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| 20:14 Uhr

60 Jahre Flugplatz Nardt
Höhenflug und heißer Einsatz

Am Wochenende können sich schwindelfreie Besucher mit einem Fallschirm auf dem Rücken aus einer originalen Antonov stürzen. Je nach Wetterlage wird aus einer Höhe von bis zu 4000 Metern gesprungen.
Am Wochenende können sich schwindelfreie Besucher mit einem Fallschirm auf dem Rücken aus einer originalen Antonov stürzen. Je nach Wetterlage wird aus einer Höhe von bis zu 4000 Metern gesprungen. FOTO: Aeroklub Hoyerswerda e.V.,
Nardt. 60 Jahre Flugplatz und 110 Jahre Freiwillige Feuerwehr: In Nardt wird an diesem Wochenende an Land und in der Luft gefeiert. Von Anja Hummel

27 Grad, strahlender Sonnenschein, keine Wolken in Sicht. Wenn Andy Fichte vom Aeroklub Hoyerswerda an das kommende Wochenende denkt, könnte er Freudensprünge machen. Beste Wettervorhersagen versprechen beste Voraussetzungen für eine „echte Hausnummer“. So nennt der 23-Jährige Segelflieger das bevorstehende Flugplatz- und Elsterheidefest. Von Freitagabend bis Sonntag werden am Himmel über Nardt und Umgebung zahlreiche Segel- und Motorflieger, Ballons, historische Flugobjekte und Modellflugzeuge schweben. Hin und wieder werden sogar Menschen im freien Fall zu beobachten sein, kündigt Andy Fichte an: Mit Fall- und Gleitschirm auf dem Rücken können sich Wagemutige aus einer Höhe von bis zu 3000 Metern „gen Boden stürzen“.

Während es in den Lüften recht turbulent wird, bleibt es auch „an Land“ nicht ruhig. „Der Flugplatz Nardt feiert sein 60-jähriges Bestehen gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr“, kündigt Fichte an. Seit 110 Jahren gibt es die Retter im Ort. Die Gemeinde Elsterheide hat sich ebenfalls ins „Partygeschehen“ eingebracht. An Land also wird die Feuerwehr mit Löschangriff, Hovercraft-Vorführung und Technikausstellung für staunende Gesichter sorgen. Am Freitagabend – das ist schon jetzt gewiss – wird es mitten auf dem Flugplatz lichterloh brennen. „Die Feuerwehr zündet ein Holzhaus an und führt einen Löschangriff vor“, erzählt Fichte.

Der Samstag steht dann vorwiegend im Zeichen des fliegerischen Könnens. „Wir präsentieren die ganze Historie der Flugzeugtypen seit den 60er Jahren“, sagt der zugezogene Ur-Leipziger. Er kündigt „unglaublich viele Flugzeuge aus den unterschiedlichsten Epochen“ an. Für Kenner: Die „Lommatsch Libelle“ ist dabei, genau wie das „Gronau Baby“. „Die stoffbespannten Flugzeuge aus den 60ern sehen schon abenteuerlich aus. Da würde ich mich selber nicht hineinsetzen“, sagt Andy Fichte. Andere aber werden dies am Wochenende sehr wohl tun – mit original Lederkappe auf dem Kopf, bereit für eine frische Brise Wind ums Näschen. Bereits am Vormittag wird es die ersten Fallschirmsprünge geben. Am Abend geht es beim Ballonglühen romantischer zu. Wer Lust hat, kann sich beim Aeroklub noch dafür anmelden. „Wir bieten am Samstag und Sonntag auch Rundflüge mit einer Motormaschine an“, so Fichte. Genauer genommen mit der „Wilga“. Groß, gelb und laut wird das Flugzeug auf dem riesigen Platz nicht zu übersehen und -hören sein.

„Vor der Gründung des Flugplatzes war hier ein Kriegsgefangenenlager“, erzählt Andy Fichte. Er selber, gerade einmal 23 Jahre jung, kennt die Geschichte nur vom Hörensagen. „Zu DDR-Zeiten musste der Flugbetrieb vorübergehend eingestellt werden.“ Generell sei der Segelflug bis zur Wende sehr schwierig gewesen. „Für jeden Flug mussten ganz genaue Angaben über Zeit, Höhe und Route gemacht werden. Man hätte ja über die Grenze fliegen können“, so Fichte. Heute zählt der Aeroklub 125 Mitglieder. Viele junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren seien darunter. Dafür fehle es an der „mittleren Generation“. Die 30-Jährigen sind alle mit Kinderkriegen und Arbeiten beschäftigt“, schmunzelt Fichte. So ein Ereignis wie das Flugplatzfest sei natürlich hervorragend, um auch bei Familienvater und -mutter Neugier zu wecken. Zum Beispiel durch die spektakuläre Segelkunstflugshow, die Samstag und Sonntag präsentiert wird. Alexander Görlitz, Mitorganisator des Festes und leidenschaftlicher Segelflieger, wird zur Mittagszeit am Himmel verschiedene Kunststücke mit Schwindel-Garantie vorführen.

Auch „an Land“ bleibt es am Sonntag spannend. Die Freiwillige Feuerwehr Nardt präsentiert beispielsweise ihr Luftkissenboot. Außerdem gibt es eine Lösch-Vorführung der anderen Art: „Die Kameraden der Feuerwehr löschen mit einem Stahltriebwerk. Das wird echt spektakulär“, schwärmt Andy Fichte.

Das Flugplatz- und Elsterheidefest findet auf dem Flugplatz in Nardt an der B 96 statt. Der Eintritt kostet für Erwachsene drei Euro. Die Veranstaltungen beginnen am Freitag um 18 Uhr und setzen sich am Samstag von 9.30 bis 18 Uhr fort. Im Anschluss kann bis Mitternacht bei Livemusik gefeiert werden. Auch am Sonntag gibt es von 9.30 bis 18 Uhr ein Programm auf dem Flugplatz. Mehr Informationen zum Ablauf und den Vorführungen vom Aeroklub Hoyerswerda und der Freiwilligen Feuerwehr Nardt gibt es im Internet unter www.flugplatz-nardt.de. Anmeldungen für Fallschirmsprünge und Ballonfahrten sind möglich unter 03571 428758 oder via Mail an info@flugplatz-nardt.de.


Dieses recht "offenherzige" Flugzeug aus den 60er Jahren wird, wie viele weitere historische Modelle, auch auf dem Flugplatzfest in Nardt durch die Lüfte schweben.
Dieses recht "offenherzige" Flugzeug aus den 60er Jahren wird, wie viele weitere historische Modelle, auch auf dem Flugplatzfest in Nardt durch die Lüfte schweben. FOTO: Andy Fichte
Auch eine Kunstflugshow mit jeder Menge Tricks im Himmel erwartet die Besucher auf dem Nardter Flugplatz.
Auch eine Kunstflugshow mit jeder Menge Tricks im Himmel erwartet die Besucher auf dem Nardter Flugplatz. FOTO: Aeroklub Hoyerswerda e.V.,