Von Martina Arlt

Die Freunde von Oldtimern sind Frühaufsteher. Ab 6 Uhr morgens rollen sie am Sonnabend mit ihren historischen Gefährten in  Richtung Trattendorf zum traditionellen Oldtimer- und Teilemarkt.

Die Mitglieder des Motorsportclubs (MS) Spremberg sind noch aufgeweckter: 35 Helfer sind im Einsatz, um den großen Ansturm zu koordinieren. Denn auch die Händler kommen mit Sack und Pack – vor allem mit begehrten Fahrzeugteilen. Denn die Familie der Schrauber und Sammler ist groß in der Lausitz.

178 Oldtimer-Fahrzeuge aus Sachsen und Brandenburg sind schließlich zu bestaunen, etwa 60 Händler bieten technische Raritäten feil – überwiegend Teile aus der Nachkriegszeit und aus DDR-Zeiten. Oldtimerfreunde und Neugierige reisen auch aus Polen und erstmals auch aus Tschechien an.

Mit Spannung erwartet: das Urteil der dreiköpfigen Jury für das schönste Auto und das schönste Krad. Bei den historischen Fahrzeugen hat Andrzej Kaminski aus Waldenburg/Polen mit seinem roten „Cadilac“ des Baujahres 1953 das Schmuckstück des Wochenendes mitgebracht.

Bei den Motorrädern ist Wilfried Piske aus Krauschwitz mit seiner ES 250 Trophy des Baujahres 1972 der Mann, der die Trophäe in Em­pfang nehmen darf. „Ich bin das erste Mal hier in Spremberg dabei und komme gleich mit einem Pokal nach Hause. Damit habe ich nicht gerechnet“ sagt der Krausch­witzer (64) sichtlich stolz. Erst seit September hat er das Motorrad restauriert, am 1. April ist es mit dem H-Kennzeichen zugelassen worden. „Das ist ein spezielles Kennzeichen für historische Fahrzeuge“, erklärt er.

„Es gibt immer tolle Fahrzeuge auf unserem Platz zu bestaunen. Aber wir müssen uns für zwei Pokalsieger entscheiden. Das Motorrad ist so top restauriert und stellt einfach ein Stück DDR-Geschichte dar“, begründet MC-Chef Jürgen Hübner die sehr schwere Entscheidung.

Volker Burri aus Lauta ist mit seinem funkelroten Morris Garages (Baujahr 1953) gekommen. Ehefrau Sabine unterstützt sein „schönes, aber auch teures Hobby“. Der Lautaer gehört dem Oldtimer-Club Hoyerswerda seit dem Jahr 2004 an. Das ist eine junge Mitglied­schaft, bestätigt er lachend. Aber sein Herz schlage schon viel länger für historische Fahrzeuge. „Mein erstes Auto habe ich 1982 aufgebaut, einen blauen BMW 600 aus dem Baujahr 1958. Mit unseren Autos machen wir schon gern Ausflüge ins Lausitzer Seenland“, erzählt er. Autos müssen bewegt werden, sonst müsse noch mehr Geld in diese Fahrzeuge gesteckt werden, erläutert Volker Burri.

Auch der Lkw Mercedes Benz L 311 von Gerd Lischke zieht alle Blicke auf sich. Dieses Fahrzeug ist ein Baujahr 1955 und war in Berlin zu DDR-Zeiten bei einer Telefonfirma zum Einsatz gekommen.