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| 15:50 Uhr

Waldbäder
Hitze – nix wie ins Wasser

Das Waldbad Bernsdorf ist schon gut besucht. Das Bad gibt es bereits seit dem Jahr 1921.
Das Waldbad Bernsdorf ist schon gut besucht. Das Bad gibt es bereits seit dem Jahr 1921. FOTO: Anja Guhlan
Wittichenau/Bernsdorf. Das Waldbad Wittichenau punktet mit großer Rutsche und Matschspielplatz. In Bernsdorf können die Gäste mit Karpfen schwimmen. Von Anja Guhlan

 Jung und Alt zieht es in diesen Tagen in das allseits beliebte und moderne Waldbad unmittelbar hinter der Stadtgrenze von Wittichenau. „Wir haben seit Samstag geöffnet und schon in den ersten Tagen kommen täglich bis zu 300 Besucher“, sagt Schwimmmeister Uwe Micklich.

Großer Anziehungspunkt auf dem etwa vier Hektar großen Areal – vor allem für Kinder und Jugendliche – ist die 93 Meter lange Wasserrutsche, die in diesen Tagen schon fast jede Minute genutzt wird. Wem das zu waghalsig ist, der kann auch die 28-Meter-Rutsche hinunter rauschen.  Immer belebt sind auch der Matschspielplatz oder die beiden  Sprungtürme – jeweils einen oder drei Meter hoch.

In einer Wasserfläche von etwa 5500 Quadratmetern kann man sich austoben, schwimmen oder abtauchen. Das braune Wasser schreckt hier niemanden ab, denn das Wasser im Wittichenauer Waldbad  ist echtes Moorwasser und wird aus dem Dubringer Moor bezogen.

Besucherin Ilona Richert (53) liebt dieses Waldbad seit ihren Kindertagen. „Im Sommer bin ich sehr oft hier. Es ist ein fantastisches Waldbad, das viel bietet. Ich komme immer wieder gerne her“, sagt die Zeißholzerin. Auch die beiden 14-Jährigen Jo Marié und Sophie fühlen sich im Wittichenauer Waldbad pudelwohl: „Wir kommen gerne mit unseren Freunden her“, erzählt Sophie und schon sind sie wieder in Richtung Rutsche verschwunden.

Uwe Micklich, der in seine 18. Badesaison startet, muss seine Augen und Ohren gut offen halten.  Der 46-Jährige muss als Schwimmmeister auf vieles achten. Die Beckenaufsicht übernehmen dann aber auch mal zwei andere Rettungsschwimmer. „An gut besuchten Wochenenden brauchen wir hier manchmal vier Rettungsschwimmer für die Aufsicht“, erklärt Micklich.

Sehr gut besucht war das Waldbad im Jahr 2015 gewesen, 20 000 Besucher kamen in der Badesaison. Im vergangenen Jahr kam man nur  auf  rund 14 000 Besucher, da der Juli und August ziemlich verregnet waren.  In dieser Saison hofft Micklich wieder  auf 12 000 bis 20 000 Besucher. Der Schwimmkurs für die ersten beiden Ferienwochen ist   bereits ausgebucht. „Wenige Plätze haben wir nur noch für die dritte und vierte Ferienwoche“, sagt Micklich, der am liebsten kleinen Nichtschwimmern Unterricht gibt.

Ortswechsel: Auch das Waldbad Bernsdorf ist dafür, dass es Ende Mai ist, schon gut gefüllt. Das gefällt der Betreiberin Marlen Gläßer. Anbaden konnte man in Bernsdorf bereits am Männertag.    Nun planschen zahlreiche Kinder mit ihren Eltern im Nichtschwimmerbereich und im Tieferen ziehen Ältere ihre Bahnen. Das Wasser mag in Bernsdorf etwas kühler sein als in Wittichenau, das hängt wahrscheinlich mit der größeren Tiefe des Waldsees zusammen. „Die tiefste Stelle in unserem Waldbad ist zehn Meter“, erklärt Marlen Gläßer. Das Besondere: Ab und an kann man hier neben und echten Karpfen schwimmen.

Das Waldbad in  Bernsdorf existiert feiert in drei Jahren sein 100. Jubiläum. Schon jetzt ruft Marlen Gläßer dazu auf, ihr altes oder historisches Fotomaterial zukommen zu lassen. „Zu gerne würde ich eine Chronik über das Waldbad erstellen, dazu benötige ich aber Materialien aus der Bevölkerung“, meint sie.

 Besucherin Mandy Lehnigk (31) kommt mit ihrem zehnjährigen Sohn Marvin immer sehr gerne ins Waldbad. „Das ist Natur pur hier“, begründet sie. Sie liebt es, in einem Waldsee baden zu gehen statt im chlorhaltigen Freibad. „Zudem bietet das Waldbad  alles, was man an einem Badetag braucht“, fährt sie fort. Auch Familie Pfeiffer aus Kamenz kommt im Sommer regelmäßig ins Waldbad.  „Hier fühlt sich die ganze Familie wohl“, ist sich die Familie einig.

Uwe Micklich, Schwimmeister im Waldbad in Wittichenau, muss stets Augen und Ohren offen halten.
Uwe Micklich, Schwimmeister im Waldbad in Wittichenau, muss stets Augen und Ohren offen halten. FOTO: Anja Guhlan