matthias Müller, der im Bauamt der Elsterheide-Verwaltung die touristische Entwicklung federführend begleitet, klingeln auch die Kitesurfer in der Warteschleife regelmäßig an. Um deren Revier auf dem Geierswalder See auf der Koschendamm-Seite wird zwei Jahre nach der Zusage des Freistaates Sachsen für die Wassersportler noch immer gerungen. Die Landesbehörde hatte den ersten Antrag abgelehnt. Die Elsterheide hat den Widerspruch nun zurück- und einen neuen Anlauf genommen. Jetzt liegt der Entwurf einer Nutzungsvereinbarung vor. "Wir sind in der Abstimmung mit den Naturschutzbehörden zum Ort des Einstiegs", bestätigt der Bürgermeister. Die Landesdirektion stelle die Erlaubnis für den Herbst in Aussicht. "Das wäre die beste Zeit für die Kitesurfer", kommentiert Koark optimistisch.

Zum Thema:
Der Geierswalder See ist eine Drehscheibe der schiffbar verbundenen Seenkette des Lausitzer Seenlandes. Vom Bootsverleih über die Schulen für den Wassersport, das Leuchtturm-Hotel, Gaststätten bis hin zu schwimmenden Häusern hat das Gewässer bereits eine gute Entwicklung genommen. Die temporären Bauten sollen jetzt dauerhaften Objekten weichen. Nunmehr sind auch die Pläne für die Erschließung reif. Die Gemeinde will an der Südböschung in den Jahren 2019 und 2020 und in das Servicegelände bis 2021 investieren.