| 02:39 Uhr

Hausarzt-Suche immer noch erfolglos

Lauta. Gut sechs Monate nach der Schließung der Hausarztpraxis im Leippe-Torno-Center ist kein Nachfolger für die dort zuletzt praktizierende Hausärztin Dr. Angelika Heyde in Sicht. Anja Guhlan / ang1

"Leider zeichnet sich immer noch keine Lösung für die hausärztlichen Versorgungsprobleme nach dem Tod des Mediziners Thomas Tränkner in Lauta ab", sagt Michael Rabe, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS). Momentan werden die 1600 Patienten, die nach dem Tod Tränkners zunächst ohne Hausarzt dastanden, von anderen Hausärzten in Lauta und in der Region versorgt. Doch dafür müssen die Patienten teils lange Wartezeiten oder lange Wege in Kauf nehmen. "Wir sind uns im Klaren darüber, dass dies sowohl bei den betroffenen Patienten als auch bei den betroffenen Ärzten ein großes Maß an Einsatzbereitschaft, Verständnis und Kompromissfähigkeit abverlangt", sagt Rabe weiter.

Deshalb bemüht sich die KVS weiterhin auf mehreren Wegen um eine Lösung. Die Nachfolgersuche über verschiedene Annoncen in Printmedien ist bislang laut der KVS nicht erfolgreich gewesen. Zwischenzeitlich wurde die Suche um die Nutzung von ärztlichen Berufsbörsen im Internet erweitert. Daneben werden schon seit längerer Zeit private Ärztevermittler und zwischenzeitlich auch die Ärztliche Standesbank in die Suche mit einbezogen.

"Unsere Erfahrungen zeigen aber auch, dass ein wichtiger Baustein bei der Ärztesuche die tägliche Ärzteberatung durch die Mitarbeiter der Bezirksgeschäftsstelle Dresden ist. Diese Beratungen und Gespräche geben uns die Möglichkeit, unsere Anliegen direkt mit den ärztlichen Berufsnetzen und deren Mitgliedern zu kommunizieren. Leider hat dies für die hausärztliche Versorgung in Lauta bislang noch keinen Erfolg gebracht", räumt Rabe ein. Die Zusammenarbeit mit ärztlichen Berufsverbänden soll aber ganz generell weiter intensiviert werden.

Auf die Nachfrage der RUNDSCHAU, welche konkrete Ursache bislang nicht zu einer erfolgreichen Suche führte, sagt Michael Rabe: "Eine konkrete Ursache gibt es nach unserer Auffassung nicht. Es zeigt sich viel mehr eine generelle Entwicklung, die sich auch nicht nur auf die Stadt Lauta beschränkt und die auch keineswegs nur den ärztlichen Berufsstand betrifft. So bevorzugen viele junge und qualifizierte Menschen gegenwärtig ein Leben in großstädtischen Gebieten, was erhebliche Auswirkungen auf die ländlichen Gebiete hat."

Die Hausarzt-Suche geht also weiter und die Patienten müssen weiter warten. Auf die gegenwärtige Entwicklung und die damit verbundenen Folgen kann die KV Sachsen laut Rabe "leider nur sehr beschränkt Einfluss nehmen".