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Hausarzt-Suche für Lauta bisher erfolglos

Hier übernimmt keiner mehr die Sprechstunde. Seit Anfang des Jahres ist die Arztpraxis in Leippe-Torno nun schon geschlossen.
Hier übernimmt keiner mehr die Sprechstunde. Seit Anfang des Jahres ist die Arztpraxis in Leippe-Torno nun schon geschlossen. FOTO: A. Hummel
Lauta. Gut zwei Monate nach der Schließung der Hausarztpraxis im Leippe-Torno-Center ist kein Nachfolger für die dort zuletzt praktizierende Hausärztin Dr. Angelika Heyde in Sicht. Anja Guhlan / ang1

"Gegenwärtig gibt es noch keine Lösung", sagt Michael Rabe, der Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS).

Für die Fortführung der Praxis gibt es laut KVS mehrere sozialrechtliche Optionen. Dazu gehört in erster Linie die Suche nach einem niederlassungswilligen Arzt, wobei sowohl eine Praxisübernahme als auch eine Praxisneugründung möglich sind. Darüber hinaus ist die Anstellung eines Interessenten in der Praxis von Dipl.-Med. Monika Tränkner, Fachärztin für HNO, möglich. Auch danach wird gegenwärtig gesucht. "Letztlich haben wir uns als KV Sachsen entschlossen, wenn keine andere Möglichkeit greift, auch nach Bewerbern für eine KV-Eigenpraxis in Torno-Leippe zu suchen", ist auf RUNDSCHAU-Nachfrage von Michael Rabe zu erfahren. Als weitere Alternative wäre zudem denkbar, dass eine bereits tätige Praxis der Region in Torno-Leippe eine Nebenbetriebsstätte eröffnet, in der ein Arzt entweder tageweise oder sogar ausschließlich tätig wird. Dabei kann die anstellende Praxis ihren Hauptsitz auch im nahen Brandenburg haben.

Ob und wann sich eine Lösung finden wird, kann derzeit von der KVS nicht abgeschätzt werden. "Wir sind natürlich im Interesse aller an einer schnellen Lösung orientiert", versichert Michael Rabe. Für die 1600 Patienten, die derzeit ohne Hausarzt dastehen nur ein kleiner Trost. Viele scheuen inzwischen den Gang zum Arzt oder nehmen lange Fahrtwege oder lange Wartezeiten in Kauf, um von einem Allgemeinmediziner behandelt zu werden. Michael Rabe sagt: "Wir empfehlen weiterhin, in der weiteren Region nach freien Behandlungskapazitäten zu suchen. Lange Wartezeiten und auch längere Wege sind in der gegenwärtig sehr schwierigen Lage leider nicht vermeidbar."