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| 01:49 Uhr

„Himmlische Schätze“ in der Johanneskirche in Hoyerswerda

Jana-Eva Scholz von der evangelischen Gemeinde Wittichenau und Superintendent Heinrich Koch zeigen einige der Schatzkisten aus der Ausstellung „Himmlische Schätze entdecken“ in der Johanneskirche Hoyerswerda. Sie zeigt 53 der insgesamt 220 Schatzkisten aus sächsischen Kirchgemeinden, die Anfang Juni beim Kirchentag in Dresden zu sehen waren. Foto: Andreas Kirschke
Jana-Eva Scholz von der evangelischen Gemeinde Wittichenau und Superintendent Heinrich Koch zeigen einige der Schatzkisten aus der Ausstellung „Himmlische Schätze entdecken“ in der Johanneskirche Hoyerswerda. Sie zeigt 53 der insgesamt 220 Schatzkisten aus sächsischen Kirchgemeinden, die Anfang Juni beim Kirchentag in Dresden zu sehen waren. Foto: Andreas Kirschke FOTO: Andreas Kirschke
Hoyerswerda. Die Johanneskirche Hoyerswerda hat sich in eine Schatzkammer verwandelt. Anteil daran hat auch die evangelische Gemeinde Wittichenau. Andreas Kirschke



Um den Hirten herum sammeln sich die Schafe. Er achtet umsichtig auf ihren (Glaubens-)Weg. Orientierung und Sicherheit gibt er ihnen. Von viel Phantasie zeugt die gestaltete Schatzkiste der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Großröhrsdorf-Kleinröhrsdorf. Der Karton enthält auch Zeichnungen. Sie zeigen liebevoll die Stadtkirche, die evangelische Kindertagesstätte Agnesheim, das untere Pfarrhaus und das Kirchgemeindezentrum Großröhrsdorf.

Der Karton gehörte zu den 220 „Schatzkisten“ aus ganz Sachsen, die beim diesjährigen 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden vom 1. bis 5. Juni in der Altmarkt-Galerie gezeigt wurden. 53 davon präsentiert jetzt eine Ausstellung in der Johanneskirche Hoyerswerda bis Mitte September.

Von Plauen bis Görlitz reicht die Vielfalt der Schatzkisten. Einige kommen aus Gemeinden im Kirchenkreis Hoyerswerda und im Kirchenkreis Niederschlesische Oberlausitz. Eine weitere Schatzkiste ist gestaltet von den Landesausschüssen der Kirchentagsarbeit Hannover und Sachsen. „Wir wollen die Impulse des Kirchentages vertiefen. Wir wollen die Vielfalt und Lebendigkeit unserer Gemeinden zeigen“, sagt Mitorganisatorin Jana-Eva Scholz aus der evangelischen Gemeinde Wittichenau.

Die Idee für die Schatzkisten-Aktion kam ursprünglich von Tabea Köbsch. Sie war Mitarbeiterin des Kirchentags-Büros. Welche Schätze des Herzens sind uns wichtig? Welche Schätze des Glaubens? Welche Schätze der Heimat? Was ist für uns wirklich wertvoll im Leben? Dafür sollte die Aktion wachrütteln. Zudem entsprach sie dem Motto des Kirchentages. „Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“ Es nahm Bezug auf Matthäus 6, 21. Erfreulich war, so Jana-Eva Scholz, dass auch viele Kinder und Jugendliche die Schatzkisten mitgestalteten. „Sie hatten einfach Freude daran.“ Hoyerswerdas Johanneskirche zeigt jetzt 53 Schatzkisten bis September. Als täglich offene Kirche eignet sie sich bestens. Etwa 50 Besucher kommen nahezu täglich. „In der Ferienzeit sind es weit mehr“, meint Superintendent Heinrich Koch und freut sich über die Ausstellung. „Die Schatzkisten zeugen von der Lebendigkeit und Vielfalt kirchlichen Lebens“, meint er. „Kirche würde wohl sonst oft nur als historisches Gebäude wahrgenommen werden.“

Christen aus dem Raum Hoyerswerda nahmen am diesjährigen Kirchentag rege teil. Mit Konfirmanden fuhren Pfarrer nach Dresden.

Auch eine Seniorengruppe reiste vor Ort. Zum Abend der Begegnung stellte sich der Kirchenkreis Hoyerswerda mit einem Stand vor. Er zeigte intensiv auch Kultur, Sprache und Tracht der Hoyerswerdaer Sorben. Die Theatergruppe des Johanneums war drei Tage mit einem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten präsent.

Das Oratorium von Johannes Leue „Der zerbrechende Krug“ kam im Alten Schlachthof und im Theater Wechselbad zur Aufführung. Viele Impulse und Begegnungen brachte der Kirchentag. Die Ausstellung der 220 Schatzkisten war mittendrin.

Tabea Köbschs Idee hatten Studenten der TU-Dresden als Konzept erstellt und umgesetzt. „Eine solche Aktion gab es zuvor noch nicht bei einem Kirchentag“, erinnert sich Jana-Eva Scholz.

Die jetzige Ausstellung in der Johanneskirche knüpft daran an. Originelle Beispiele von Schatzkisten entdeckt der Besucher. Die Kirchgemeinden Königsbrück, Höckendorf sowie Neukirch-Schmorkau stellen sich mit Karten, Plakaten, Glocken und Steinen vor. Schätze, so zeigt die Ausstellung, können vielfältig sein. Die Gemeinde Lichtenberg gestaltete Menschen. Die Gemeinde Rochlitz fertigte Herzen an. Und die St. Marien Gemeinde Meerane in Waldsachsen bastelte Hände und Kreuze. Christen aus Schneeberg-Neustädtl zeigten ihre Schätze – die vielen Gemeindekreise – auf einer großen Straßenkarte verteilt.

Die Gemeinde Annaberg-Buchholz verwies auf den „Schatz“ Kurrende – auf ihre eifrigen Nachwuchssänger. An ihre reiche Geschichte erinnerte die Kirchgemeinde Sehma. Sie verwies auf die Christmette. 1905 kam diese erstmals zur Aufführung.

Geschichtsträchtig war auch die Schatzkiste der Gemeinde Altensalz. In ihr entdeckt der Besucher das kleine Holzmodell der Dorfkirche. Deren erste Erwähnung war 1214 als Betstube des deutschen Ritterordens. Ihr Schatz im Innern sind heute eine 100 Jahre alte Eule-Orgel und eine einzigartige gotische Holzdecke mit barocker Ornament-Malerei.