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| 02:39 Uhr

"Hausfrauentour" bei Bombenwetter

Hat Tradition: das Gruppenfoto der Neujahrswanderer zu Beginn ihrer Tour auf dem Partwitzer Hof.
Hat Tradition: das Gruppenfoto der Neujahrswanderer zu Beginn ihrer Tour auf dem Partwitzer Hof. FOTO: trt1
Partwitz. Rund 80 Wanderer haben sich an der Neujahrswanderung des Partwitzer Hofes beteiligt. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren fand diese Tour bei "Bombenwetter" statt, wie es Organisator und Gastwirt Christoph Pech auf den Punkt brachte. trt1

Das Thermometer zeigte zwar neun Grad Celsius unter null, dafür schob sich aber die Sonne zwischen den Wolken hindurch und bescherte den Naturfreunden einen eisklaren Wintertag.

Allerdings "nur" auf einer kurzen Strecke von rund 13 Kilometern. "Unsere Hausfrauentour", scherzte Christoph Pech. Kein Wunder, sind seine Neujahrswanderer auch andere Distanzen gewohnt. Vor mehreren Jahren beispielsweise ging es rund um den Partwitzer See. Am Ende des Wandertages standen immerhin gut 20 Kilometer zu Buche. Allerdings, und das ist ein Problem in Partwitz, seien die dortigen Wandermöglichkeiten begrenzt, wie Touristiker Eckhard Hoika erklärte. Er führte gemeinsam mit dem Elsterheider Tourismusverantwortlichen Matthias Müller die Tour. Durch die ausgedehnten bergbaulichen Sperrgebiete gebe es kaum Alternativen. Da bleibe derzeit nur die Wahl zwischen der Strecke in Richtung des Überleiters 6 südlich des Ortes. Oder gen Norden über die Brandenburger Grenze nach Proschim. Oder aber ins benachbarte Bluno, wie in diesem Jahr.

Eckhard Hoika zeigt sich aber optimistisch für künftige Neujahrswanderungen. "Es gibt Signale, dass wir möglicherweise wieder die Innenkippe betreten dürfen." Über diese sind die Naturfreunde vom Partwitzer Hof schon vor vielen Jahren marschiert. Damals war die Fläche östlich des Seenland-Ortes aber auch noch frei. In der Folge des gewaltigen Grundbruchs vom Oktober 2010 sperrten die Bergbausanierer den gesamten Partwitzer Ostraum ab.

So ging es also nach Bluno. Immer im Blick hatten die Wanderer den Blunoer Südsee. Das knapp 400 Hektar große Restloch des Tagebaus Spreetal hat noch nicht einmal drei Viertel seines Endwasserstandes erreicht.

Darüber hinaus wartet das Wasser mit seinem extrem sauren Charakter auf. Kaum ein anderer Tagebausee kann einen pH-Wert von 2,7 aufweisen. Bekannt ist der Südsee vor allem durch seine teils bizarren Kippen am Südufer. Diese werden aber nach und nach aus Sicherheitsgründen abgetragen.

Auf Touristen wartet am Blunodamm, der schmalen Landverbindung zwischen Südsee und benachbartem Sabrodter See, ein Aussichtspunkt mit mehreren Infotafeln des Naturschutzgroßprojektes Lausitzer Seenland. Das eigentliche Gewässer ist touristisch noch nicht nutzbar.

Die Neujahrswanderer wollten aber ins Zentrum von Bluno. Unter anderem in die historische Fachwerkkirche aus dem Jahr 1673. Dort gab es ein kleines Orgelkonzert.

Unter die Wandergäste hatte sich auch Karin Mietke von der Aqua Terra Lausitz GbR gemischt. Die engagierte Unternehmerin steuert im neuen Jahr auf ein besonderes Jubiläum zu. Denn Anfang Juni jährt sich die Einweihung ihres schwimmenden Hauses auf dem Partwitzer See zum bereits zehnten Mal. Die erste derartige Konstruktion im Lausitzer Seenland war zu Pfingsten 2006 von den Besuchern regelrecht gestürmt worden. Derzeit sei Mietke am Überlegen, wie dieses Jubiläum begangen werden könnte.