| 20:07 Uhr

LR vor Ort
Hoffnung auf Lösung für die Kita

Kinder der Krabat-Kita in Schwarzkollm begrüßen die Gäste aus Verwaltung und Stadtrat in sorbischer Tracht und mit Brot und Salz. Dabei befinden sie sich in jenem öffentlichen Treppenflur, der ein Stein des Anstoßes ist.
Kinder der Krabat-Kita in Schwarzkollm begrüßen die Gäste aus Verwaltung und Stadtrat in sorbischer Tracht und mit Brot und Salz. Dabei befinden sie sich in jenem öffentlichen Treppenflur, der ein Stein des Anstoßes ist. FOTO: Catrin Würz / LR
Schwarzkollm. Nach Vor-Ort-Termin in Schwarzkollm ist klar: An den Zuständen muss sich etwas ändern.

Es ist ein altes Thema, doch die Schwarzkollmer haben sich jetzt damit neu in Erinnerung gebracht. Wie geht es weiter mit der dorfeigenen AWO-Kindertagesstätte „Krabat“? Auf einem Vor-Ort-Termin am Donnerstag haben Eltern und Großeltern vor der Hoyerswerdaer Verwaltungsspitze und vor Stadträten mehrerer Fraktionen den Finger in die Wunde gelegt: Die Kita-Räume sind zu klein, zu verwinkelt und entsprechen in punkto Brandschutz, Barrierefreiheit und Sicherheit nicht den Anforderungen. „Hier muss sich unbedingt was ändern“, forderte Frank Galle als betroffener Opa und Schwarzkollmer.

Die Krabat-Kita wurde vor rund 25 Jahren für damals 24 Plätze ausgebaut. Doch inzwischen wächst das Dorf mit jungen Familien mehr und mehr an und der Bedarf an Kita-Plätzen ist rasant gestiegen. Im David-Traugott-Kopf-Haus, in dem sich die Kita zusammen mit einer Zahnarztpraxis und Mietwohnungen befindet, kamen deshalb über die Jahre weitere Räume für die Kindereinrichtung dazu. Zwar können derzeit bis maximal 43 Kinder in der Schwarzkollmer Kita betreut werden - doch das nur mit befristeter Betriebsgenehmigung, die im Mai 2019 teilweise ausläuft. Denn bei den zusätzlich genutzten Räumen handelt es sich um kleine, verwinkelte Wohnungen auf mehreren Etagen. Der Zuschnitt der Räume und sanitären Anlagen ist denkbar ungeeignet für die Nutzung durch Kita-Gruppen. Zudem musste der einst im Keller angelegte Sportraum aus Platzgründen inzwischen als Schlafraum umfunktioniert werden. Das alles ist für viele Eltern heute kein akzeptabler Zustand. „Um von einem Raum in einen anderen zu gelangen, müssen unsere Kinder über einen öffentlichen Treppenflur laufen, den auch die Mieter und Patienten der Arztpraxis nutzen“, moniert Elternvertreterin Susann Sellge. Andere Eltern, wie Jens Retschke, verweisen auf die viel zu klein gewordene Garderobe, in denen sich die Eltern in den Stoßzeiten dicht an dicht drängeln.

Kita-Leiterin Birgit Leonhardt fasst die Erwartungen der Schwarzkollmer Eltern zusammen: „Wir hoffen inständig auf eine Verbesserung der räumlichen Bedingungen in unserer Kita“, erklärt sie. Wie das aussehen könnte, dazu gibt es verschiedene Überlegungen. Ein Anbau oder Umbau am jetzigen Standort rückt dabei genauso wie ein Neubau in der Dorfmitte ins Blickfeld. Realisieren müsste dies die Stadt Hoy­erswerda, die gegenwärtig vor der Diskussion zur Kita-Standortanalyse bis 2030 steht.

Das brisante Thema soll auch bei der RUNDSCHAU-Veranstaltung „LR vor Ort“ am 23. November in Schwarzkollm diskutiert werden. Ortsvorsteher Peter Michala ist nach der öffentlichkeitswirksamen Kita-Besichtigung fürs Erste zufrieden: „Wir haben viele Entscheidungsträger erreicht. Oberbürgermeister, Bürgermeister und viele Stadträte waren da“, so Michala. Jetzt sollen für die verschiedenen Projektideen erste Kostenschätzungen erarbeitet werden. „Darüber gibt es Einvernehmen. Wir Schwarzkollmer müssen jetzt dranbleiben.“

(cw)