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| 01:02 Uhr

Heftige Diskussionen um den Bahnübergang

Lohsa/Litschen.. Die Pläne der Gemeinde Lohsa, den Bahnübergang am Litschener Dorfanger im Zuge des Ausbaus der Niederschlesischen Magistrale für den Fahrzeugverkehr zu schließen, haben im Dorf offenbar für heftige Diskussionen gesorgt. Uwe Menschner

Auf der jüngsten Gemeinderatssitzung ergriffen gleich mehrere Einwohner in der Bürgerfra gestunde das Wort, um gegen diese Absicht zu protestieren. „Wenn schon ein Übergang in Litschen geschlossen wird, dann sollte es nicht der Dorfanger sein“ , lautete der Tenor der Äußerungen. Schließlich sei dieser der kürzeste Weg, um in den Gemeindehauptort Lohsa zu gelangen.
Der Gemeinderat hatte sich in seiner Oktobersitzung dafür ausgesprochen, den Übergang Uhyster Straße für den Fahrzeugverkehr beizubehalten und den Übergang Dorfanger zu einem Tunnel für Fußgänger und Radfahrer umzugestalten.
Im Zuge der Redebeiträge wurden auch Vorwürfe gegen den Lohsaer Bürgermeister Udo Witschas (CDU) laut, die Litschener Einwohner nicht genügend über die Pläne der Gemeinde informiert zu haben. Das wies Witschas jedoch mit aller Entschiedenheit zurück. „Das Thema ist sowohl im Ortschaftsrat als auch im Gemeinderat öffentlich diskutiert worden“ , betonte der Bürgermeister. Mehr als die Hälfte der Litschener Ortschaftsräte seien auch Abgeordnete im Gemeinderat. Es habe also genügend Möglichkeiten gegeben, das Thema und die Planungen der Gemeinde in die Bevölkerung zu tragen.
Letztlich habe der Ortschaftsrat darauf verzichtet, eine Stellungnahme zu dem Vorhaben, den Dorfanger für den Fahrzeugverkehr zu schließen, abzugeben. „Nach demokratischen Gepflogenheiten bedeutet dies, dass man Einverständnis signalisiert“ , so Udo Witschas. Wenn die Informationsweitergabe innerhalb des Ortsteils Litschen nicht funktioniere, dann könne man nicht ihn dafür verantwortlich machen.
Ungeachtet dessen signalisierte der Lohsaer Bürgermeister Gesprächsbereitschaft hinsichtlich des Anliegens der Litschener Bürger. „Wenn dies gewünscht wird, können wir noch einmal über das Thema diskutieren“ , erklärte er. Allerdings müsse man sich darüber im klaren sein, dass im Zuge einer Schließung der Uhyster Straße der Dorfanger ausgebaut werden müsse: „Die dabei auf die Bürger zukommenden Kosten wären erheblich“ , sagte Witschas.
Ein Beibehalten beider Übergänge lehnte Udo Witschas ab, da dann auch die Driewitzer mit dem gleichen Recht fordern könnten, zwei Bahnüberquerungen zu behalten. „Dann wäre das gesamte Konzept, die Kosten zu minimieren, hinfällig.“ Immerhin hofft die Gemeinde Lohsa, durch den Verzicht auf drei autotaugliche Bahnübergänge Ausbaubeiträge in Höhe von 420 000 Euro einzusparen.